Foto: MWIDE / C.S.
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Wie findet eine gute Idee aus dem Labor den Weg in die Werkshalle? Diese Frage steht im Mittelpunkt des saarländischen Förderprogramms „InnoBonus“, das kleine und mittlere Betriebe mit heimischen Forschungseinrichtungen zusammenbringt. Ein Jahr nach dem Start hat sich Wirtschaftsminister Jürgen Barke selbst ein Bild gemacht – und machte den Auftakt seiner Besuchsreihe am Freitag, 30. Oktober, bei der Wegener Härtetechnik GmbH in Homburg.

Das Prinzip ist ebenso simpel wie wirkungsvoll: Das Land übernimmt 75 Prozent der förderfähigen Projektkosten. Finanziert wird das Ganze aus dem Transformationsfonds, aus dem zehn Millionen Euro bereitstehen. Damit sollen gerade mittelständische Unternehmen ermutigt werden, die oft hohe Hürde zur Kooperation mit der Wissenschaft zu überwinden.

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„Innovationen müssen ihren Weg aus der Forschung in unsere Unternehmen finden“, betonte Barke beim Besuch. Der InnoBonus eröffne dem Mittelstand genau diese Möglichkeit: gemeinsam mit exzellenten Forschungseinrichtungen neue Ideen zu entwickeln, Prozesse zu verbessern und die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Es gehe ihm darum, vor Ort zu sehen, welche konkreten Lösungen aus dieser Zusammenarbeit entstehen.

Bei Wegener, einem Spezialisten für die Metallveredelung, der Stahl durch gezielte Verfahren widerstandsfähiger macht, laufen gleich zwei solcher Projekte. Zusammen mit dem August-Wilhelm Scheer Institut entstand eine digitale Lösung, die die Produktionsplanung vereinfacht und zugleich den CO₂-Ausstoß einzelner Chargen sichtbar macht. Die Gesamtkosten liegen hier bei rund 30.000 Euro. Das zweite Vorhaben, eine Kooperation mit dem Saarland Engineering Institute (SEI/ZeMA), automatisiert die Vorbehandlung von Gusspfannen und schlägt mit etwa 96.000 Euro zu Buche.

Für Betriebsleiter Dr. Simon Hechler liegt der Mehrwert auf der Hand. Gerade bei Digitalisierung und Automatisierung müssten neue Kompetenzen im Unternehmen aufgebaut werden, erklärte er. Der InnoBonus biete dafür „ein niedrigschwelliges Angebot“, diese Fähigkeiten über Partner zu etablieren. Die Zusammenarbeit mit den Instituten könne er jedem Unternehmen nur empfehlen.

Auch auf Seiten der Forschung fällt die Bilanz positiv aus. Viele Mittelständler hätten Ideen zur Digitalisierung ihrer Abläufe, doch oft fehlten schlicht die Ressourcen zur Umsetzung, sagte Shari Alt vom August-Wilhelm Scheer Institut. Der InnoBonus schaffe hier neue Spielräume. Max Eichenwald vom ZeMA beschreibt die Arbeitsteilung konkret: Wegener bringe das Prozess-Know-how und den Anwendungsfall mit, das Institut bewerte, welche Abläufe sich automatisieren lassen, und erprobe modulare Stationen im Versuch. Das Ergebnis sei eine Lösung, die das Einölen und Abreiben der Pfannen teilweise übernehme, sodass das Team künftig deutlich mehr davon bearbeiten könne.

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Der Homburger Termin ist nur der erste von mehreren Besuchen, mit denen Barke das erste Programmjahr abschließt. Die Zwischenbilanz kann sich sehen lassen: Seit dem Start wurden zwölf Projekte mit einer Gesamtsumme von 788.052 Euro bewilligt. Davon trägt das Land einen Zuschuss von 591.039 Euro. Weitere Informationen zum Programm und zur Antragstellung finden Interessierte unter saarland.de/innobonus.

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