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Am heutigen Donnerstag, den 26. März 2026, trifft sich der Homburger Stadtrat um 17:30 Uhr zur nächsten Sitzung im Rathaus am Forum. Die Tagesordnung ist lang – und hat es durchaus in sich. Neben eher technischen Verwaltungsentscheidungen stehen Themen auf dem Programm, die viele Bürger direkt betreffen: von dunklen Straßen über neue Bebauungspläne bis hin zu einer Einzelhandelsentscheidung, die in der Innenstadt für Gesprächsstoff sorgen dürfte.

Einer der politisch spannendsten Punkte des Abends dürfte der SPD-Antrag zur Sicherheit im öffentlichen Raum sein. Die Fraktion fordert, dunkle Wege und Plätze im Stadtgebiet systematisch zu erfassen und die Beleuchtung gezielt zu verbessern. Gerade auf SocialMedia wurde das in den vergangenen Tagen ausgiebig diskutiert. Daher ein Thema, das viele kennen dürften – wer abends durch schlecht beleuchtete Ecken läuft, weiß, wovon hier die Rede ist. Ob und wie der Rat dem Antrag folgt, wird sich zeigen. Angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt dürfte dabei auch die Kostenfrage oder zumindest der Umgang damit eine Rolle spielen.

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Apropos Finanzen: Gleich mehrere überplanmäßige Ausgaben stehen zur Abstimmung – darunter Mehrkosten für den Aufzug am Gustavsburg inklusive Behinderten-WC sowie die Erneuerung der Dachabdichtung am Sitzungstrakt. Für eine Stadt, die finanziell unter Druck steht, sind das keine angenehmen Beschlüsse – aber offenbar notwendige. Dazu kommt der Jahresabschluss 2023 des Eigenbetriebs Stadtentwässerung, der formal abgesegnet werden muss.

Für Aufmerksamkeit dürfte vor allem ein städtebaulicher Punkt sorgen: Der Rat entscheidet über den Aufstellungs- und Entwurfsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Lebensmitteleinzelhandel COEUR“ in der Homburger Gemarkung. Konkret geht es um ein neues Lebensmittelgeschäft im Coeur – und das ausgerechnet in Zeiten, in denen parallel auch die Erweiterung des Netto-Markts an der Saarbrücker Straße beschlossen werden soll, der gefühlt nur einen Steinwurf entfernt liegt. Wie sich das auf die lokale Einzelhandelsstruktur auswirkt, ist eine Frage, die der Rat zumindest indirekt mitbeantwortet.

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Breiten Raum nehmen außerdem weitere Bebauungsplan-Entscheidungen ein, die die wirtschaftliche Entwicklung der Kreisstadt widerspiegeln: Gleich zwei neue Pläne sollen aufgestellt werden – einer für das Areal „Bosch Werk West“ an der B423, ein weiterer für ein Gebiet östlich der L118 im Zusammenhang mit dem Michelin-Gelände. Beide Beschlüsse zeigen, dass Homburg angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen industriell und wirtschaftlich vorausschauend handeln will. Haben ist besser als Brauchen. Dazu kommt noch ein Wohnbauprojekt an der Ecke Berliner Straße/Ludwigsstraße in Erbach, das ebenfalls in die Zielgerade einbiegt.

Politisch aufgeladen dürfte der letzte öffentliche Tagesordnungspunkt werden: Die Grünen-Fraktion hat einen Antrag gestellt, in dem sie den aktuellen Stand zum Verzicht auf die geplante Ortsumgehung Schwarzenbach und Schwarzenacker (B423 neu) abfragt. Das Projekt wurde nicht weiterverfolgt – aber die eigentliche Frage, die im Raum steht, lautet: Wie geht es jetzt weiter? Was passiert mit dem Verkehrsdruck auf den betroffenen Ortschaften? Antworten erwartet nicht nur die Fraktion.

Ein Thema wird allerdings nicht vor den Zuschauern diskutiert: Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung behandelt der Rat einen Antrag der Grünen zum Standort DSV Zunderbaum. Details dazu sind naturgemäß nicht bekannt – aber allein die Tatsache, dass das Thema auf der Agenda steht, dürfte in den betroffenen Kreisen für gespannte Aufmerksamkeit sorgen.

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Die Sitzung ist im ersten Teil öffentlich. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, ist herzlich eingeladen – die vollständige Tagesordnung samt Unterlagen ist online im Ratsinformationssystem der Stadt Homburg einsehbar.

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