Anlässlich des Weltwassertag der Vereinten Nationen, rückt auch in St. Ingbert eine Ressource in den Fokus, die im Alltag oft als selbstverständlich gilt: sauberes Trinkwasser aus dem Hahn. 127 Liter verbraucht jeder Mensch in Deutschland durchschnittlich pro Tag – und muss dafür rechnerisch nur eine einzige Minute arbeiten. Was hierzulande nach einer Nebensächlichkeit klingt, ist für Millionen Menschen weltweit unerreichbarer Luxus. Genau auf dieses Ungleichgewicht wollen die Vereinten Nationen seit 1993 jedes Jahr aufs Neue aufmerksam machen.
Für die Region St. Ingbert und den Bliesgau hat das Thema eine besondere Dimension. Das Trinkwasser stammt dort zu hundert Prozent aus Grundwasservorkommen. Damit die Versorgung auch in Zukunft gesichert bleibt, braucht es einen konsequenten Grundwasserschutz und eine nachhaltige Bewirtschaftung der unterirdischen Reserven. Oberbürgermeister Ulli Meyer betont die überörtliche Tragweite: „Die Trinkwasserressourcen in St. Ingbert und im Bliesgau haben für das Saarland eine große Bedeutung, die weit über das Stadtgebiet hinausreicht.“
Einen strategischen Rahmen für diese Aufgabe liefert der Masterplan „Zukunftssichere Wasserversorgung im Saarland 2040″. Das Konzept wurde 2024 unter Beteiligung des Innenministeriums, des Gesundheitsministeriums, der zuständigen Behörden und der saarländischen Wasserversorger erarbeitet. Es dient zugleich als Bestandsaufnahme und als Startpunkt für einen fortlaufenden Prozess, der die Trinkwasserversorgung im gesamten Bundesland nach den Leitprinzipien guter wasserfachlicher Praxis stärken und weiterentwickeln soll.
Die Biosphären-Stadtwerke St. Ingbert haben sich diesem Prozess bereits aktiv angeschlossen. In einer umfangreichen Analyse anhand von Schlüsselkennzahlen und dem Monitoring relevanter Vergleichsparameter fiel die Erstbewertung positiv aus. Auf dieser Grundlage identifiziert der kommunale Versorger nun laufend Verbesserungspotenziale, um die Ziele des Masterplans zu erreichen und das hohe Niveau der örtlichen Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern. Dass sich sämtliche Wasserversorger des Saarlandes zu ihrer Verantwortung bekennen, begrüßt Meyer ausdrücklich: „Dass sich alle Wasserversorger des Saarlandes mit dem Masterplan 2040 zu ihrer Verantwortung bekennen, ist daher sehr zu begrüßen.“
Der Weltwassertag erinnert daran, dass Trinkwasser weit mehr ist als ein technisches Versorgungsthema. Es geht um Daseinsvorsorge im eigentlichen Wortsinn – in St. Ingbert genauso wie überall auf der Welt. Wer also den Wasserhahn aufdreht, darf sich ruhig einen Moment bewusst machen, welcher Aufwand hinter dem klaren Strahl steckt, der so mühelos ins Glas fließt.




















