Der 58-jährige Manfred Rippel ist seit sieben Jahren Ortsvertrauensmann in Bruchhof-Sanddorf. - Foto: Bill Titze

Viele Jahre ist Manfred Rippel nun schon in der Kommunalpolitik aktiv, seit 2014 als Ortsvertrauensmann von Bruchhof-Sanddorf. Da sammelt sich einiges an Erfahrungen an. Mit HOMBURG1 hat Rippel nun darüber gesprochen, was für ihn als Ortsvertrauensmann besonders wichtig ist, wo die Probleme im Dorf liegen – und was seine größte Niederlage war.

Manfred Rippel ist ein zugänglicher Typ. Hemdsärmelig, jovial – ein Mann, der eben gut mit Menschen kann. Beim Rundgang über das Firmengelände seines Arbeitgebers, wo HOMBURG1 Rippel besucht, hat er für jeden ein Wort übrig. Ein kurzes „Schwätzchen“ hier, eine kleine Frotzelei da. Kommunikation ist dem 58-Jährigen wichtig, daran gibt es keinen Zweifel.

Und das nicht nur bei der Arbeit, sondern auch in dem anderen „Job“, den er ausübt: Ortsvertrauensmann von Bruchhof-Sanddorf. „Miteinander zu reden, alle mitzunehmen, das ist das A und O bei dieser Tätigkeit“, unterstreicht der 58-Jährige denn auch im Gespräch. „Bei wichtigen Entscheidungen hole ich mir immer das Meinungsbild von Vereinen und Verbänden vor Ort ein, um das Ganze auf möglichst breite Füße zu stellen.“ Doch manchmal reicht das noch nicht aus.

Wie bei der Lärmschutzwand entlang der Bahnstrecke. „Da habe ich viele Stunden mit Einzelgesprächen zugebracht, um die Bürger von dem Projekt zu überzeugen. Nur so funktioniert das.“ Tatsächlich hat sich die Überzeugungsarbeit gelohnt, denn seit 2020 ist besagte Wand neben den Gleisen installiert. Ein großer Erfolg für Rippel als Ortsvertrauensmann, vielleicht der größte bisher. „Da war ich wirklich dankbar für die Vernunft der Anwohner.“

Denn die ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, wie Rippel erklärt. Die Leute würden immer egoistischer. „Das Interesse für das große Ganze nimmt ab und da müssen wir als Politik höllisch aufpassen.“ Beispiel illegale Müllentsorgung. Jede Woche bekomme er Hinweise von Bürgern über nicht ordnungsgemäß entsorgten Müll. „Das ärgert mich wirklich kolossal. Ich verstehe nicht, wieso manche Menschen das nicht hinbekommen. Es gibt eben Regeln und an die muss man sich halten.“

So wie im Straßenverkehr, der einen der Hauptschwerpunkte seiner Arbeit ausmacht. Zu schnelles Fahren, Parkstreitigkeiten und Rechts-vor-links-Regeln – gerade mit solchen Themen treten die Bürger an Rippel heran. „Vor allem in der Hauptstraße gibt es viele Beschwerden über die, aus Sicht der Anwohner, zunehmende Verkehrsbelastung.“ Er selbst ist genau an dieser Hauptstraße, der Kaiserslauterer Straße als Hausgeburt zur Welt gekommen. Ein waschechter Bruchhofer also, der im Dorf aufgewachsen ist und heute noch dort arbeitet. „Es macht mir einfach Spaß für die Leute da zu sein und ihre Probleme zu lösen“, sagt Rippel, der in vielen der rund 35 Vereine vor Ort aktiv ist und auch im Homburger Stadtrat sitzt.

Die Kaiserslauterer Straße in Bruchhof – Bild: Stephan Bonaventura

Doch nicht immer ist diese Suche nach Lösungen von Erfolg gekrönt. So wurde die Sparkassen-Filiale in Bruchhof 2018 geschlossen. „Das war meine bisher größte Niederlage als Ortsvertrauensmann.“ Gekämpft „bis aufs Messer“ habe Rippel da. „Doch am Ende stand eine Entscheidung, die mir zwar nicht gefallen hat, die ich aber akzeptieren musste.“

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt eigentlich auch nicht. Die Probleme werden schließlich nicht weniger. So hat sich Rippel das Ziel gesteckt, in den kommenden Jahren die Frage nach Wohnraum verstärkt in den Blick zu nehmen. „Der ist in Bruchhof-Sanddorf sehr knapp und dementsprechend teuer. Wir müssen da einfach eine Verdichtung des Wohnraums hinbekommen, um die Situation zu verbessern.“ Außerdem steht noch die Wiederbelebung der Karlsbergquelle auf seiner Agenda.

Die Hauptstraße in Sanddorf – Bild: Stephan Bonaventura
Bild: Stephan Bonaventura

Rippel hat also viel zu tun. Mehrere Stunden in der Woche sei er als Ortsvertrauensmann eingespannt. „Das funktioniert aber nur, weil ich einen Arbeitgeber habe, der dieses Engagement toleriert, wofür ich sehr dankbar bin.“ Dank gibt es laut Rippel auch aus der Bevölkerung, wenn etwas gut geklappt hat. „Es gibt aber natürlich auch negative Rückmeldungen, wenn etwas nicht funktioniert.“ Doch es fällt nicht schwer sich vorzustellen, dass der Ortsvertrauensmann dann erst recht das Gespräch sucht. Und mit einem „Schwatz“ oder der ein oder anderen Frotzelei die Wogen glättet.

 

 

 

 

 

 

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