Foto: Agentur Cuvée - Michael Kastl, Benny Dutka

Ein 14-Jähriger aus St. Ingbert wird im kommenden Schuljahr als Juniorbotschafter in die USA reisen – nominiert vom Bundestagsabgeordneten Esra Limbacher im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms. Henri Ullrich, Neuntklässler am Leibniz-Gymnasium, hat sich gegen andere Bewerberinnen und Bewerber aus dem Saarpfalz-Kreis durchgesetzt und darf nun ein Jahr lang in einer amerikanischen Gastfamilie leben, eine Schule besuchen und als junger Vertreter Deutschlands Brücken über den Atlantik bauen.

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm, kurz PPP, ist ein gemeinsames Stipendienprogramm des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses. Abgeordnete übernehmen dabei die Patenschaft für junge Menschen aus ihrem Wahlkreis und ermöglichen ihnen durch ein Vollstipendium einen einjährigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten. Schülerinnen und Schüler ebenso wie junge Berufstätige erhalten so die Chance, Sprache, Kultur und Alltag des anderen Landes unmittelbar zu erleben. Limbacher, der neben seinem Bundestagsmandat als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und Generalsekretär der Saar-SPD fungiert, nutzt diese Möglichkeit nach eigener Aussage bewusst auch in diesem Jahr.

Anzeige

„Junge Menschen, die die Welt entdecken wollen, brauchen Chancen“, erklärte Limbacher zu seiner Entscheidung. Henri Ullrich habe ihn im persönlichen Gespräch durch Offenheit, vielseitiges gesellschaftliches Engagement und ein ausgeprägtes politisches Interesse überzeugt. „Ich bewundere Henris Mut und seine Offenheit, sich auf diese besondere Erfahrung einzulassen“, so der Abgeordnete weiter. Solche Programme leisteten einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung, zur Demokratiebildung und zur persönlichen Entwicklung junger Menschen.

Limbacher ordnete die Entsendung auch politisch ein. Gerade in unruhigen Zeiten sei der persönliche Austausch über Grenzen hinweg wichtiger denn je. „Deutschland und die USA teilen Werte und Herausforderungen. Junge Menschen, die einander begegnen, bauen Brücken und Vertrauen – das stärkt die transatlantische Partnerschaft langfristig“, betonte er. Man dürfe sich als Gesellschaft nicht von Freundinnen und Freunden in den USA abkapseln, nur weil man mit der derzeitigen Regierung dort nicht einverstanden sei. „Gerade jetzt sollten wir den Kontakt und den Dialog stärker suchen, um uns gegenseitig zu verstehen. Das parlamentarische Austauschprogramm ist dafür ein wichtiges Mittel.“

Anzeige

Nach den Sommerferien wird Henri Ullrich seine Koffer packen und für zwölf Monate in die USA aufbrechen. Dort erwartet ihn ein Schulalltag, der sich deutlich von dem am Leibniz-Gymnasium unterscheiden dürfte, dazu das Leben in einer Gastfamilie und die Erfahrung, ein fremdes Land nicht als Tourist, sondern als Teil einer Gemeinschaft kennenzulernen. Das Vollstipendium deckt die Kosten des Aufenthalts.

Wer sich selbst für das Programm interessiert, kann bereits vorausplanen: Die Bewerbungsphase für das Stipendienjahr 2027 startet im Mai. Weitere Informationen stellt der Deutsche Bundestag auf seiner Internetseite unter www.bundestag.de/europa_internationales/ppp bereit. Die aktuelle Bewerbungsrunde läuft noch bis September.