Der Sonnenuntergang am Strand, der Blick vom Gipfel oder das Picknick am See – kaum jemand behält solche Momente heute noch für sich. Für eine deutliche Mehrheit der Urlauberinnen und Urlauber, die soziale Netzwerke nutzen, gehört das Teilen von Bildern und Videos inzwischen fest zum Reisen dazu. 57 Prozent geben an, ihre Eindrücke online zu posten. Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Bemerkenswert ist die Dynamik: Noch im Vorjahr lag dieser Wert bei genau der Hälfte. Innerhalb eines Jahres ist der Anteil also spürbar gestiegen. Besonders ausgeprägt zeigt sich das Verhalten bei jüngeren Menschen. Von den 16- bis 29-Jährigen posten 69 Prozent ihre Urlaubsmomente, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 66 Prozent.

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Doch es geht längst nicht nur ums Teilen. Für viele zählt auch, wie die Beiträge ankommen. 44 Prozent wünschen sich nach eigenen Angaben, dass ihre Fotos und Videos möglichst viel Aufmerksamkeit erhalten. Rund ein Viertel gibt sogar offen zu, Urlaubseindrücke gezielt zu posten, um andere neidisch zu machen. Und für das perfekte Bild wird bisweilen einiges riskiert: Ebenfalls 26 Prozent haben sich schon einmal in Gefahr gebracht, um spektakuläre Aufnahmen einzufangen.

„Social Media ist für viele zur digitalen Postkarte geworden: Mit wenigen Klicks lassen sich Freundinnen, Freunde und Bekannte am Urlaub teilhaben. Gleichzeitig steigt damit der Druck, Erlebnisse besonders schön, außergewöhnlich oder spektakulär darzustellen“, erklärt Dr. Konstantin Peveling, Social-Media-Experte beim Bitkom. Er sieht in den Netzwerken aber weit mehr als reine Selbstdarstellung: „Soziale Netzwerke sind aber nicht nur Schaufenster für die eigenen Erlebnisse. Sie sind inzwischen auch eine wichtige Inspirationsquelle für die Urlaubsplanung und können Reiseziele in kurzer Zeit sehr bekannt machen.“

Tatsächlich holen sich viele ihre Reiseideen direkt aus dem Feed. 58 Prozent der Befragten mit Social-Media-Nutzung haben in den vergangenen zwölf Monaten in sozialen Netzwerken eine Anregung für eine Urlaubsreise erhalten. 27 Prozent einmalig, 31 Prozent sogar mehrfach. Besonders die 30- bis 49-Jährigen lassen sich gerne leiten: In dieser Gruppe wurden 65 Prozent schon zu einer Reise inspiriert.

Allerdings hält nicht jedes Ziel, was die perfekt inszenierten Bilder versprechen. Rund die Hälfte der Befragten, genau 53 Prozent, war schon einmal enttäuscht von einem Urlaubsort oder Ausflugsziel, weil es online deutlich schöner wirkte als in der Wirklichkeit. Der Kontrast zwischen digitaler Kulisse und tatsächlichem Erlebnis bleibt für viele eine ernüchternde Erfahrung.

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Grundlage der Zahlen ist eine telefonische Befragung von Bitkom Research unter 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, darunter 745 Menschen, die verreisen und soziale Netzwerke nutzen. Erhoben wurden die Daten zwischen der 17. und 21. Kalenderwoche 2026. Die Gesamtumfrage gilt als repräsentativ.

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