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An sieben Grundschulen im Regionalverband Saarbrücken beginnt in diesen Tagen ein neues Kapitel der Unterstützung für Kinder mit Behinderungen. Zum zweiten Schulhalbjahr 2025/2026 startet dort das Infrastrukturmodell „ISA+“, das Hilfen im Schulalltag neu organisiert und Eltern spürbar entlasten soll.

Hinter „ISA+“ steht ein gemeinsames Modellprojekt des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit (MASFG) und des Regionalverbandes Saarbrücken. Ziel ist es, die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen an Regelschulen zu verbessern und Leistungen der Eingliederungshilfe künftig verlässlich aus einer Hand zu erbringen – unabhängig davon, ob formal das Land oder der örtliche Jugendhilfeträger zuständig ist. „Wir wollen, dass jedes Kind die Unterstützung erhält, die es für eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung benötigt – unabhängig von Art und Umfang der Behinderung. Mit ISA+ schaffen wir eine enge Verzahnung der beteiligten Träger und Fachkräfte und damit ein neues, verlässliches Unterstützungsangebot für schulpflichtige Kinder und ihre Familien im Saarland“, betont Sozialminister Jung.

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Kern des neuen Ansatzes ist ein schulstandortbezogener gemeinsamer Pool von Integrationshelferinnen und -helfern. Statt wie bisher einzelnen Kindern fest zugeordnet zu sein, arbeiten die Fachkräfte künftig standortbezogen für alle Kinder mit Unterstützungsbedarf an der jeweiligen Schule. So soll eine bedarfsgerechte, abgestimmte und unmittelbare Hilfe ermöglicht werden. Der feste Personalpool soll für mehr Kontinuität und Verlässlichkeit sorgen, Stigmatisierungen vermeiden und gleichzeitig sicherstellen, dass Unterstützung auch bei Ausfällen flexibel gewährleistet bleibt. Der Einsatz des Personals orientiert sich dabei stärker am tatsächlichen Bedarf vor Ort und kann situationsgerecht angepasst werden.

Auch Regionalverbandsdirektorin Dr. Carolin Lehberger unterstreicht die Bedeutung des Projekts. „Mit dem Start des Modellprojektes ist ein wichtiger Schritt hin zu einer strukturierten, verlässlichen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Land und Regionalverband als Träger der schulischen Eingliederungshilfe gelungen. Dadurch können vor allem bürokratische Hürden abgebaut und der Zugang zu Teilhabeleistungen vereinfacht werden, ohne dass die Qualität der erforderlichen Leistungen eingeschränkt wird“, erklärte sie. Hintergrund ist, dass die Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche bislang auf unterschiedliche Leistungsträger verteilt ist: Für Kinder mit körperlichen oder geistigen Behinderungen gelten Leistungen nach dem SGB IX, für die das Land als Eingliederungshilfeträger zuständig ist. Für Kinder mit seelischen Behinderungen liegt die Zuständigkeit nach § 35a SGB VIII bei den Trägern der Jugendhilfe.

Gerade im schulischen Alltag führt diese Aufteilung bisher häufig zu parallelen Verfahren und komplexen Abstimmungsprozessen. ISA+ setzt deshalb auf einen ganzheitlichen Kooperationsansatz, der die bisherigen Zuständigkeitsgrenzen überwindet und als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer geplanten Strukturreform des SGB VIII gilt. Ein zentraler Fortschritt des Modells: Eltern müssen künftig kein separates Antrags- und Bewilligungsverfahren mehr durchlaufen. Unterstützungsleistungen können direkt am Lern- und Lebensort Schule organisiert werden. Das soll den Zugang zu notwendigen Hilfen deutlich erleichtern und Familien entlasten.

Zum Start des Projekts beteiligen sich sieben Grundschulstandorte im Regionalverband Saarbrücken: die Freiwillige Ganztagsschule Mellin in Sulzbach, die Gebundene Ganztagsgrundschule Füllengarten in Saarbrücken, die Freiwillige Ganztagsgrundschule St. Barbara in Altenkessel, die Freiwillige Ganztagsgrundschule Albert-Schweitzer in Dudweiler, die Freiwillige Ganztagsgrundschule Rastpfuhl, die Gebundene Ganztagsgrundschule Scheidt sowie die Freiwillige Ganztagsgrundschule Heuweiler und die Freiwillige Ganztagsgrundschule Heusweiler mit der Dependance Eiweiler. Das Modellprojekt wird wissenschaftlich begleitet; die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Weiterentwicklung inklusiver Unterstützungsstrukturen im Saarland einfließen.

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