Symbolbild

Mit einem deutlich selbstbewussteren Blick auf das neue Jahr stellt die saarländische Wirtschaft die Weichen für weitere Investitionen. Neue Industrieaufträge, größere Projekte und erste positive Signale aus verschiedenen Branchen sorgen für Auftrieb. Die Landesregierung will diesen Schwung nutzen und legt ein weiteres Förderpaket für Mittelstand und Startups auf – mit zusätzlichen 65 Mio. Euro für Transformation und Innovation.

Vorgestellt wurde das Paket am Mittwoch in der Landespressekonferenz von Wirtschaftsminister Jürgen Barke und der Vorstandsvorsitzenden der Saarländischen Investitionskreditbank (SIKB), Doris Woll. Die zusätzlichen 65 Mio. Euro sollen Unternehmen in allen Wachstumsphasen begleiten – von der Gründung über die Expansion bis hin zur Nachfolge. „Unsere Unternehmen wollen in die Zukunft investieren und wir unterstützen sie dabei“, sagte Barke. „Viele gute Vorhaben scheitern nicht an Ideen oder am Engagement der Unternehmerinnen und Unternehmer, sondern an der Finanzierung. Genau hier setzen wir an: Im Saarland soll kein tragfähiges Zukunftsprojekt an fehlenden Mitteln scheitern.“

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Die neuen Mittel fließen in drei zentrale Förderbausteine, die gemeinsam mit der SIKB umgesetzt werden. Das bestehende Gründungs- und Wachstumsfinanzierungsprogramm GuW erhält eine zusätzliche Transformationskomponente. Für Investitionen etwa in Digitalisierung oder ökologische Modernisierung gewährt das Land künftig zusätzliche Zinszuschüsse von bis zu 1 Prozent pro Jahr. Dafür stehen 7 Mio. Euro bereit. Mit dem EFRE-Nachrangdarlehensfonds Saarland II stellt das Land zudem 35 Mio. Euro für Nachrangdarlehen von bis zu 1,5 Mio. Euro zur Verfügung. Diese sollen die Bonität stärken, den Finanzierungsspielraum erweitern und vor allem technologie- und innovationsorientierten Betrieben, Wachstumsunternehmen, Nachfolgelösungen sowie Existenzgründern zugutekommen.

Als dritter Baustein kommt der EFRE-Beteiligungsfonds Saarland hinzu. Hier stehen weitere 22,6 Mio. Euro als Beteiligungskapital bereit. Beteiligungen zwischen 250.000 und 1,5 Mio. Euro sollen die Eigenkapitalbasis der Unternehmen stärken und Chancen und Risiken teilen – insbesondere bei innovativen und risikoreicheren Vorhaben sowie bei Startups. Beide EFRE-Fonds werden zu 60 Prozent aus Landesmitteln und zu 40 Prozent aus EU-Mitteln finanziert. „Wir kombinieren Kredite, Nachrangdarlehen und Beteiligungskapital zu passgenauen Lösungen. Es geht um maßgeschneiderte Lösungen für jede Wachstumsphase“, sagte Barke. Mit der Ausweitung der Mittelstandsförderung unterstreiche das Land seinen Anspruch, den Strukturwandel aktiv zu gestalten und Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen zu bieten, so der Minister weiter. SIKB-Chefin Woll betonte: „Gerade in Zeiten hoher Finanzierungskosten brauchen Unternehmen starke Partner, die Verantwortung mittragen. Mit den neuen Fonds und Programmen schaffen wir zusätzliche Spielräume für Investitionen, stärken die Eigenkapitalbasis und ermöglichen Projekte, die sonst nicht realisierbar wären.“

Parallel zur Vorstellung der neuen Programme zog Barke eine Zwischenbilanz des 2025 gestarteten Mittelstandspakets der Landesregierung. Nach nur einem Jahr zeige sich, dass die Angebote in der Breite der Wirtschaft ankommen. „Wir haben das Mittelstandspaket bewusst als Baukastensystem aufgesetzt – passgenau für unterschiedliche Branchen, Unternehmensgrößen und Entwicklungsphasen. Die Nachfrage zeigt: Der Bedarf ist groß, unsere Instrumente greifen“, erklärte der Minister. Beim Programm DigitalInvestKMU wurden rund 400 Anträge gestellt, etwa 2 Mio. Euro sind bereits ausgezahlt oder gebunden. Das Angebot zählt damit zu den erfolgreichsten Förderinstrumenten für kleine und mittlere Unternehmen und unterstützt gezielt Investitionen in Digitalisierung.

Auch andere Bausteine des Mittelstandspakets sind stark nachgefragt. Im Programm Nachhaltiges Gastgewerbe haben 17 Betriebe Anträge gestellt. Fast 3 Mio. Euro an Zuschüssen sollen Investitionen von rund 6 Mio. Euro in Gastronomie und Hotellerie unterstützen und so Modernisierung und mehr Nachhaltigkeit ermöglichen. Im Programm Produktionstransformation sind von insgesamt 15 Mio. Euro Fördervolumen bereits rund 5 Mio. Euro bewilligt. Unternehmen wie Brück und Purem by Eberspächer nutzen das Angebot, drei weitere Großprojekte befinden sich in Vorbereitung. Der Innovationsbonus, der Mittelstand und Forschungseinrichtungen projektbezogen vernetzen soll, liegt aktuell bei vier Anträgen, rund 175.000 Euro sind bereits bewilligt.

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Zugleich setzt das Land auf Anreize für Fachkräfte und Unternehmensnachfolgen. Der Aufstiegsbonus wurde zum Januar von 1.000 auf 2.000 Euro verdoppelt, zudem wird der Masterabschluss dem Meister gleichgestellt. Ziel ist mehr Anerkennung und Attraktivität für Berufe der „denkenden Hände“. Neu hinzugekommen ist zum Januar 2026 der Nachfolgebonus: Mit 2.500 Euro will das Land gezielt Unternehmensnachfolgen unterstützen, insbesondere im Handwerk. Das Jahr 2026 steht damit ganz im Zeichen der Unternehmensnachfolge.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Wagniskapital für junge Firmen. Die SIKB-Tochter Saarup-Venture wird mit 20 Mio. Euro ausgestattet, um Startups und junge, wachstumsorientierte Unternehmen zu unterstützen. Zusätzlich beteiligt sich das Land mit insgesamt 5 Mio. Euro an den Venture-Capital-Fonds „Futury Fonds III“ und „U2V-Fonds – University to Ventures“. Im Fokus stehen unter anderem KI, Robotik, GreenTech, Photonic und Novel Computing. Alle Fonds sind darauf ausgerichtet, zusätzliches privates Kapital für Wachstum zu mobilisieren. In Kombination mit der Startup-Factory SouthwestX entsteht so eine integrierte Finanzierungs- und Innovationsarchitektur, die das Saarland als aktiven Mitgestalter der nationalen und europäischen Venture-Capital-Landschaft positionieren soll. „Startups sind der Mittelstand von morgen. Angesichts steigender Gründungszahlen sorgen wir für zusätzliches Wachstumskapital, damit aus den besten Ideen des Landes neue Arbeitsplätze und neue Wertschöpfung entstehen“, sagte Barke.

Die Maßnahmen fügen sich zu einem dichten Netz an Förderinstrumenten, das von der ersten Idee über die Transformation bestehender Betriebe bis zur Unternehmensnachfolge reicht. Mit den nun angekündigten 65 Mio. Euro zusätzlichen Mitteln und den bereits angelaufenen Programmen will das Land die wirtschaftliche Entwicklung im Saarland langfristig absichern und den laufenden Strukturwandel aktiv begleiten.