Foto: Rosemarie Kappler
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Zwischen Waldwegen, Ackerflächen und Vorgärten liegen sie oft unscheinbar am Wegesrand: alte Grenzsteine aus Sandstein, von Wind und Wetter gezeichnet. Wer genauer hinschaut, entdeckt darauf Wappen, Initialen, Zahlen oder Symbole, die von längst vergangenen Herrschaften erzählen. In Homburg und Bexbach prägen diese Steine bis heute die Landschaft – und stehen nun im Mittelpunkt eines Vortrags, der Geschichte sehr konkret sichtbar machen will.

Historische Grenzsteine gelten als greifbare Zeugnisse der Regionalgeschichte. Für die Heimatforschung haben sie einen besonderen Wert, weil sich an ihnen politische Veränderungen, Besitzverhältnisse und Verwaltungsgrenzen über Jahrhunderte hinweg nachvollziehen lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass es gelingt, die eingemeißelten Zeichen, Wappen, Buchstaben und Zahlen zu entziffern und einzuordnen.

In den Stadtgebieten von Homburg und Bexbach finden sich auffallend viele dieser steinernen Zeitzeugen. Manche stehen gut sichtbar auf freiem Feld, andere sind im Wald verborgen oder haben zufällig ihren Platz in privaten Gärten gefunden. Gemeinsam ist ihnen, dass sie von Generationen berichten, die die Region geprägt und für die Nachkommenden strukturiert haben. Angesichts der Vielzahl an erhaltenen Exemplaren liegt die Feststellung nahe, dass beide Städte in besonderer Weise „steinreich“ sind.

Foto: Rosemarie Kappler —

Hinter dieser Dichte verbirgt sich eine bewegte Territorialgeschichte. Homburg und Bexbach waren in der Vergangenheit immer wieder wechselnden Herrschaften zugeordnet, Grenzverläufe wurden neu gezogen, Besitz getauscht und vertraglich fixiert. In herausragenden Vertragswerken wurden insbesondere zwischen Nassau-Saarbrücken und Pfalz-Zweibrücken umfangreiche Gebietstausche vereinbart. Unter Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken, der in engem Kontakt zum französischen König Louis XV. und dessen Mätresse Madame Pompadour stand, kam es zu einer regelrechten Markierungsoffensive: Die Region wurde in dieser Zeit in großem Umfang mit Grenzsteinen versehen.

Die Heimatforscherin Rosemarie Kappler hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Spuren in der Landschaft systematisch zu folgen. Sie dokumentiert und inventarisiert die noch vorhandenen alten Grenzsteine und versteht dies als eine einfache, aber wirkungsvolle Form von Denkmalschutz. Unterstützt wird das Projekt von den Städten Homburg und Bexbach sowie vom Saarpfalz-Kreis. Im Rahmen eines Vortrags will Kappler nun eine Zwischenbilanz ziehen und auf besondere Funde und Auffälligkeiten aufmerksam machen.

Zu diesem Vortrag mit dem Titel „Die Pompadour und das ‚steinreiche‘ Homburg“ laden das Stadtarchiv und der Historische Verein für Homburg und Umgebung e.V. gemeinsam ein. Die Veranstaltung findet am 11. Dezember um 19 Uhr in der Galerie im Stadtarchiv, Kaiserstraße 41, statt. Der Eintritt ist frei.

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