Foto: Pressestelle-Saarpfalz-Kreis
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Wenn im Saarpfalz-Kreis über den 24. Februar gesprochen wird, fällt der Blick längst nicht mehr nur auf die Nachrichtenbilder aus der Ferne. Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist der Jahrestag hier auch mit ganz konkreten Menschen, Orten und Beziehungen verbunden – vor allem mit dem ukrainischen Partnerkreis Lwiw im Westen des Landes.

Am 24. Februar jährt sich der Beginn der umfassenden Invasion zum vierten Mal. Aus dem raschen militärischen Vorstoß Russlands ist ein langwieriger Krieg geworden, der Europa verändert und der Zivilbevölkerung großes Leid zufügt. Während auf internationalen Bühnen wie zuletzt in Abu Dhabi oder Davos vorsichtige diplomatische Signale zu hören sind, bleibt der Alltag in der Ukraine von Zerstörung, Unsicherheit und Versorgungsengpässen geprägt.

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Besonders hart trifft die Menschen der anhaltende Beschuss der Energieinfrastruktur. In der aktuellen Winterperiode hat das die humanitäre Lage noch einmal deutlich verschärft. Berichte aus der Hauptstadt Kiew sprechen davon, dass zeitweise knapp 4.000 Haushalte ohne Strom und Heizung in der Kälte ausharren mussten. Auch im Partnerkreis Lwiw kommt es immer wieder zu Stromausfällen, die Situation ist angespannt. Landrat Frank John verfolgt diese Entwicklungen nach eigenen Angaben mit großer Sorge und verweist auf die enge Verbindung in den vergangenen Jahren. Die Partnerschaft mit Lwiw sei gewachsen und gehe weit über eine formale Vereinbarung hinaus. Sie stehe dafür, „dass man in schweren Zeiten zusammenstehe und die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Gewalt teile“.

Foto: Pressestelle-Saarpfalz-Kreis

Seit Kriegsbeginn hat der Saarpfalz-Kreis zahlreiche Hilfstransporte auf den Weg gebracht, Spenden gesammelt und Geflüchtete aufgenommen. Menschen aus der Ukraine, die im Kreisgebiet Schutz gefunden haben, können vorerst bleiben: Ihr Schutzstatus wurde vom Bundesministerium des Innern und für Heimat bis März 2027 verlängert. Parallel dazu wird an neuen Formen der Unterstützung gearbeitet. Die Europabeauftragte des Kreises, Dr. Violetta Frys, nutzte die jüngste Deutsch-Ukrainische Partnerschaftskonferenz in Münster, um weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Hilfe auszuloten.

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Konkret engagiert sich derzeit vor allem das Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises gemeinsam mit der Stabsstelle Europa. Im Mittelpunkt steht eine große Spendenaktion für orthopädische Hilfsmittel, die in die Ukraine geliefert werden sollen. Ziel ist es, verwundete und gehbehinderte Menschen besser zu versorgen. Unter der Leitung der Frauenbeauftragten Dr. Susanne Nimmesgern werden entsprechende Spendengüter gesammelt und für den Transport vorbereitet.

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Trotz der anhaltend dramatischen Lage in der Ukraine betont Landrat Frank John die Bedeutung der Haltung, die er in Lwiw wahrnimmt. Die Widerstandskraft der Menschen dort sei für ihn ein wichtiges Zeichen. „Wir unterstützen, wo wir können, doch die wichtigste Hilfe bleibt die Aussicht auf einen gerechten Frieden“, sagte der Landrat. Für den Saarpfalz-Kreis ist der vierte Jahrestag des Kriegsbeginns damit nicht nur ein Datum im Kalender, sondern auch ein weiterer Anlass, die Verbindung zum Partnerkreis Lwiw zu pflegen und die bereits angelaufenen Hilfen fortzuführen.

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