Symbolbild

Mehr Angebot auf der Schiene, auch durch die Reaktivierung von Bahnstrecken, der Ausbau von Bahnhöfen und Haltestellen, mehr Vernetzung und Digitalisierung: Der Verkehrsentwicklungsplan ÖPNV (VEP ÖPNV) sieht viele Maßnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs im östlichen Saarland vor. Mit neuen Linien, besseren Taktzeiten und einem Infrastruktur-Ausbau profitieren der Saarpfalz-Kreis und die Landkreise St. Wendel und Neunkirchen von der Weiterentwicklung des derzeitigen Regionalbahnnetzes zu einem S-Bahn-Netz, der sogenannten S-Bahn Saarland. Wie die Maßnahmen für die Landkreise im Einzelnen aussehen könnten, das stellte Verkehrsministerin Anke Rehlinger im Rahmen einer digitalen Informationsveranstaltung für die Mitglieder von Kommunalparlamenten der ÖPNV-Aufgabenträger vor. 

Anke Rehlinger (SPD) – Foto: SPD Saar

„Mit dem Verkehrsentwicklungsplan stellen wir die Weichen neu für einen attraktiven und günstigen ÖPNV im Saarland, für den wir so mehr und mehr Fahrgäste begeistern wollen. Er ist das zentrale Instrument für die mittelfristige Planung und Weiterentwicklung des ÖPNV in der Aufgabenträgerschaft des Landes. Es geht also vor allem um den Schienenpersonennahverkehr und das landesweite Regionalbusnetz. Gleichzeitig setzt der VEP ÖPNV aber auch einen Rahmen für die Ausgestaltung des Nahverkehrsangebots der kommunalen Aufgabenträger. Wie bereits im Aufstellungsprozess verfolgen wir auch bei der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen das Ziel einer umfassenden Beteiligung. Daher ist mir der Dialog mit den kommunalen Aufgabenträgern besonders wichtig. Im Rahmen der regionalen Informationsveranstaltungen schauen wir mit dem Vergrößerungsglas auf die Landkreise und bewerten gemeinsam, was vor Ort umsetzbar ist.“  

Dazu gehört im Saarpfalz-Kreis zum einen die Reaktivierung der Bahnstrecke Homburg – Zweibrücken. Für sie wurde bereits außerhalb des VEP ÖPNV eine detaillierte Nutzen-Kosten-Untersuchung durchgeführt, die bescheinigt, dass der Nutzen die Summe der Investitionskosten überwiegt – eine zentrale Voraussetzung für die Förderung des Projekts durch den Bund. Vorgesehen ist die Reaktivierung des 7 km langen Abschnitts zwischen Homburg und Einöd und die Elektrifizierung des 11 km langen Gesamtabschnitts bis Zweibrücken. Neue Haltepunkte sollen in Beeden, Schwarzenbach und Schwarzenacker entstehen. Die Investitionskosten betragen voraussichtlich rund 35 Mio. Euro. Mit der Reaktivierung dieses Abschnitts erhalten 7.600 Menschen entlang der Strecke einen fußläufigen SPNV-Anschluss.

Ein Schwerpunkt des VEP ÖPNV sowohl im Saarpfalz-Kreis als auch in den Landkreisen St. Wendel und Neunkirchen ist der Ausbau der Stationen und Haltestellen. 11 Maßnahmen sind insgesamt vorgesehen, die der Modernisierung und dem barrierefreien Umbau dienen. Daneben sollen die Bahnhöfe und zentrale Bushaltestellen aber auch eine grundsätzliche Aufwertung erfahren, indem sie zu Mobilitätsstationen ausgebaut werden. So soll es für Fahrgäste attraktiver werden, Bus und Bahn mit dem individuellen Verkehr zu verknüpfen, also den Umstieg von Rad, Roller, E-Scooter oder Auto auf den ÖPNV erleichtern. Schritte hin zu diesem Ziel sind unter anderem der Zubau von Park & Ride-Plätzen, Bike & Ride-Anlagen und E-Scooter-Stationen.

Deutlich profitieren werden alle drei Landkreise von der Weiterentwicklung des gegenwärtigen Regionalbahn-Netzes zu einem S-Bahn-Netz, der S-Bahn Saarland (Grafik). Dazu wird die Strecke zwischen Saarbrücken und Rohrbach teilweise mit zusätzlichen Gleisen und Ausweichstellen versehen. So können Züge auch unabhängig von Fernzügen verkehren, was eine deutlich höhere Taktung mit regelmäßigen Abfahrtszeiten und sogar einen Viertelstundentakt auf dieser Hauptstrecke ermöglicht. Zu den möglichen Verbesserungen zählen im Einzelnen:
•       der Halt jeder Linie an allen Stationen, wie etwa dem Bahnhof Rohrbach;
•       ein 30-Minuten-Takt auf der Fischbachtalstrecke von Saarbrücken über Quierschied nach Merchweiler;
•       eine ganztägige Verbindung von Saarbrücken nach Neunkirchen und weiter bis Homburg, auch über die Hauptverkehrszeiten hinaus;
•       ein Halb-Stundentakt von Saarbrücken über Neunkirchen nach St. Wendel, der bereits zum Dezember auch wieder samstags verkehren wird;
•       mit der möglichen Reaktivierung des Streckenabschnitts von Körprich bis Lebach-Jabach die Querverbindung von Dillingen – Lebach – Neunkirchen – Homburg, die je nach Reaktivierungsmöglichkeiten sogar bis Blieskastel fahren könnte.

Als Ergänzung zur Schiene soll auch das vorhandene RegioBus-Netz optimiert werden, so dass es den Takt der S-Bahn ideal aufgreifen kann. Zwei neue Produkte kommen in Zukunft zum Einsatz:
•       PlusBusse: für die nachfragestarken Verbindungen, die nicht hinreichend durch die Schiene angebunden sind. Sie fahren montags bis samstags ganztägig bis in die Abendstunden in festem Takt, sonntags mindestens zweistündlich. Sie zeichnen sich zudem durch eine direkte Linienführung ohne Umwege aus.
•       ExpressBusse: für die schnellen Verbindungen über größere Entfernungen mit kurzen Reisezeiten. Sie bedienen vor allem die stark frequentierten Haltestellen und nutzen teilweise Schnellstraßen und Autobahnen.

Insbesondere beim Busverkehr lasse sich gemeinsam mit den Aufgabenträgern ein noch besseres Busnetz organisieren, das auch den ländlichen Raum vor Ort mit schnellen und gut getakteten Anbindungen versorge, so Anke Rehlinger weiter. Vom Dialog mit den regionalen Aufgabenträgern erhoffe sie sich wertvolle Erkenntnisse dazu. Die Informationsveranstaltung mit den Mitgliedern der Kommunalparlamente des östlichen Saarlands bildet den Auftakt der Veranstaltungsreihe. Es folgen weitere Termine mit der Landeshauptstadt und dem Regionalverband Saarbrücken sowie den Landkreisen Merzig-Wadern und Saarlouis.

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