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Symbolbild

Drei Kinder in drei Jahren, jedes von ihnen ein Frühchen – was Familie Caruso aus Saarbrücken erlebt hat, ist selbst für erfahrene Mediziner eine Seltenheit. „Drei Schwangerschaften, die nicht bis zum Termin ausgetragen werden konnten, erleben wir nur sehr selten“, sagt Dr. Marie-Claire Detemple, Chefärztin der Kinder- und Jugendklinik am Klinikum Saarbrücken. Für die Eltern Lisa und ihren Mann bedeutete jede Geburt den Beginn einer wochenlangen Ausnahmesituation auf der Kinderintensivstation des Winterbergs. Statt die ersten Lebenstage zu Hause zu verbringen, begleiteten sie ihre Neugeborenen im Inkubator, feierten jeden kleinen Fortschritt und mussten Rückschläge verkraften.

Vincenzo kam zehn Wochen vor dem errechneten Termin zur Welt, seine Schwester Livia acht Wochen zu früh. Der jüngste Sohn Enrico hatte den dramatischsten Start: Er wurde bereits nach nur 26 Schwangerschaftswochen geboren, wog gerade einmal 900 Gramm. Als Extremfrühchen entwickelte er mehrere schwere Komplikationen, darunter eine Darmentzündung und Krampfanfälle. Die Eltern organisierten eine Nottaufe, weil sie mit dem Schlimmsten rechneten. Doch Enrico kämpfte sich durch. „Dass Enrico lebt und sich so gut entwickelt, ist ein Wunder“, erzählt Mutter Lisa Caruso. Heute sind alle drei Geschwister zwischen zwei und vier Jahre alt – drei kleine Wirbelwinde, wie die Familie sie nennt.

Hinter dieser Geschichte stecken Jahre voller Sorgen, Hoffen und Warten. Nach einer langen Zeit unerfüllten Kinderwunsches wurde Lisa überraschend schwanger und brachte innerhalb von weniger als drei Jahren alle drei Kinder im Klinikum Saarbrücken zur Welt, jedes Mal weit vor der 34. Schwangerschaftswoche. Der Alltag der Familie pendelte zwischen Klinikbesuchen, Haushalt und der Betreuung der älteren Geschwisterkinder. Eine Doppelbelastung, die an die Substanz ging. „Unsere Wahrnehmung für die üblichen Alltagsprobleme hat sich verändert. Wir nehmen diese leichter. Ernst wird es, wenn es um die Gesundheit geht“, beschreibt die 36-Jährige, wie die Erfahrungen ihren Blick auf das Leben verändert haben.

Dass die Familie diese Zeit durchstehen konnte, lag auch an einem engmaschigen Netz aus medizinischer, psychologischer und sozialmedizinischer Betreuung. Auf der Kinderintensivstation KIS 20 des Perinatalzentrums Level 1 kümmerten sich Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte rund um die Uhr um die Frühgeborenen. Psychologin Gabriele Grube begleitete Lisa Caruso durch die emotional belastendsten Phasen, half ihr, Ängste einzuordnen und neue Perspektiven zu finden. „Für Eltern bedeutet das eine enorme körperliche und seelische Belastung. Umso beeindruckender ist, mit welcher Stärke die Carusos diesen Weg gegangen sind“, betont Chefärztin Detemple. „Wir sind dankbar, dass wir sie im Perinatalzentrum Level 1 eng begleiten konnten.“

Eine besondere Rolle spielte die Sozialmedizinische Nachsorge, die bereits während des Klinikaufenthalts einsetzt und nach der Entlassung zu Hause weitergeführt wird. Kinderkrankenschwester und Case-Managerin Marion Herrmann betreute nacheinander alle drei Kinder der Familie, unterstützte bei sozialrechtlichen Fragen und vernetzte die Eltern mit Fachärztinnen, Therapeuten und weiteren Hilfsangeboten. Für Lisa Caruso wurde diese Begleitung zur zentralen Stütze in einer Zeit, in der jeder Tag neue Herausforderungen brachte. „Die Sozialmedizinische Nachsorge war das Allerbeste. Bei Fragen, Problemen oder Sorgen konnte ich mich immer melden, sie hatten immer Zeit für uns und wussten für alles einen Ausweg“, sagt sie. Bis heute hält sie den Kontakt zum Team.

Die Geschichte der Carusos macht greifbar, wie entscheidend das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen für Familien mit Frühgeborenen ist. Medizinische Spitzenversorgung allein reicht nicht aus, wenn Eltern nach der Entlassung mit ihren Fragen und Sorgen allein dastehen. Erst das Ineinandergreifen von intensivmedizinischer Behandlung, psychologischer Begleitung und nachsorgender Betreuung gibt Familien wie den Carusos die Sicherheit, die sie brauchen. „Sie waren immer für uns da, jeden Tag, über all die Zeit“, fasst Lisa Caruso zusammen, „und darüber hinaus.“ Drei Frühstarter, ein langer Weg – und ein Netzwerk, das trug, als es darauf ankam.

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