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Ein Jahrhundert Vereinsgeschichte, zahlreiche Gäste aus Politik und Sport und ein Festtag, der weit über einen Rückblick hinausging: Der Schwimmclub Homburg hat am Sonntag sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur das Jubiläum selbst, sondern auch eine Botschaft, die aktueller kaum sein könnte: Schwimmen lernen darf keine Frage des Geldbeutels sein.

Die Erste Vorsitzende Rosa Repossi nutzte ihre Ansprache deshalb für einen deutlichen Appell. „Der Zugang zu Sport, Bewegung und insbesondere zum Schwimmen lernen und üben, soll nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein, sondern allen Menschen offenstehen“, sagte sie. Schwimmen sei eben mehr als Sport. „Schwimmen kann Leben retten.“ 

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Für den Verein ist das keine abstrakte Forderung. Der Schwimmclub stellte das Thema auch praktisch in den Mittelpunkt seines Jubiläumstages und bot kostenlos die Abnahme von Schwimmabzeichen an. Am Ende konnten die Trainer neun Kindern zum Seepferdchen und neun weiteren zum Freischwimmer gratulieren. Bewusst verzichtete der Schwimmclub auf einen klassischen Jubiläumsfestakt in einem Saal. Gefeiert wurde dort, wo der Verein seinen Alltag verbringt: im KOI.

Oberbürgermeister Michael Forster griff genau diesen Gedanken in seiner Ansprache auf. Bei einem 100-jährigen Jubiläum gebe es normalerweise „einen Festakt mit großen Reden“. Dass sich der Schwimmclub stattdessen entschieden habe, „das hier im KOI zu machen“, finde er „richtig klasse“, sagte Forster.  Gleichzeitig erinnerte der Oberbürgermeister daran, dass eine solche Vereinsarbeit nur mit vielen Helfern, Betreuern und Trainern möglich sei. „Vielen Dank für Ihren Einsatz für den Schwimmsport“, richtete er sich an die Ehrenamtlichen. 

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Forster blickte zudem auf die Geschichte des Vereins zurück. Die Anfänge des Schwimmclubs lagen demnach noch an Gewässern wie dem Schlossweiher in Jägersburg, ehe mit dem Bau von Schwimmbädern nach dem Krieg auch der organisierte Schwimmsport an Bedeutung gewann. Heute unterstützt die Stadt den Schwimmsport nach Angaben Forsters mit erheblichen Mitteln. Allein für die Voraussetzungen rund um den Schwimmbetrieb würden jährlich mehr als 400.000 Euro investiert. 

Politik nimmt den Appell auf

Auch Innen- und Sportminister Reinhold Jost griff das zentrale Thema des Tages auf. Schwimmen dürfe nicht nur als Vergnügen verstanden werden, sondern vermittle „teilweise lebenswichtige Kenntnisse“. Sein Dank gelte deshalb allen, die Kindern beibringen, sich sicher im Wasser zu bewegen und in gefährlichen Situationen richtig zu reagieren. Zugleich verwies Jost auf die Verantwortung der öffentlichen Hand. In den vergangenen Monaten seien 113 Millionen Euro in ein Sonderförderprogramm für kommunale Schwimmbäder geflossen. Gerade solche Investitionen seien wichtig, „um beispielsweise Schwimmen zu vermitteln“. 

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Auch beim Zugang zu den Angeboten sagte der Minister Unterstützung zu. Die Vereine sollten nicht allein gelassen werden, wenn es darum gehe, Grundkosten zu tragen und Schwimmausbildung dauerhaft zu ermöglichen. „Ihr könnt euch an der Stelle auf uns verlassen“, sagte Jost. 

100 Jahre – getragen vom Ehrenamt

Repossi stellte in ihrer Rede zugleich die Menschen in den Mittelpunkt, die den Verein über Jahrzehnte geprägt haben. 100 Jahre Schwimmclub seien „100 Jahre von den Menschen, die ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihre Leistung für andere ehrenamtlich neben Beruf und Familie eingesetzt haben“.  Dieser Gedanke zog sich durch den gesamten Nachmittag. Denn ohne Trainer, Helfer und Vorstandsmitglieder wäre weder das regelmäßige Training noch ein Jubiläum dieser Größenordnung möglich.

Besonders deutlich wurde die lange Geschichte des Vereins bei einer Ehrung: Kurt Schirra erhielt mit 96 Jahren eine Ehrenurkunde für 72 Jahre Mitgliedschaft im Schwimmclub. Eine Vereinszugehörigkeit über mehr als sieben Jahrzehnte ist dabei fast schon eine eigene Chronik – und steht stellvertretend für die Kontinuität, die einen Verein überhaupt erst 100 Jahre alt werden lässt.

600 Tombola-Preise und Freibadtour des SR

Der Jubiläumstag war bewusst nicht allein als offizieller Festakt angelegt. Bei einer großen Tombola wurden insgesamt 600 Preise verlost. Für Kinder gab es Mal- und Bastelstationen, außerdem wurde Aquafitness vorgestellt. Auch der Saarländische Rundfunk war vor Ort und machte mit seiner Freibadtour beim Schwimmclub seinen finalen Halt. Damit bekam der Geburtstag einen Rahmen, der gut zum Verein passte: sportlich, offen und familienfreundlich. Unterstützt wurde die Feier von zahlreichen Sponsoren und Partnern.

Ein Jubiläum mit Blick nach vorne

Nach 100 Jahren hätte sich der Schwimmclub Homburg problemlos einen Tag lang selbst feiern können. Stattdessen stellte der Verein eine Frage in den Mittelpunkt, die weit über das Jubiläum hinausgeht: Wie gelingt es, möglichst jedem Kind das Schwimmen beizubringen? Genau darin lag die eigentliche Stärke dieses Geburtstags. Der Verein blickte zurück, ehrte langjährige Mitglieder und feierte seine Geschichte – verband all das aber mit einem sehr aktuellen Anliegen. Oder wie Rosa Repossi es auf den Punkt brachte: „Schwimmen ist mehr als ein Sport.“ 

Alle Bilder: Friedel Simon

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