Die Seifenfabrik Kahn III um das Jahr 1900 - Foto: Stadtarchiv St. Ingbert

Am Samstag, 10. Juli, findet von 15 bis 17 Uhr ein Stadtrundgang zum Thema „Jüdisches Leben in St. Ingbert“ unter der Leitung von Dr. Susanne Nimmesgern statt. Treffpunkt ist am Gören- und Lausbuben-Brunnen, Ecke Kaiserstraße/Ludwigstraße. Die Teilnahme ist kostenlos.

In diesem Jahr blicken wir auf 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland zurück. Es dauerte jedoch noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, ehe sich die erste jüdische Familie in St. Ingbert niederließ. Mendel Beer ersteigerte im Mai 1811 ein Wohnhaus mit Grundbesitz in der Blieskasteler Straße. Mit seinen neun Kindern legte er den Grundstein der jüdischen Gemeinde, doch über ein Vierteljahrhundert bildeten die Beers die einzige jüdische Familie vor Ort. Erst um die Jahrhundertmitte wuchs die jüdische Bevölkerung nennenswert an.

Um 1850 lebten in St. Ingbert vier Familien mit insgesamt 23 Personen. In den 1920er Jahren wurde ein Höchststand erreicht, die jüdische Gemeinde umfasste 77 Mitglieder und stellte damit  0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung in St. Ingbert. Die Angehörigen der israelitischen Gemeinde arbeiteten vorwiegend als Kaufleute, Ärzte oder Anwälte. Sie waren geachtete Mitglieder der Gesellschaft und trugen entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg der aufsteigenden Industriestadt bei. Auch engagierten sie sich in Vereinen und Gremien der politischen Selbstverwaltung. 1876 wurde die jüdische Synagoge unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eingeweiht, 1888 folgte ein eigener Friedhof.

Bei einem geführten Rundgang  begeben wir uns auf die Suche nach den Spuren jüdischen Lebens in St. Ingbert. Startpunkt ist der Gören- und Lausbuben-Brunnen, Ecke Kaiserstraße/Ludwigstraße. Der Spaziergang führt durch die Innenstadt entlang der ehemaligen Geschäftsstätten und Wohnhäuser der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und endet auf dem israelitischen Friedhof.

Anmeldung und weitere Infos bei Frank Ehrmantraut, 06894/13-726 oder vhs@st-ingbert.de

 

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