Der Umbau des deutschen Stromnetzes zeigt sich in einer Zahl: 3.172.579. So viele Messlokationen sind bundesweit inzwischen mit intelligenten Messsystemen ausgestattet. Das geht aus der halbjährlichen Erhebung der Bundesnetzagentur hervor, die am Stichtag 30. Juni 2026 den Stand des Messstellenbetriebs erfasst hat. Bei insgesamt 54.135.202 gemeldeten Messlokationen entspricht das einer Quote von 5,9 Prozent.
Die Behörde sieht den sogenannten Rollout auf einem besseren Weg als zuvor. Möglich gemacht hätten das nicht zuletzt eingeleitete Aufsichtsverfahren. „Nach Eröffnung von Aufsichtsverfahren sehen wir nun, dass es bundesweit mit dem Rollout voran geht“, erklärt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Entscheidend sei jedoch nicht der bloße Einbau. Die Geräte müssten ihre Aufgabe auch tatsächlich erfüllen und Viertelstundenwerte zuverlässig erfassen und übermitteln.
Erst dann, so Müller, entfalteten die Systeme ihren Nutzen – für Verbraucherinnen und Verbraucher, für die Netzbetreiber und für die Energiewende insgesamt. Zugleich mahnte er zur Eile: „Auch um schnell zu einer größeren Systemeffizienz zu kommen, muss der Rollout weiter Fahrt aufnehmen.“
Bei der Auswertung der neuen Zahlen fiel der Bundesnetzagentur ein Fehler in der eigenen Statistik auf. Die zusammengefassten Gesamtzahlen zum Stichtag 31. Dezember 2025 enthielten Mehrfachzählungen. Betroffen waren beispielsweise Messlokationen, die sowohl eine Photovoltaikanlage von mehr als 7 kW als auch einen Jahresverbrauch von über 6.000 kWh aufweisen. Nach der Korrektur ergibt sich für das erste Halbjahr 2026 ein Zuwachs von rund 765.000 intelligenten Messsystemen, was die Quote um 1,5 Prozentpunkte anhebt. Die Kennzahlen, die den laufenden Aufsichtsverfahren zugrunde liegen, bleiben von der Berichtigung unberührt.
Eben jene Verfahren treiben den Ausbau spürbar voran. Seit März 2026 hat die Bundesnetzagentur gegen 434 Unternehmen ein Aufsichtsverfahren eröffnet, weil sie die geforderte 20-Prozent-Quote verfehlt hatten. Bei 77 Firmen lag der Wert sogar bei null Prozent. Inzwischen konnten 150 Verfahren wieder eingestellt werden – etwa, weil die Quote nachträglich erreicht wurde oder weil die Grundzuständigkeit übertragen wurde.
Die Behörde betont, dass Installation und Funktion zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Nur wenn ein Gerät nach dem Einbau tatsächlich Viertelstundenwerte erfasst und an die berechtigten Stellen weiterleitet, ist die technische Grundlage für zeitvariable Tarife, für ein transparenteres Verbrauchsverhalten und für eine effizientere Netzsteuerung geschaffen.
Künftig richtet sich der Ausbau an neuen Maßstäben aus. An die Stelle der bisherigen 20-Prozent-Zielmarke treten ab Ende 2026 die sogenannten Zeitraumquoten. Das große Ziel bleibt: Bis spätestens 2032 sollen 90 Prozent aller Pflichteinbaufälle mit intelligenten Messsystemen beziehungsweise mit Messsystemen samt Steuerungseinrichtungen ausgestattet sein.



















