Margret Welsch und Bürgermeisterin Nadine Backes zeigen den Kita-Kindern den Grundstein in der Baumwollspinnerei. — Foto: Giusi Faragone
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Ihre Fingerabdrücke stecken in einer Zeitkapsel, eingemauert im Grundstein des künftigen Rathauses – rund 80 Kinder aus St. Ingberter Kindertagesstätten durften nun genau diesen Ort in der historischen Baumwollspinnerei mit eigenen Augen sehen. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer hatte alle 20 städtischen Kitas eingeladen, den bereits verbauten Grundstein zu besichtigen, in dem ein Stück ihrer eigenen Geschichte ruht.

Der Hintergrund: Bei der Grundsteinlegung 2025 war eine Zeitkapsel eingemauert worden, die unter anderem die Fingerabdrücke der Kita-Kinder enthält. Meyer begrüßte die kleinen Gäste persönlich und fand deutliche Worte: „Ihr seid mit euren Fingerabdrücken ein Teil des Grundsteines in der Baumwollspinnerei. Behaltet es in eurer Erinnerung, dass eure Fingerabdrücke in der Zeitkapsel sind, die hier eingemauert wurde und ein fester Bestandteil unseres neuen Rathauses ist.“ Die Idee dahinter ist ebenso simpel wie wirkungsvoll – die jüngsten Bürgerinnen und Bürger sollen von Beginn an eine Verbindung zu ihrem zukünftigen Rathaus und Museum aufbauen.

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Gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern erkundeten die Kinder in vier Gruppen den Eingangsbereich des Baustellengebäudes. Projektleiterin Margret Welsch führte durch die Räumlichkeiten und nahm die Besucherinnen und Besucher mit in die Vergangenheit des traditionsreichen Industriebaus. Die Baumwollspinnerei wurde bereits 1885 in St. Ingbert errichtet und wird derzeit zu einem modernen Verwaltungssitz mit integriertem Museum umgestaltet. Welsch erklärte den Kindern nicht nur, wo genau sich der Grundstein befindet, sondern ging auch auf Brandschutzmaßnahmen ein – ein Thema, das sich als passende Brücke zum anschließenden Programm erwies.

Denn einige der Familien nutzten den Tag gleich doppelt: Am selben Tag fand der traditionelle Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr statt, der in St. Ingbert stets am Muttertag begangen wird. Damit die Kinder auch dort gut versorgt waren, überreichten Oberbürgermeister Meyer und Bürgermeisterin Nadine Backes jedem Kind einen Rostwurst-Bon für das große Feuerwehrfest. Dazu gab es einen kleinen Reflektoranhänger für Schulranzen oder Rucksack als greifbare Erinnerung an den Ausflug zur Baustelle.

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Für die Kinder dürfte der Vormittag weit mehr gewesen sein als ein Besuch auf einer Baustelle. Wer mit fünf oder sechs Jahren erfährt, dass der eigene Fingerabdruck für Jahrzehnte in einem Gebäude steckt, bekommt ein Gefühl dafür, was Zugehörigkeit bedeuten kann. Ob sie sich in zwanzig Jahren noch daran erinnern, wenn sie ihre Behördengänge im fertigen Rathaus erledigen, bleibt abzuwarten. Die Grundlage dafür ist jedenfalls gelegt – im wahrsten Sinne des Wortes.

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