Foto: Bill Titze

In Kitas fehlen in Deutschland 173.000 Fachkräfte, davon 1.988 im Saarland. Das ergab eine bundesweite Befragung, die die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) über einen Zeitraum von fünf Wochen in Kitas durchführte.

Direkt vor Ort oder online bestand die Möglichkeit, am sogenannten Kita-Personalcheck teilzunehmen. Trotz der angespannten Corona-Lage beteiligten sich rund 19.000 Fachkräfte aus allen Regionen und von unterschiedlichen Trägern am ver.di-Personalcheck und gaben Auskunft über ihre Arbeits- und Personalsituation.

Die Studie, die im Zeitraum vom 15. Mai bis 22. Juni 2021 in Kooperation mit der Hochschule Fulda durchgeführt wurde, macht in ihren Ergebnissen die starke Belastung und die Unzufriedenheit der Kita-Beschäftigten mit der Arbeitssituation deutlich

65 Prozent der Befragten aus dem Saarland gaben an, dass sie zeitweise für mehr als 15 Kinder am Tag gleichzeitig verantwortlich sind, zwei Prozent davon waren sogar für mehr als 28 Kinder zuständig. Daher ist es nicht überraschend, dass fast 52 Prozent der Befragten sagen, dass sie zu wenig Zeit haben, um auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder einzugehen.

„Das alles macht Stress und erhöht den Frust bei den Kolleginnen und Kollegen. Diese Ergebnisse werten wir als einen Hilferuf“, betont die stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin Rebecca Liebig.

Über 64 Prozent der Kollegen im Saarland arbeiten häufig unbezahlt außerhalb ihrer normalen Arbeitszeit, um die Arbeit bewältigen zu können. Gefragt wurden die Kita-Fachkräfte auch danach, wie viele Fachkräfte in ihrem Team fehlen würden, um die pädagogische Arbeit so leisten zu können, wie es die gestellten Anforderungen, wie beispielsweise Bildungspläne, erwarten lassen. Danach fehlen in jeder Kita im Durchschnitt drei Vollzeitkräfte. Bei rund 57.600 Kitas in Deutschland sind dies knapp 173.000 fehlende Fachkräfte. Im Saarland stellen die Kollegen dagegen eine durchschnittliche Unterdeckung von 4 Fachkräften je Einrichtung fest, das ergibt bei 497 Kitas im Saarland eine Lücke von 1.988 Fachkräften.

„Für die Beschäftigten, für die Kinder und für die Eltern muss sich dringend etwas ändern, um diese Situation zu verbessern“, fordert Liebig. „Für uns als die größte zuständige Gewerkschaft für die Beschäftigten in den Kindertagesstätten bedeutet das, wir sind gefordert, uns auf allen Ebenen dafür einzusetzen, dass sich die Arbeitsbedingungen endlich verbessern. Das werden wir tun!“, erklärt die Gewerkschafterin.

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