In Saarbrücken ist eine seit vielen Jahren gewachsene Bildungsbrücke zwischen Deutschland und Frankreich neu befestigt worden. Anlässlich einer Delegationsreise der Académie de Montpellier ins Saarland haben das saarländische Bildungsministerium und die Région académique Occitanie ihre Kooperation offiziell erneuert – genau 20 Jahre nach Beginn der Partnerschaft.
Bildungsstaatssekretärin Jessica Heide und Franck Le Cars, Délégué Régional Académique aux Relations européenes et internationales der Académie de Montpellier, setzten in Saarbrücken ihre Unterschriften unter eine neue Vereinbarung. Le Cars handelte dabei in Vertretung für Carole Drucker-Godard, die Rektorin der Académie de Montpellier. Die Vereinbarung soll den grenzüberschreitenden Austausch im allgemeinbildenden und im beruflichen Bereich in den kommenden Jahren gezielt vertiefen und weiterentwickeln und jungen Menschen zusätzliche Bildungs- und Mobilitätschancen eröffnen.
Heide betonte bei der Unterzeichnung die Bedeutung der Zusammenarbeit für Europa: „Die deutsch-französische Freundschaft ist das Herz Europas – und Bildung ist ihr stärkster Motor. Seit 20 Jahren zeigen das Saarland und die Région académique Occitanie, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit jungen Menschen Perspektiven eröffnet, Horizonte erweitert und Europa im Alltag erlebbar macht. Mit der heutigen Vereinbarung geben wir dieser Partnerschaft neuen Schwung und zeigen, dass die Frankreichstrategie des Saarlandes nicht nur auf Papier besteht, sondern mit Leben gefüllt ist: Wir stärken den Austausch von Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und Lehrkräften, öffnen neue Wege der Mobilität und setzen dabei bewusst auch einen Fokus auf Schulen mit besonderen Herausforderungen. So investieren wir gemeinsam in Chancengerechtigkeit, Verständigung und ein starkes Europa.“
Die Kooperation zwischen dem Saarland und der Académie de Montpellier besteht seit 20 Jahren und gilt als wichtiger Baustein der Frankreichstrategie des Landes. Besonders sichtbar ist sie in der beruflichen Bildung: Seit 2017 wurden drei deutsch-französische Berufsschulzweige aufgebaut – in Hotellerie und Gastronomie, im Tourismus sowie im Bereich Bauwesen, Energie und Informationssysteme. Diese Angebote entstehen in enger Zusammenarbeit zwischen saarländischen Berufsbildungszentren und Partnerlyzeen in Montpellier und Nîmes.
Die nun erneuerte Vereinbarung setzt mehrere Schwerpunkte. Im Mittelpunkt stehen der Austausch zwischen Schulen, insbesondere auch in sozial benachteiligten Regionen, sowie der Ausbau von Austauschmöglichkeiten im allgemeinbildenden Bereich. Geplant ist zudem, Individual- und Kurzzeitmobilitäten weiter auszubauen und die berufliche Bildung noch stärker zu verankern. Ein besonderer Fokus des Saarlandes liegt dabei auf der Einbindung der sogenannten Startchancen-Schulen.
Darüber hinaus sieht die Kooperation vor, das regionale Sauzay-Programm wiederzubeleben und weiterzuentwickeln. Auch der Ausbau deutsch-französischer Ausbildungsgänge, neue Schulpartnerschaften im beruflichen Bereich sowie verstärkte Austauschformate für Lehrkräfte sind vorgesehen. Dazu zählen etwa Job Shadowings und gemeinsame Fortbildungen, die Lehrkräften Einblicke in das jeweils andere Bildungssystem ermöglichen sollen.
Die Vereinbarung ist zunächst auf vier Jahre angelegt. Für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen greifen beide Partner auf etablierte Förderprogramme zurück, darunter Erasmus+, ProTandem und das Deutsch-Französische Jugendwerk. Sie sollen helfen, die finanziellen und organisatorischen Grundlagen für den Austausch zu sichern und die Bildungskooperation zwischen Saarland und Région académique Occitanie in den kommenden Jahren weiter zu stabilisieren.


















