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Rund 200.000 Ukraine-Flüchtlinge wurden mittlerweile in Deutschland registriert, die Dunkelzimmer dürfte deutlich höher liegen. Auch in Homburg ist bereits eine dreistellige Zahl an Menschen aus der Ukraine angekommen. Hauptaufgabe für die Stadtverwaltung ist nun die Unterbringung der zumeist Frauen und Kinder. Nun soll das Sportzentrum Erbach als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet werden.

Es sind beeindruckende Aktionen der Hilfsbereitschaft. Eine private Helfergruppe aus der Region, die sich auf den Weg zur polnisch-ukrainischen Grenze macht, um dort Spenden abzuliefern. Unmengen an Medikamenten, Hygieneartikeln und Nahrungsmitteln, die bereits in der Spendensammelstelle im Musikpark abgegeben wurden. Und zahlreiche Privatpersonen, die der Stadt Wohnraum für Ukraine-Flüchtlinge anbieten.

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Tatsächlich ist die Unterbringung laut Stadtverwaltung gerade die drängendste Aufgabe. Dazu müssten zunächst Daten erfasst und ans Kreissozialamt weitergeleitet werden. Größtes Problem dabei: die dynamische Situation. Die Zuleitung der Flüchtlinge erfolge nämlich nur zum Teil über die Landesaufnahmestelle, wie man HOMBURG1 mitteilt. „Оftmals stehen aber auch geflüchtete Ukrainer im Rathaus, da sie einen familiären Bezug in Homburg haben und so gezielt hierher kommen. Das stellt das Amt für Jugend. Senioren und Soziales, welches sich mit dem Themenfeld befasst, vor Herausforderungen, die kurzfristig und spontan anfallen.“

Dass die Stadt auf diese Situation reagieren könne, liege derzeit zu einem großen Teil an den vielen Wohnungsangeboten der Homburger. Allerdings weist man in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass Unterkünfte nur dann angenommen werden könnten, wenn den Flüchtlingen dort auch ein Minimum an Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten geboten werden kann. „Еine Unterbringung auf der Couch im Wohnzimmer kann nicht erfolgen, die Nutzung eines freien Zimmers durch Flüchtlinge wäre möglich“, so die Stadt.

Wie lange städtische und private Wohnung jedoch ausreichen, kann angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen niemand vorhersagen. Allein in städtischen Wohnung waren in Homburg am Mittwoch bereits 96 Flüchtlinge untergebracht, 53 davon Minderjährige. Bei dieser Zahl dürfte es jedoch kaum bleiben und so bereitet man von Seiten der Stadt das Sportzentrum Erbach als Flüchtlingsunterkunft vor. Diese Lösung soll aber erst zum Tragen kommen, wenn in Homburg kein Wohnraum für Flüchtlinge mehr zur Verfügung steht. Die Unterbringung im Sportzentrum sei besser, als mehrere kleine Turnhalle zu belegen, erklärt Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff. „Die gesamte Betreuung mit Catering, Gesundheitsversorgung und unter Umständen Kinderbetreuung spricht dafür, das an einem zentralen Ort zu machen.“ Außerdem sei ein großer Vorteil, dass es vor Ort mehrere große Räumlichkeiten gibt. „So haben wir separate Räume für die Essenausgabe oder den Gesundheitssektor.“

Bevor es jedoch soweit ist, dürfte es noch einige Tage dauern. Denn zunächst muss die Einrichtung, zum Beispiel Feldbetten oder Trennwände, vor Ort aufgebaut werden. Außerdem müssten laut Stadt brandschutzrechtliche Aspekte überprüft werden. Anfang April könnten dann unter Umständen die ersten Flüchtlinge in Erbach unterkommen, für mehr als 200 wäre im Zweifel Platz. Für die Versorgung vor Ort will man von Seiten der Stadt Hilfsorganisation wie das Rote Kreuz, die Malteser oder die Johanniter einbinden. Wenn genug freiwillige Helfer zu finden sind, könnte es auch Spiel- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche geben.

Doch nicht nur Unterbringungsmöglichkeiten stehen im Fokus der Stadt, auch Sachspenden werden weiterhin benötigt. Hier seien gut erhaltene Matratzen für Erwachsene und Kinder sowie Kinderbetten gesucht. Diese können bei der Kleiderkammer abgeben werden. Auch der Malteser Hilfsdienst nimmt im Musikpark montags, mittwochs und freitags zwischen 16 und 18 Uhr weiterhin Hilfsgüter an. Gefragt sind hier vor allem Hygieneartikel, Verbandsmaterial, Windeln und haltbare Nahrungsmittel.

Unterbringung und Sachspenden sind das Eine, es geht aber natürlich auch darum, den Menschen das Leben anderweitig zu erleichtern. Hier kommt laut Stadt die Integrationsberatung der Caritas ins Spiel, die gemeinsam mit den Familien dringende Probleme löst und zum Beispiel Kontakt zu den Schulen aufnimmt. Insgesamt könne man hierbei auf etablierte Strukturen aus der Syrien-Krise zurückgreifen. „Trotzdem wartet hier noch eine große Herausforderung für alle, allein aufgrund der Sprachbarriere und der großen Anzahl Geflüchteter.“

Weitere Informationen zur Ukraine-Hilfe im Saarland und dem Saarpfalz-Kreis:

Für die Koordination der Wohnungs- bzw. Hilfsangebote können sich Homburger an das Amt für Jugend, Senioren und Soziales der Stadtverwaltung wenden. 
Ansprechpartnerinnen sind:
Jessica Jung – Tel. 06841/101-108 – E-Mail:  jessica.jung@homburg.de  und
Astrid Kaufmann – Tel. 06841/101-109 ・E-Mail:  astrid.kaufmann@homburg.de

Im Ministerium für Inneres, Bauen und Sport (MIBS) hat eine Stabsstelle ihre Arbeit aufgenommen. Dort gibt es auch eine Telefon-Hotline (0681/ 501 4204) sowie eine E-Mail-Adresse für Fragen zur Ukraine: ukrainefluechtlinge@innen.saarland.de.
Für wichtige Fragen hat das Ministerium zusätzlich eine Seite mit FAQs eingerichtet, die unter www.innen.saarland.de zu finden ist.

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Wer mit einer Geldspende flüchtenden Menschen aus der Ukraine helfen möchte, kann sich auch über den Saarpfalz-Kreis orientieren. Dieser hat auf seiner Homepage unter  https://www.saarpfalz-kreis.de/hilfe-fuer-die-ukraine eine Rubrik eingerichtet, auf der Bürgerinnen und Bürger weiterführende Informationen finden. In Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar und dem ökologischen Schullandheim Spohns Haus hat der Kreis ein Spendenkonto eingerichtet:
Kreissparkasse Saarpfalz
DE24 5945 0010 1030 6152 88; BIC: SALADE51HOM
Empfänger: SPK-KooperationDPG-SpohnsHaus.
 
Die Spendengelder sollen für die Unterbringung von Flüchtlingen sowie für die Beschaffung von Gütern des täglichen Bedarfs eingesetzt werden.
 
Auskünfte ausschließlich zur Spendenbescheinigung erteilt der Fachbereich Finanzen beim Saarpfalz-Kreis unter Tel.: 06841/104-8299 oder per E-Mail: finanzhilfe_ukr@saarpfalz-kreis.de.

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