Foto: MFW
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Sebastian Rahn steigt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes auf: Der bisherige Nachwuchsprofessor übernimmt die Professur für Sozialisation, Erziehung und Bildung über die Lebensalter an der htw saar. Damit erhält die Hochschule eine dauerhafte Verstärkung in einem Fachgebiet, das weit über den akademischen Rahmen hinaus gesellschaftliche Relevanz besitzt – von der Offenen Kinder- und Jugendarbeit bis hin zur Schulsozialarbeit.

Rahn bringt eine Forschungsbiografie mit, die eng mit der Praxis Sozialer Arbeit verknüpft ist. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der außerschulischen Bildungsarbeit mit jungen Menschen, wobei er sich intensiv mit Biografieforschung beschäftigt. Konkret untersucht er Lebensverläufe von Adressatinnen und Adressaten der Sozialen Arbeit – ein Ansatz, der individuelle Geschichten ernst nimmt und daraus Erkenntnisse für professionelles Handeln ableitet.

Bereits während seiner Nachwuchsprofessur setzte Rahn ein Forschungsprojekt um, das die Geschichte der Jugendarbeit im Saarland und deren Bedeutung für die Demokratiebildung in den Blick nahm. Dieses Vorhaben verband regionale Perspektiven mit einer grundlegenden Frage: Wie tragen außerschulische Angebote dazu bei, dass junge Menschen demokratische Werte verinnerlichen? Die Ergebnisse dürften gerade in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Polarisierung auf Interesse stoßen.

Über die Jugendarbeit hinaus widmet sich Rahn einem weiteren Feld, das in der bildungspolitischen Debatte zunehmend an Gewicht gewinnt: der Schulsozialarbeit und der Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule, etwa im Kontext von Ganztagsangeboten. Seit 2025 leitet er die Studie „Schulsozialarbeit im bundesweiten Vergleich“, in deren Rahmen erstmals Fachkräfte dieses Arbeitsfeldes in ganz Deutschland befragt wurden. Eine solche flächendeckende Erhebung gab es zuvor nicht – die Daten könnten künftig als Grundlage für politische Entscheidungen dienen.

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Der Weg zur Professur führte Rahn über mehrere Stationen im Südwesten. Er studierte Public Management sowie Soziale Arbeit in Ludwigsburg, Stuttgart und Tübingen. An der Universität Tübingen promovierte er zum Arbeitsfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Seit 2023 war er als erster Nachwuchsprofessor aus dem im Bund-Länder-Programm „FH-Personal“ geförderten Vorhaben „FutureProf@htw saar“ tätig – eine Stelle, die Forschung und Lehre an der Hochschule mit praktischer Arbeit beim Praxispartner Diakonie Saar verband.

Mit der Berufung auf die Professur setzt die htw saar ein Signal: Die Verbindung von wissenschaftlicher Tiefe und Praxisnähe, die Rahns bisherige Karriere geprägt hat, wird nun institutionell verankert. Für die Studierenden der Sozialen Arbeit an der Hochschule bedeutet das einen Lehrenden, der die Lebenswirklichkeit der Menschen kennt, über die er forscht.

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