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In Wadern soll eine neue medizinische Anlaufstelle für das gesamte Nordsaarland entstehen. Das saarländische Gesundheitsministerium und die Knappschaft Kliniken stellten dazu am Freitag in Saarbrücken ein gemeinsames Konzept vor, das die ärztliche und pflegerische Versorgung im Hochwald langfristig sichern soll. Herzstück ist eine sogenannte sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung, die ambulante, pflegerische und stationäre Angebote unter einem Dach bündelt.

„Das Ziel der saarländischen Landesregierung bei der Krankenhausplanung ist klar: eine verlässliche, wohnortnahe Versorgung, die sich konsequent am Bedarf der Menschen orientiert“, erklärte Gesundheitsminister Magnus Jung. Er setze sich dafür ein, dass im Hochwald eine neue Einrichtung entstehen könne, und zeigte sich erfreut, mit den Knappschaft Kliniken einen passenden Träger gefunden zu haben.

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Was konkret geplant ist, wurde bereits in einer Absichtserklärung, einem sogenannten Letter of Intent, festgehalten. Der stationäre Teil soll die Fachbereiche Innere Medizin und Geriatrie abdecken. Ergänzt wird das Angebot durch ambulante Operationen, telemedizinische Leistungen sowie Übergangs- und Kurzzeitpflege. Für die schnelle Diagnostik direkt am Patienten ist zudem ein spezielles Labor vorgesehen.

Die Versorgungsform, um die es hier geht, ist noch jung. Sie wurde im Zuge der Krankenhausreform von Bundesgesundheitsminister Lauterbach neu geschaffen. Erst vor wenigen Wochen einigten sich die Spitzenverbände der Krankenkassen und die Deutsche Krankenhausgesellschaft auf die finanziellen Rahmenbedingungen. Wadern könnte damit zu einem der ersten Standorte dieser Art im Saarland werden.

Für die Knappschaft Kliniken ist das Projekt mehr als eine Absichtserklärung. „Für uns ist dabei entscheidend, Versorgung nicht nur neu zu denken, sondern auch verlässlich umzusetzen“, betonte Stephan Kolling, Geschäftsführer der Knappschaft Kliniken Saar GmbH. Mit den bestehenden Strukturen und der Anbindung an die Standorte in Sulzbach und Püttlingen bringe man gute Voraussetzungen mit, um ambulante, stationäre und präventive Angebote sinnvoll zusammenzuführen.

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Auch in der Stadt selbst ist die Erleichterung groß. Bürgermeister Jochen Kuttler sprach von vielen Jahren intensiver Arbeit, die nun endlich Früchte trage. Sein Dank galt ausdrücklich Minister Jung und Geschäftsführer Kolling. Bei Grundstücksfragen und der Bauleitplanung setze Wadern auf eine enge Zusammenarbeit. „Jetzt kommt es darauf an, aus der Theorie Praxis werden zu lassen“, so Kuttler.

Denn getan ist damit noch längst nicht alles. Zunächst muss ein geeignetes Grundstück gesichert und baureif gemacht werden. Parallel laufen die Gespräche mit Kostenträgern und Kassen über Finanzierungs- und Detailfragen weiter. Ein weiterer Knackpunkt ist die Suche nach Partnern für den ambulanten Bereich.

Der Handlungsbedarf ist unstrittig. Die Gesundheitsversorgung im Nordsaarland steht seit Jahren unter Druck. Wegen geringer Auslastung und fehlender Wirtschaftlichkeit mussten stationäre Angebote an mehreren Standorten zurückgefahren werden. Hinzu kommen drohende Lücken in der ambulanten Versorgung durch unbesetzte Hausarztsitze. Der demografische Wandel und absehbare Praxisaufgaben dürften die Lage weiter verschärfen. Für Jung schafft die Vereinbarung nun die Grundlage, „indem wir ambulante, pflegerische und stationäre Leistungen eng verzahnen“.

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