Die Frontkamera hat sich zum wichtigsten Kamera-Feature auf dem Smartphone entwickelt – noch vor Nachtmodus, Farbwiedergabe oder Megapixel-Zahl. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Befragung hervor, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.006 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren durchgeführt hat. 69 Prozent der Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer gaben demnach an, dass ihnen eine leistungsfähige Selfie-Kamera bei der Wahl ihres Geräts besonders wichtig sei.
Das Ergebnis spiegelt einen Wandel im Nutzungsverhalten wider. Ob spontaner Schnappschuss mit Freunden, Videoanruf im Homeoffice oder Content für soziale Netzwerke – die nach vorn gerichtete Linse ist längst kein Nischenfeature mehr. „Eine gute Frontkamera ist kein nettes Extra mehr, sondern ein zentrales Kaufkriterium. Für viele Nutzerinnen und Nutzer ist entscheidend, dass auch Selfies oder Videoanrufe auf Anhieb in hoher Qualität gelingen“, ordnet Dr. Sebastian Klöß ein, der beim Bitkom den Bereich Consumer Technology verantwortet.
Auf den Plätzen hinter der Frontkamera folgen Eigenschaften, die eher die klassische Hauptkamera betreffen. 65 Prozent der Befragten legen Wert auf natürlich wirkende Farben und Kontraste, jeweils 61 Prozent auf überzeugende Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen sowie auf eine hohe Megapixel-Zahl. Ein starker Zoom ist für 60 Prozent relevant, eine hohe Videoauflösung für 59 Prozent. Selbst automatische Verschönerungsfunktionen, die Hautbild oder Belichtung nachträglich optimieren, spielen für mehr als die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer eine Rolle – 56 Prozent achten darauf. Weitwinkelaufnahmen stehen bei 55 Prozent auf der Wunschliste.
Vergleichsweise weniger Gewicht hat dagegen die reine Anzahl der verbauten Kameralinsen. Nur 48 Prozent schauen beim Kauf darauf, wie viele Objektive auf der Rückseite sitzen. Die Zahl deutet darauf hin, dass vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern die tatsächliche Bildqualität wichtiger ist als technische Kennzahlen auf dem Datenblatt. Gerade Hersteller, die mit drei, vier oder gar fünf Linsen werben, dürften das als Signal lesen: Entscheidend ist nicht die Menge, sondern das Ergebnis.
Nur eine kleine Minderheit gibt an, die Kamera bei der Smartphone-Wahl komplett zu ignorieren. Zehn Prozent erklären, die Kameraeigenschaften spielten für sie überhaupt keine Rolle. Weitere drei Prozent sagen, sie wollten schlicht gute Fotos machen, könnten mit den einzelnen Funktionsbezeichnungen aber wenig anfangen. Zusammengenommen zeigt die Erhebung, dass die Kamera für die überwältigende Mehrheit ein kaufentscheidendes Kriterium bleibt – und dass sich die Prioritäten dabei deutlich verschoben haben.
Die Befragung wurde telefonisch im Zeitraum von Kalenderwoche eins bis Kalenderwoche fünf 2026 durchgeführt. Unter den 1.006 Teilnehmenden befanden sich 861 Personen, die privat ein Smartphone nutzen. Die Fragestellung lautete, auf welche Kameraeigenschaften oder Funktionen die Befragten bei der Wahl ihres Smartphones achten. Die Ergebnisse sind laut Bitkom repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 16 Jahren.





















