Symbolbild

Der Internationale Frauentag – auch Weltfrauentag genannt – wurde 1911 das erste Mal begangen. 1977 wurde er in einer Resolution der UN-Generalversammlung zum „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ ausgerufen und findet jährlich am 8. März statt und in diesem Jahr zum 110. Mal. Vom 1. bis zum 31. März informieren Gewerkschaften, Parteien, Frauengruppen und -verbände landesweit über ihre Arbeit, machen auf Benachteiligungen von Frauen aufmerksam und stellen Forderungen an die Politik.

Anlässlich des 110. Internationalen Frauentages am 8. März 2021 erklärt die saarländische Frauenministerin Monika Bachmann: „In den vergangenen Jahren konnten wir viele wichtige Entwicklungen für die Emanzipation der Frau und gegen Diskriminierung sehen. Dennoch liegt noch ein weiter Weg vor uns. In vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sind Frauen immer noch stark unterrepräsentiert – allein aufgrund ihres Geschlechtes. Vor allem in der Berufswelt müssen wir daher veralteten Rollenbildern gemeinsam entgegenwirken.

Dabei steht für mich vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Vordergrund. Denn nicht erst seit der Pandemie beobachten wir, dass Frauen im Haushalt den Bärenanteil leisten müssen – von der Kinderbetreuung bis zum Abendessen. Daher setze ich mich seit Jahren unter dem Motto „Saarland Familienland“ dafür ein, dass Betriebe, Unternehmen und Kommunen in unserem Land gerade junge Eltern unterstützen. In vielen Unternehmen, aber auch im öffentlichen Dienst haben wir daher mit dem Landesgleichstellungsgesetz aus dem Jahr 2015 eine verbindliche frauenfördernde Personalplanung geschaffen, die zudem rechtliche Grundlagen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege schafft.“ Abschließend betont die Frauenministerin: „Es ist Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Frauen und ihren Familien ermöglicht, die eigenen Lebensmodelle verwirklichen zu können.“

Landesmedienanstalt warnt: Frauenfeindlichkeit und Hass im Netz nehmen zu

Dass Frauen immer noch mit Stereotypen zu kämpfen haben und diese gerade im Netz und durch die aktuellen Entwicklungen sogar verstärkt werden, zeigte bereits die Webkonferenz der Landesmedienanstalt Saarland (LMS) zum Thema „Weibliche Rollenbilder, KI und Social Media“ im November letzten Jahres auf. „Vor allem im Internet nehmen Hass und Gewalt gegen Frauen sowie Diskriminierung zu. Diese Fehlentwicklungen im Netz müssen ernst genommen, analysiert und eingedämmt werden. Maßnahmen zur Bekämpfung von Frauenfeindlichkeit in den digitalen Medien sind wichtiger denn je“, betont Ruth Meyer, Direktorin der LMS.

Die LMS setzt sich dafür ein, die Betreiber von Plattformen stärker in die Pflicht zu nehmen und sinnvolle Regulierungen zu schaffen. Denn mit der Selbstverständlichkeit, mit der Frauenhass im Netz kommuniziert wird, geht allgemein eine wachsende Radikalisierung im digitalen Raum einher. Einzelne radikale Gruppen, welche sich meist über Foren im Internet austauschen, können nach Einschätzung von Expert*innen, zu einer Gefahr für die Gesellschaft werden. Thomas-Gabriel Rüdiger belegt dies etwa in seiner Broken-Web-Theorie. Oft kündigen sich Gewalttaten im echten Leben durch frauenfeindliches Verhalten im Netz an. „Hier gilt es einzuhaken. Der digitale Raum darf kein Raum sein, in dem scheinbar alles erlaubt ist und das ohne Konsequenzen. Diskriminierung, Hass und Gewaltaufrufe in den sozialen Medien müssen stärker kontrolliert und verfolgt werden“, fordert die LMS-Direktorin Ruth Meyer. Mit der Webkonferenz im vergangenen Jahr bot die LMS einen Rahmen für eine fachlich fundierte Debatte zu klischeeartigen Rollenbildern und den damit verbundenen gesellschaftlichen Problemlagen. Ruth Meyer: „Diskriminierende Rollenbilder sind eng verknüpft mit zentralen Themenstellungen wie Jugendschutz und dem Kampf gegen Desinformation, die im Sinne der Regulierung und Aufsicht zukünftig in einem noch viel breiteren Spektrum insbesondere mit Blick auf die sozialen Medien stattfinden müssen.“

Um offener Frauenfeindlichkeit im Netz zu begegnen, plant die LMS Workshops im Bereich Medienkompetenz und wird das Thema auch 2021 in verschiedensten Veranstaltungen, wie z.B. zum Tag der Pressefreiheit aufgreifen. Die LMS will im Zuge ihrer gesellschaftlichen Verantwortung Bewusstsein in der Öffentlichkeit schaffen, z.B. mit der Einforderung einer Reform der Richtlinien sozialer Netzwerke zu Hassbotschaften und -kriminalität gegen Frauen. „Ideen gibt es auch im Bereich Games: Dialog-Angebote an die Games-Szene zur Selbstkontrolle in Bezug auf frauenfeindliche Games-Szenarien sind eine Möglichkeit von vielen“, so Ruth Meyer, welche als sich auch als Geschäftsführerin der Saarland Medien GmbH verantwortlich für die saarländische Gamesförderung „Game Base Saar“ zeichnet.

„Nicht zuletzt wird die Bekämpfung von Onlinehetze über unser Projekt `Verfolgen statt nur Löschen´ einen Kanal bieten, über den markante Kommentare einer strafrechtlichen Überprüfung und Verfolgung zugeführt werden können. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die wir als Landesmedienanstalt haben und machen uns für Frauenrechte, besonders im Bereich der Telemedien stark“, ergänzt die Direktorin der LMS: „Meinungsfreiheit erreicht dort ihre Grenzen, wo andere Grundrechte tangiert sind.“

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