Bild: Stephan Bonaventura
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Als Wirkungsstätte von Philipp Jakob Siebenpfeiffer und Johann Georg August Wirth – beide wurden in das Pantheon der „100 Köpfe der Demokratie“ aufgenommen – sowie ausgewählter „Ort der Demokratiegeschichte“ nimmt Homburg in der schwarz-rot-goldenen Geschichte Deutschlands eine besondere Rolle ein.

So wurden hier die bis heute gültigen Ideen auf den Weg gebracht, die 1832 in das „Hambacher Fest“ mündeten und die Stadt selbst galt in Frankreich als „Nest, in dem vielleicht die Wiedergeburt Deutschlands ausgebrütet wird“. Zudem war Homburg im Pfälzischen Aufstand 1849 eines der drei Heerlager der demokratisch gesinnten Freischärlertruppen und dadurch auch Schauplatz eines Scharmützels gegen die preußischen Invasionstruppen.

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Als der Aufstand ebenso scheiterte wie die Deutsche Revolution von 1848, fanden viele streitbare Demokraten aus dem Südwesten ein neues Vaterland in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort prägten die „Forty-Eighters“ nachdrücklich und bis heute nachwirkend die politische Entwicklung der USA mit – und kämpften im Bürgerkrieg für die Werte der Union unter dem Banner der „Stars and Stripes“, das 1945 auch in der Saarpfalz die Hakenkreuzfahne ablöste. Am 4. Juli 2022 wurde zudem in Homburg das „Internationale Bündnis für Frieden und Zusammenhalt in Europa“ geschlossen, das ausdrücklich auch die US-amerikanischen Partner im freundschaftlich mit dem Saarpfalz-Kreis verbundenen Henrico County (Virginia) einbezieht.

Vor diesem Hintergrund hat der Homburger Stadtrat sich in einer Resolution dafür eingesetzt, das für die deutsche Demokratie- und Einheitsbewegung wegweisende Erbe der Stadt stärker herauszustellen und damit auch gesellschaftlich relevante Entwicklungen zu fördern. Mehr darüber kann man am Donnerstag, 4. Juli, von 17 bis 18.30 Uhr im Rahmen des vom Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) Saarland in Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Freundeskreis (DAF) Saar-Pfalz, der Siebenpfeiffer-Stiftung und dem Amt für Kultur und Tourismus der Stadt Homburg angebotenen und als Dialogführung konzipierten Themenspaziergangs „Schwarz-Rot-Gold und Stars and Stripes“ erfahren.

Dieser führt zu ausgewählten Schauplätzen der Demokratiegeschichte in Homburg, das stellvertretend für viele weitere Orte zwischen Saar und Pfalz steht. Dabei erfährt man mehr über die von hier ausgehenden Impulse für die deutsche Demokratiebewegung und zugleich über einige ebenso spannende wie eher unbekannte Kapitel der deutsch-amerikanischen Geschichte.

Dass die Veranstaltung am 4. Juli stattfindet, ist dabei kein Zufall: So wird am Gründungstag des in Homburg geschlossenen „Internationalen Bündnisses für Frieden und Zusammenhalt in Europa“ und am zugleich in den USA als Nationalfeiertag begangenen „Independence Day“ die enge, auch historisch bedingte Verbindung der Saar-Pfalz-Region zu den Vereinigten Staaten betont.

Treffpunkt für den Themenrundgang ist um 17 Uhr am Homburger „Freiheitsbrunnen“ in der Eisenbahnstraße/Am Rondell. Die Teilnahme an dieser vom Auswärtigen Amt geförderten Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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