Bild: Stephan Bonaventura

Daumen hoch! Das Biosphärenreservat Bliesgau hat die Überprüfung durch die UNESCO erfolgreich bestanden. Damit ist seine Anerkennung für weitere zehn Jahre gesichert. Diese Entscheidung traf der Internationale Koordinierungsrat (International Coordinating Council, ICC) als das höchste Entscheidungsgremium des UNESCO MAB-Programms in seiner Sitzung am Dienstag.

Die Freude im Bliesgau und natürlich auch im ganzen Saarland über die lang erwartete Nachricht ist groß. „Die erfolgreiche Evaluierung für die ersten 10 Jahre UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau und das damit ausgestellte Zeugnis ist ein Lob für die Qualität der Arbeit aller handelnden Akteure im Biosphärenzweckverband Bliesgau und der beteiligten Behörden, Institutionen und Gruppierungen. Wir sind daher alle stolz auf diese Anerkennung und können jetzt nach vorne schauen. Die gute Entwicklung muss weitergehen“, sagt der saarländische Umweltminister Reinhold Jost.

Auch der Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau Landrat Dr. Theophil Gallo freut sich sichtlich über die Nachricht aus dem Internationalen Koordinierungsrat: „Das ist ein großer Erfolg für all die Menschen, die das Biosphärenreservat Bliesgau mit ihrer Arbeit und ihrer Kreativität gerade auch seit den schwierigen Anfangsjahren mit Leben füllen und eine wichtige Bestätigung der bisherigen weit über die Grenzen des Bliesgaus ausstrahlenden Auszeichnung für die Region. Auf dieser Basis können wir nun mit großem Ansporn weitermachen und mit frischen und vereinten Kräften zeigen, dass wir dem guten Ruf, den wir uns auf nationaler und internationaler Ebene erworben haben, auch in Zukunft gerecht werden und für die Stärkung der Region nutzen.“

Die UNESCO lobte in ihrem Beschluss die Arbeit des saarländischen Biosphärenreservats als Modell für eine nachhaltige Entwicklung, das aufzeigt, wie die Erhaltung der Artenvielfalt mit einer Kulturlandschaft in Einklang gebracht und gleichzeitig eine positive wirtschaftliche und soziale Entwicklung herbeigeführt werden kann. Die UNESCO stellte fest, dass die Zusammenarbeit zwischen den sieben Bliesgau-Kommunen Blieskastel, Mandelbachtal, Gersheim, Kleinblittersdorf, Kirkel, Homburg und St. Ingbert, dem Saarpfalz-Kreis und dem Land Saarland von einem partnerschaftlichen Miteinander geprägt ist und sich der Zusammenschluss in einem Zweckverband als eine innovative Führungsstruktur erfolgreich etabliert hat.

Die UNESCO begrüßte auch das Konzept für die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), das eine Reihe von Bildungsanbietern in der Region einbezieht und als Vorbild für das ganze Land dient. Sie lobte die Erprobung nachhaltiger Entwicklungsstrategien und die Projekte in den Bereichen Tourismus, Naturschutz, Regionalvermarktung und insbesondere Klimaschutz.

Die UN-Organisation bewertete Fortschritte bei der Zonierung ebenfalls positiv, da die Kern- und die Pflegezonen im Biosphärenreservat an Größe zugenommen haben. Sie stellte eine zunehmende Wahrnehmung des Biosphärenreservats Bliesgau in der Öffentlichkeit fest, was durch gezielte Kommunikationsprojekte unterstützt wurde. Auch das immer noch wachsende Partnernetzwerk sowie die Einbeziehung bestehender Institutionen und Interessengruppen in der Region fanden Anerkennung.

Dass die Ziele des Biosphärenreservats Bliesgau klar und deutlich mit der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN verbunden sind, wurde ebenso gewürdigt wie die Erfüllung der Kriterien des Weltnetzes der Biosphärenreservate.

Hintergrund:

Das Biosphärenreservat Bliesgau wurde 2009 von der UNESCO anerkannt. Alle zehn Jahre entscheidet die UN-Organisation mit Sitz in Paris auf Grundlage eines vom Biosphärenzweckverband erstellten Evaluierungsberichts und einer folgenden Prüfung über die weitere Anerkennung.

Das Biosphärenreservat Bliesgau hat eine Fläche von 36.152 Hektar; das entspricht 14 Prozent der saarländischen Landesfläche.

In Deutschland gibt es aktuell 18 von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservate. Weltweit sind es 714 Biosphärenreservate in 129 Ländern (Stand Okt. 2020).

Jedes Biosphärenreservat muss drei komplementäre Funktionen erfüllen:
(1) Schutz-,
(2) Entwicklungs- und Forschungs- sowie
(3) Bildungsfunktion.

Der Internationale Koordinierungsrat, genauer „International Coordinating Council (ICC) of the Man and the Biosphere (MAB)“, ist das MAB-Leitungsgremium, das normalerweise als MAB-Rat oder ICC bezeichnet wird. Es besteht aus 34 Mitgliedstaaten, die von der alle zwei Jahre stattfindenden Generalkonferenz der UNESCO gewählt werden. Es entscheidet u.a. sowohl über die Anerkennung, wie auch die periodische Überprüfung (Evaluierung) der Anerkennungskriterien.

Vorheriger ArtikelBildergalerie – HomBuch 2021 – Alle Veranstaltungen
Nächster ArtikelLandrat Dr. Theophil Gallo verabschiedet Martin Luckas in der Kreisverwaltung

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.