Sieben Monate ohne Zugverkehr auf einer der zentralen Bahnstrecken des Saarlandes – diese Ankündigung der Deutschen Bahn steht nun auf wackligen Beinen. Denn wie eine Antwort der Bundesregierung offenlegt, wurde die geplante Vollsperrung zwischen Ludwigshafen und Forbach für die Jahre 2028 und 2029 beschlossen, bevor überhaupt die Kosten für das Vorhaben feststanden.

Die Auskunft geht auf eine schriftliche Frage von Dr. Michael Moses Arndt zurück, der für die Linke im Bundestag das Saarland vertritt. Aus der Antwort ergibt sich, dass nicht nur die Kostenermittlung noch offen ist. Auch das Verkehrskonzept, das den Ausfall der Strecke während der Bauzeit auffangen soll, befindet sich weiterhin in Arbeit. Besonders die Gewerbeanlieger entlang der Trasse dürften aufhorchen. Nach Angaben der Bahn sollen sie erst in den kommenden Monaten in die Planungen einbezogen werden – also lange nachdem die Sperrung bereits öffentlich verkündet wurde. Für Unternehmen, die auf die Schienenanbindung angewiesen sind, bleibt damit vorerst Ungewissheit.
Arndt sieht in diesem Vorgehen ein grundlegendes Problem. „Die Bahn ist mit der Ankündigung von insgesamt sieben Monaten Vollsperrung für eine der wichtigsten Strecken des Saarlandes an die Öffentlichkeit gegangen, obwohl die Planungen offenbar noch in den Kinderschuhen stecken“, kritisiert der Abgeordnete. Für die kommunizierten Sperrungen gebe es derzeit keine belastbare, faktenbasierte Grundlage.
Stattdessen entstehe der Eindruck, die Vollsperrung sei längst beschlossene Sache – unabhängig davon, was Kosten- und Machbarkeitsanalysen am Ende ergeben. „Das untergräbt das Vertrauen in die Schiene“, so Arndt. Wer Fahrgäste mit Ankündigungen ohne solide Entscheidungsgrundlage verschrecke, schade der Verkehrswende insgesamt.
Hinzu kommt eine weitere Unsicherheit auf übergeordneter Ebene: Das gesamte Konzept der sogenannten Korridorsanierungen steht laut Bahnvorstand grundsätzlich auf dem Prüfstand. In seiner Antwort an Arndt betont das Unternehmen, es gehe dabei nicht um das „Ob“, sondern um das „Wie“. Erste Ergebnisse dieser Evaluierung will die Bahn ab Ende August vorlegen.
Arndt fordert deshalb einen kommunikativen Neustart. Die Bahn solle zu einem runden Tisch mit den betroffenen Kommunen, dem Land, den Fahrgastverbänden und den Industrieanliegern einladen. Ziel müsse es sein, Transparenz über die verschiedenen Planungsvarianten herzustellen und „eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden“.


















