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Im Saarland werden derzeit die Weichen für eine neue Gründungs- und Finanzierungslandschaft gestellt. Das Land baut eine eigene Venture-Capital-Infrastruktur auf, die technologieorientierten Startups den Zugang zu Wachstumskapital erleichtern soll. Ziel ist eine dauerhaft tragfähige Struktur, die junge Unternehmen von der frühen Gründung bis zur Skalierung begleitet und damit die wirtschaftliche Transformation des Bundeslandes unterstützt.

Zum Jahreswechsel hat sich das Saarland mit insgesamt 5 Mio. Euro an zwei überregionalen Fonds beteiligt. Die Beteiligungen laufen über die Saarländische Investitionskreditbank AG (SIKB) und sind Teil einer langfristig angelegten Strategie. Im Mittelpunkt steht der Aufbau eines überregional vernetzten Finanzierungsökosystems, das Kapital, Know-how und Netzwerke bündelt und gezielt in saarländische Gründungen lenkt.

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2 Mio. Euro fließen in den Futury Fonds III, an dem sich das Land über die SIKB beteiligt. Der Fonds verfügt über ein Volumen von 45 Mio. Euro und investiert in technologiegetriebene Startups, etwa in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Robotik, Green Tech und Photonik. Neben dem Saarland sind auch Hessen, Rheinland-Pfalz, KfW Capital sowie mehr als 45 private Investoren engagiert. Für Startups aus dem Saarland soll sich damit der Zugang zu Wagniskapital und zu einem breiten Netzwerk an Co-Investoren verbessern.

Weitere 3 Mio. Euro stellt das Land für den Fonds U2V (University to Ventures) bereit, ebenfalls über die SIKB. U2V ist ein europäischer Frühphaseninvestor mit Fokus auf Ausgründungen aus Forschungseinrichtungen und Universitäten und ist 2025 aus dem Earlybird-X-Team hervorgegangen. Der Fonds strebt ein Zielvolumen von 60 Mio. Euro an und konzentriert sich auf KI, Novel Computing, Industrial Tech und Clean Tech. Unterstützt werden Gründerinnen und Gründer, die auf Basis europäischer Spitzenforschung skalierbare Deep-Tech-Unternehmen aufbauen wollen.

Beide Fondsbeteiligungen folgen dem Ansatz, komplementäre Venture-Capital-Partner einzubinden, um unterschiedliche Technologien, Unternehmensphasen und Gründungstypen abzudecken. So soll das saarländische Startup-Ökosystem in allen Wachstumsphasen Zugang zu Kapital, Netzwerken und Co-Investoren erhalten. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die vom Bund ausgezeichnete Startup-Factory SouthwestX ein. Sie fungiert als Plattform, die Startups, Fonds, Hochschulen, Industriepartner und öffentliche Akteure zusammenführt, Gründungen begleitet und dafür sorgt, dass vorhandene finanzielle Mittel effizient im Saarland eingesetzt werden. Perspektivisch soll auch ein eigener Fonds von SouthwestX unterstützt werden, der sich derzeit im Aufbau befindet.

Wirtschaftsstaatsekretärin Elena Yorgova-Ramanauskas ordnet die Maßnahmen als strategischen Schritt ein: „Wir wollen, dass aus den besten Ideen des Landes Wachstum, Wertschöpfung und Arbeitsplätze entstehen. Die Startup-Factory SouthwestX ist dabei eine riesige Chance für das Land. Mit den geplanten Fondsbeteiligungen sorgen wir für zusätzliches Wagniskapital, um Wachstum voranzutreiben. Die Beteiligungen sind erste Bausteine einer langfristigen Strategie, um den saarländischen Startups nachhaltigen Zugang zu Kapital, Netzwerken und Skalierungsmöglichkeiten zu eröffnen.“

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Auch die Universität des Saarlandes sieht in der neuen Struktur eine Stärkung des Forschungs- und Gründungsstandorts. Universitätspräsident Prof. Dr. Ludger Santen betont: „Die Universität des Saarlandes ist Teil eines Forschungsökosystems, das in mehreren Schlüsseltechnologien weltweit Maßstäbe setzt. Unsere Institute genießen internationale Anerkennung und ziehen Spitzenforscher aus aller Welt an. Dieses Umfeld schafft ideale Voraussetzungen für technologiegetriebene Gründungen, die aus dem Saarland heraus globale Märkte adressieren.“

Für die SIKB steht vor allem die Vernetzung im Vordergrund. „Ein starker Wirtschaftsstandort braucht belastbare Netzwerke über Regionen und Institutionen hinweg. Wer heute vernetzt ist, sichert morgen die Wettbewerbsfähigkeit. Unsere Fondsbeteiligungen sind eng mit der Startup-Factory SouthwestX verzahnt und stellen sicher, dass Kapital, Innovation und Unternehmergeist im Saarland systematisch zusammenfinden. Jetzt gilt es, dieses Start-up Ökosystem mit Leben zu füllen“, erklärte Doris Woll, Vorstandsvorsitzende der SIKB.

Ralf Zastrau, Geschäftsführer von SouthwestX und Direktor Entrepreneurship der Universität des Saarlandes, beschreibt die Fondsbeteiligungen als klares Signal: „Die Investition in Venture-Capital-Fonds ist weit mehr als eine Finanzentscheidung – sie ist ein Bekenntnis zur innovationsgetriebenen Transformation. Mit SouthwestX bauen wir eine Brücke zwischen exzellenter Forschung, unternehmerischem Mut und internationalem Wachstumskapital. So entstehen hier neue Unternehmen, neue Arbeitsplätze und echte europäische Zukunftschancen.“

Finanziert werden die Beteiligungen aus dem Transformationsfonds des Saarlandes, der durch privates Kapital ergänzt wird. In Verbindung mit der Startup-Factory SouthwestX entsteht so eine integrierte Finanzierungs- und Innovationsarchitektur. Das Land positioniert sich damit als aktiver Mitgestalter der nationalen und europäischen Venture-Capital-Landschaft und legt die Grundlage für nachhaltige Wertschöpfung, neue Arbeitsplätze und eine stärkere internationale Wettbewerbsfähigkeit.