Die Kulturbevollmächtigte Anke Rehlinger beim 20. deutsch-französischen Entdeckungstags des DFJW Foto: Saarland Staatskanzlei

Seit zwei Jahrzehnten öffnet der deutsch-französische Entdeckungstag jungen Menschen eine Tür in den Berufsalltag jenseits der Grenze. Zum runden Jubiläum kamen am Montag, 19. Oktober, rund 120 Schülerinnen und Schüler aus vier saarländischen Schulen im Saarbrücker Ludwigsgymnasium zusammen, um über Chancen, Geschichte und die Zukunft der Nachbarschaft zu diskutieren.

Mit auf dem Podium saßen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot sowie die beiden Historiker Prof. Dr. Corine Defrance und Prof. Dr. Ulrich Pfeil, die als wissenschaftliche Koordinatoren das Projekt „Cartorik“ verantworten. Dessen neue Mitmach-Funktion stand an diesem Tag im Zentrum des Interesses.

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Wie sieht die Arbeit in deutsch-französischen Unternehmen und Institutionen tatsächlich aus? Welche Wege in Ausbildung, Studium und Beruf eröffnet die Zusammenarbeit mit dem Nachbarland? Genau auf solche Fragen gibt das vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) organisierte Programm seit 20 Jahren Antworten. Jährlich lernen so mehr als 6.000 junge Menschen aus Deutschland und Frankreich Betriebe, Ministerien und Einrichtungen kennen, die grenzüberschreitend arbeiten.

Für Rehlinger, die zugleich als Bevollmächtigte der Bundesrepublik für die deutsch-französischen Bildungs- und Kulturbeziehungen fungiert, ist dieses Fundament nicht selbstverständlich. „Die deutsch-französische Freundschaft ist eine der größten Errungenschaften unserer Geschichte. Aus ehemaligen Gegnern sind enge Freunde geworden“, sagte sie. Jede Generation müsse diese Verbindung neu mit Leben füllen. Gerade im Saarland erlebe man täglich, wie wertvoll offene Grenzen, eine gemeinsame Sprache und gegenseitiges Verständnis seien.

Einen besonderen Akzent setzte die Vorstellung der weiterentwickelten Geschichts-App „Cartorik“. Das auf Initiative von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron entstandene Projekt macht 63 Erinnerungsorte der deutsch-französischen Geschichte von 1870 bis heute digital erlebbar. Die neue Funktion erlaubt es Schülerinnen und Schülern, selbst historische Orte zu recherchieren, deren Geschichten aufzuarbeiten und so zur digitalen Erinnerungskarte beizutragen.

Warum das gerade jetzt zählt, machten Pascale Trimbach und Tobias Bütow vom DFJW deutlich. Man wolle die gemeinsame Geschichte in den Mittelpunkt rücken und junge Menschen ermutigen, die Erinnerungskultur aktiv mitzugestalten. „Gerade in Zeiten von Desinformation und Geschichtsverfälschung“, so die beiden, gehe es darum, für die gemeinsame Vergangenheit zu begeistern und zum Engagement in Ausbildung, Studium, Beruf oder Ehrenamt zu motivieren.

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Die wissenschaftliche Verantwortung für Cartorik tragen Defrance von der Sorbonne und Pfeil von der Universität Metz, die das Projekt an diesem Tag persönlich präsentierten. Die Weiterentwicklung der App wurde vom Büro der Bevollmächtigten mit 20.000 Euro gefördert, weitere 18.000 Euro steuerte das DFJW bei.

Teilgenommen haben neben dem Ludwigsgymnasium die Marienschule Saarbrücken sowie die Gemeinschaftsschulen Quierschied und Nohfelden-Türkismühle. Finanziert wird der Entdeckungstag, der sich an Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse in Deutschland und der sechsten Klasse in Frankreich richtet, vom Auswärtigen Amt, dem französischen Außenministerium und der ODDO BHF Stiftung.

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