Kürbisse, frisches Brot, Käse, Wildspezialitäten und dazu bestes Herbstwetter: Der Landmarkt Saar-Pfalz hat am vergangenen Samstag wieder viele Besucher in die Homburger Innenstadt gezogen. Nach einem Jahr Pause kehrte die Veranstaltung mit 31 Ausstellern zurück – und zeigte zwischen Historischem Marktplatz und Eisenbahnstraße, wie gut Regionalität, Direktvermarktung und Innenstadtleben zusammenpassen können.
Schon am Vormittag herrschte rund um den Historischen Marktplatz reger Betrieb. Zwischen den Ständen wurde probiert, eingekauft und mit den Produzenten gesprochen. Gerade die herbstliche Jahreszeit spielte dem Landmarkt dabei in die Karten: Kürbisse, Äpfel, Pflanzen und Dekorationen bestimmten das Bild, dazu kamen Käse, Fleisch- und Wurstwaren, Backwaren, Marmeladen, Säfte, Liköre, Biere und Öle. Insgesamt waren in diesem Jahr 31 Aussteller und Teilnehmer dabei. Viele von ihnen kamen aus dem Saarland und der näheren Region, weitere aus Rheinland-Pfalz und dem angrenzenden Frankreich.
Eröffnet wurde der Landmarkt von Homburgs hauptamtlichem Beigeordneten Philipp Scheidweiler. Für die musikalische Begleitung sorgten dabei zunächst Philipp Heinz und Leopold Köhler von der Musikschule Homburg, außerdem gehörten die Jagdhornbläser Bliesberger Hof auch diesmal zum traditionellen Auftakt.
Scheidweiler erinnerte daran, dass der Landmarkt nach einem Jahr Unterbrechung wieder in die Innenstadt zurückgekehrt war. Die Veranstaltung sei vor vielen Jahren gemeinsam mit der Saarpfalz-Touristik ins Leben gerufen worden und werde inzwischen von der Stadt Homburg und der Homburger Kulturgesellschaft weitergeführt.
„Ich glaube, der Landmarkt passt sehr, sehr gut zu Homburg“, sagte Scheidweiler bei der Eröffnung. Gerade der Herbst sei für das Angebot auf dem Markt die richtige Jahreszeit. Und auch das Wetter spielte mit. „Das Wetter bestellen wir eigentlich jedes Jahr so, wie es heute ist. Es klappt nicht immer, aber heute hat es funktioniert“, meinte Scheidweiler mit einem Augenzwinkern.
Einkaufen direkt beim Erzeuger
Der besondere Reiz des Landmarktes liegt dabei nicht allein in der Auswahl. Viele Produkte kommen direkt von den Betrieben, die sie selbst herstellen, anbauen oder verarbeiten. Wer wissen wollte, woher ein Käse stammt, wie ein Produkt hergestellt wird oder was gerade Saison hat, konnte direkt mit den Erzeugern ins Gespräch kommen. Der Markt wurde so weniger zu einer Aneinanderreihung von Verkaufsständen als vielmehr zu einer kleinen Leistungsschau regionaler Produzenten.
Für Scheidweiler ist genau das auch eine Frage der Nachhaltigkeit. „Es sind überwiegend oder eigentlich ausschließlich regionale Händler da“, sagte er. Regional einzukaufen sei eine Möglichkeit, Nachhaltigkeit im Alltag tatsächlich zu leben. Sein Appell an die Besucher: „Unterstützen Sie die örtlichen Händler, nicht nur heute, sondern das ganze Jahr über.“
Ziegen werden erneut zum Publikumsmagneten
Vor allem Familien fanden auf dem Markt ebenfalls einiges zu entdecken. Der Bernhardshof aus Berglangenbach war wieder mit seinen Ziegen nach Homburg gekommen. Die Tiere sorgten zwischen den Verkaufsständen schnell für Aufmerksamkeit und ermöglichten gerade den jüngeren Besuchern einen unmittelbaren Kontakt zu den Tieren. Gleichzeitig konnten die Betreiber Fragen zur Haltung und zum Betrieb beantworten. Damit bekam der Markt neben Einkauf und Genuss auch wieder seinen landwirtschaftlichen Charakter.
Kleidertausch statt Neukauf
Zum Landmarkt-Wochenende gehörte diesmal noch ein zweites Angebot, das ebenfalls den Gedanken der Nachhaltigkeit aufgriff. Bei der Kleidertauschbörse konnten gut erhaltene Stücke weitergegeben und gegen andere Kleidung getauscht werden. Organisiert wurde die Aktion von Chantal Janik gemeinsam mit Robert Wöbeking, Lea Freiler, Karolin Schneider und Lea Breit.
Für das Team war es keineswegs die erste Ausgabe. „Das ist heute die fünfte Veranstaltung“, berichtete Janik. Pro Termin kämen nach ihren Angaben jeweils rund 140 Teilnehmer. Dass das Konzept angenommen wird, zeigt auch der nächste bereits feststehende Termin: Am 30. Januar 2027 soll die Kleidertauschbörse erneut stattfinden.
Mehr als nur ein Einkaufstag
Am Ende zeigte der Samstag, warum der Landmarkt seit Jahren seinen festen Platz im Homburger Veranstaltungskalender hat. Natürlich ging es um Lebensmittel und regionale Produkte. Gleichzeitig aber auch darum, Erzeuger und Kunden direkt zusammenzubringen, Landwirtschaft sichtbar zu machen und Menschen in die Innenstadt zu holen.
Mit 31 Ausstellern, den Angeboten auf dem Historischen Marktplatz und in der Eisenbahnstraße sowie der parallel stattfindenden Kleidertauschbörse entstand daraus ein abwechslungsreicher Samstag, bei dem Regionalität nicht nur auf Plakaten stand, sondern an vielen Stellen ganz praktisch zu erleben war.
Alle Bilder: Friedel Simon























































































