Bei der Raumluft-Messung werden kleine Messgeräte mit einem Durchmesser von 2,4 cm und einer Höhe von ca. 6 cm in Gebäuden im Keller oder Erdgeschoss aufgestellt. Durch die Luftbewegung gelangt das in der Luft befindliche Radon in die Messdosen und wird dort detektiert. Üblicherweise werden die Messgeräte für eine Zeit von einigen Monaten bis zu einem Jahr aufgestellt, so dass im Anschluss in einem Labor die Radonaktivität bestimmt werden kann.
Ende Mai wurden die Teilnehmer gebeten, einen Teil der aufgestellten Messdosen zur Auswertung zurückzuschicken. Mit einer Rücklaufquote von über 90% aus den Privathaushalten und etwa 150 Rücksendungen aus öffentlichen Gebäuden werden voraussichtlich zum August erste Ergebnisse aus den einzelnen Gemeinden vorliegen. Jost: „Weitere Rücksendungen von Messgeräten erwarten wir Ende August, so dass im Herbst 2020 eine solide Datengrundlage zur Radonsituation im Saarland verfügbar sein wird.“
Hintergrund: Radon ist ein flüchtiges, radioaktives Edelgas, das in durchschnittlicher Menge im Saarland im Boden vorkommt. Über verschiedene Eintrittspfade kann Radon in Häuser gelangen und sich dort zu großen Mengen anreichern. Eine Gesundheitsgefährdung in Form eines erhöhten Lungenkrebsrisikos kann aus einem langfristigen Aufenthalt in solchen Gebäuden abgeleitet werden. Per Gesetz muss ein Gebiet genau dann als Radonvorsorgegebiet ausgewiesen werden, wenn in mindestens 10% der Gebäude auf einer Fläche von mindestens 75% des auszuweisenden Gebietes der festgelegte Referenzwert von 300 Bq/m³ im Jahresmittel überschritten wird. In diesen Vorsorgegebieten gelten dann bestimmte gesetzliche Anforderungen zum Schutz vor Radon.
Um die Radonaktivität im Boden an einem Messpunkt zu definieren, werden üblicherweise drei Stellen, die in einem Abstand von 3 bis 5 Metern zueinander liegen, beprobt. Neben der Radonaktivität wird auch die sog. Bodenpermeabilität, also die Durchlässigkeit des Bodens für Radongas, an diesen drei Stellen bestimmt. Üblicherweise wird zur Charakterisierung des Messpunktes dann der höchste gemessene Wert herangezogen.















