Studierende und Dozierende besuchen die Baumwollspinnerei-Baustelle
Foto: Margret Welsch — Im Rahmen der Lehrveranstaltung “Praxisübung Denkmalpflege“ besuchten Studierende der Universität des Saarlandes zusammen mit Dr. Kristine Maschall (2.v.r.) und Dr. Gregor Scherf (re.) die Baumwollspinnerei.
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Zwischen Gerüsten, offenen Wänden und Baustaub haben sich Anfang Dezember angehende Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker der Universität des Saarlandes ein Bild davon gemacht, wie Denkmalpflege in der Praxis funktioniert. Für eine Lehrveranstaltung führte sie der Weg in die historische Baumwollspinnerei in St. Ingbert, die derzeit umfassend saniert und umgenutzt wird.

Die Exkursion fand im Rahmen der Lehrveranstaltung „Praxisübung Denkmalpflege“ statt, die am Institut für Kunstgeschichte der Universität des Saarlandes angeboten wird. Geleitet wurde der Besuch von Dozentin Dr. Kristine Marschall. Ziel war es, den Studierenden direkt vor Ort zu zeigen, welche Anforderungen und Abläufe mit einem denkmalgerechten Umbau verbunden sind und welche Entscheidungen auf einer solchen Baustelle täglich getroffen werden müssen.

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Begleitet wurde Dr. Marschall von Dr. Gregor Scherf, der das Projekt seitens des Landesdenkmalamtes betreut, sowie von Margret Welsch, Projektleiterin der Stadt St. Ingbert. In einer rund zweistündigen Führung durch das denkmalgeschützte Gebäude erläuterten sie den aktuellen Stand der Arbeiten und gaben einen Überblick über die geplante künftige Nutzung. Die Gruppe erhielt Einblicke in statische Fragen, in den Umgang mit historischer Bausubstanz und in die Abstimmung zwischen Denkmalschutz, Stadtverwaltung und ausführenden Firmen.

Im Mittelpunkt standen dabei sowohl denkmalpflegerische Fragestellungen als auch ganz praktische und organisatorische Herausforderungen. Wie lassen sich historische Elemente erhalten und gleichzeitig moderne Anforderungen an Sicherheit, Technik und Nutzung erfüllen? Welche Kompromisse sind möglich, welche nicht? Anhand konkreter Bauteile und Planungsentscheidungen wurde deutlich, wie komplex solche Projekte sind und wie eng Theorie und Praxis miteinander verzahnt sein müssen.

Nach dem Besuch in St. Ingbert setzte die Gruppe ihre Exkursion zu weiteren historischen Bauwerken im Saarland fort, die sich ebenfalls in einer Umbauphase befinden. Die Lehrveranstaltung nutzt solche Termine regelmäßig, um den Studierenden reale Projekte zu zeigen. Praxisorientierte Angebote gelten als wichtiger Bestandteil der Ausbildung, weil sie helfen, das im Seminar erarbeitete Wissen mit konkreten Situationen vor Ort zu verbinden und Erfahrungen zu sammeln, die für den späteren Berufsalltag in Denkmalpflege, Verwaltung oder Planung entscheidend sein können.

Für die Studierenden bot der Termin in der Baumwollspinnerei damit nicht nur einen Blick hinter die Kulissen einer großen Baustelle, sondern auch ein Verständnis dafür, wie viele Akteure an einem solchen Vorhaben beteiligt sind und wie sich denkmalpflegerische Ziele mit den Interessen einer Stadt und den Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer in Einklang bringen lassen.

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