Ein Jubiläum mit vielen Facetten, Erinnerungen und Begegnungen: Am vergangenen Wochenende beging die Kreis- und Universitätsstadt Homburg das 30-jährige Bestehen ihrer Patenschaft mit dem Minenjagdboot „Homburg“. Vier Tage lang war eine Delegation der Besatzung in der Stadt zu Gast – mit offiziellen Empfängen, einem bunten Rahmenprogramm und einem feierlichen Abschluss am Sonntag auf dem Hauptfriedhof.
Zum Ende des Besuchs stand am Sonntag die Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof im Mittelpunkt. Oberbürgermeister Michael Forster, Bürgermeister Manfred Rippel und der Vorsitzende der Marinekameradschaft Homburg, Manfred Abel, verabschiedeten gemeinsam mit Fregattenkapitän Inka von Puttkamer, Kommandeurin des 3. Minensuchgeschwaders, und Kapitänleutnant Cornelia Just, Kommandantin der „Homburg“, die Delegation.
Forster bedankte sich für die Teilnahme und machte deutlich: „Es ist unser fester Wille, nach diesem Jubiläum noch viele weitere Jubiläen zu feiern.“ Zugleich unterstrich er, dass die vergangenen Tage ein starkes Zeichen gewesen seien, „dass wir als Zivilgesellschaft hinter Ihnen und der Bundeswehr in Ihrer Gesamtheit stehen“.

Foto: Michael Klein/ Stadtverwaltung Homburg
Von Puttkamer sprach von einem Wochenende, das der Besatzung in bester Erinnerung bleiben werde. Besonders bewegend sei die Kranzniederlegung gewesen, bei der gemeinsam mit der Stadt am Grab des Marinesoldaten Karl-Otto Lembert gedacht wurde. Der 24-Jährige war 1944 vor der niederländischen Küste gefallen – eine Geschichte, die Schülerinnen und Schüler des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums zusammen mit dem Stadtarchiv aufgearbeitet hatten. Schülervertreter Felix von Weymeirsch zeichnete die Vita Lemberts nach und gab dem Gedenken so einen ganz persönlichen Rahmen.
Weitaus lebhafter präsentierte sich das Jubiläumswochenende zuvor. Schon am Donnerstag war die Delegation in Homburg eingetroffen, am Freitag wurde im Saalbau die Ausstellung „Meer know-how. Marine erleben“ eröffnet, die noch bis 10. Oktober zu sehen ist. Am Samstag stand die Innenstadt ganz im Zeichen von „Meer erleben“ auf dem Christian-Weber-Platz, wo zahlreiche Partner Aktionen präsentierten und Karlsberg-Chef Christian Weber den traditionellen Fassbieranstich für die Gäste vornahm.
Am Abend folgte der offizielle Empfang im Saalbau. Oberbürgermeister Forster begrüßte zahlreiche Gäste, darunter neben Inka von Puttkamer und Kapitänleutnant Just auch den ehemaligen Kommandanten Hauke Börm, Klaus Lieser von der Erstbesatzung sowie den Präsidenten des Deutschen Marinebundes, Heinz Maurus. Er dankte allen Beteiligten für die lebendige Patenschaft und hob hervor, dass die Stadt mit diesem Jubiläum ein Zeichen der Verbundenheit setze.

Dank und Anerkennung
Inka von Puttkamer fand herzliche Worte für die jahrzehntelange Unterstützung. Mit einem Augenzwinkern erinnerte sie an die kulinarischen Grüße aus Homburg – von Karlsberg über Crémant bis hin zu Lachs – die immer wieder ihren Weg an die Ostsee finden. Auch Kommandantin Cornelia Just bedankte sich für die Gastfreundschaft und betonte, wie wichtig es für die Besatzung sei, inmitten vieler Seetage und Prüfungen Rückhalt aus der Heimat zu spüren.

Heinz Maurus brachte es in norddeutscher Manier auf den Punkt: „Ihr habt das ganz ordentlich gemacht“ – ein Lob, das er als das höchstmögliche von einem Norddeutschen erklärte. Er nutzte die Gelegenheit, um auf die Arbeit des Deutschen Marinebundes mit seinen rund 10.000 Mitgliedern einzugehen, und überreichte Urkunden und Medaillen an die Stadt, die Marinekameradschaft sowie an die Kommandeurin und die Kommandantin.
Ein Konzert als Höhepunkt
Musikalisch bildete das Konzert des Musikkorps der Reservisten der Bundeswehr den Höhepunkt des Samstags. Unter der Leitung von Michael Schmidt und Claudia Wälder-Jene boten die Musiker ein abwechslungsreiches Programm, das mit einem flotten Marsch begann und das Publikum schnell in seinen Bann zog.

Zuvor hatte Manfred Abel für die Marinekameradschaft einen Rückblick auf drei Jahrzehnte Patenschaft gegeben. Er erinnerte an Höhepunkte wie die Taufe der „Homburg“ 1994 durch Helga Ulmcke, ging aber auch noch weiter zurück zur früheren Verbindung mit dem Minensuchboot „Spica“. Besonders geehrt wurde Klaus Lieser von der Erstbesatzung. Mit den traditionellen Worten „immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ wünschte Abel dem Boot und seiner Besatzung alles Gute.
Ein Wochenende der Begegnungen
Am Ende stand ein Wochenende, das die enge Verbindung zwischen Stadt, Marine und Bürgerschaft eindrucksvoll zeigte. Offizielle Empfänge, Begegnungen auf dem Marktplatz, das Benefizkonzert und die stille Kranzniederlegung fügten sich zu einem Mosaik aus festlicher Freude und würdigem Gedenken.
Für Oberbürgermeister Michael Forster war es mehr als nur ein Jubiläum: „Dieses Wochenende hat gezeigt, dass unsere Patenschaft lebendig ist – und dass sie auch in Zukunft weitergeführt wird.“ Die vielen Begegnungen, der Austausch und die große Gastfreundschaft machten deutlich: Die „Homburg“ hat in Homburg ein Zuhause.
Bildergalerie: Alle Bilder Friedel Simon


















































































































