Bei dem Empfang im St. Ingberter Rathaus kamen die Bergkapelle aus Esch/Alzette, Oberbürgermeister Ulli Meyer sowie die Beigeordneten Olaf Blaumeiser und Albrecht Hauck zusammen. — Foto: Giusi Faragone
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Ein Kranz am Grab, ein Moment des stillen Gedenkens: Zum ersten Todestag von Albrecht Herold hat die Stadt St. Ingbert an einen Mann erinnert, der über Jahrzehnte zu den prägenden politischen Persönlichkeiten des Saarlandes zählte. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer legte am 2. Juli 2026 gemeinsam mit dem stellvertretenden Ortsvorsteher Fabian Roschy einen Kranz an der Ruhestätte des Ehrenbürgers nieder.

Herold, geboren am 20. August 1929 in St. Ingbert, blieb seiner Geburtsstadt sein Leben lang verbunden. Als Gewerkschafter, Sozialdemokrat und Parlamentarier bestimmte er über Jahrzehnte das gesellschaftliche und politische Geschehen der Region mit. Zwischen 1965 und 1994 gehörte er dem Saarländischen Landtag an, erst als Abgeordneter, später als Erster Vizepräsident.

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Seinen politischen Höhepunkt erreichte er als Präsident des Landtages, ein Amt, das er von 1980 bis 1994 innehatte. Über drei Legislaturperioden hinweg stand er damit an der Spitze des Landesparlaments und genoss dabei über die Parteigrenzen hinweg großes Ansehen.

Für St. Ingbert war Herold jedoch weit mehr als ein einflussreicher Landespolitiker. Er verstand sich als Sohn der Stadt, als Ansprechpartner für die Sorgen der Menschen vor Ort und als überzeugter Verfechter sozialer Verantwortung. Sein Engagement galt der saarländischen Stahlindustrie ebenso wie den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und der Entwicklung seiner Heimatstadt. Mit der Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft auf der Alten Schmelz trug er zudem dazu bei, ein stadtgeschichtlich bedeutsames Quartier zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Die Würdigungen für sein Lebenswerk fielen entsprechend zahlreich aus. Herold erhielt unter anderem das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband sowie den Saarländischen Verdienstorden. Die Ehrenbürgerwürde verlieh ihm die Stadt St. Ingbert in Anerkennung seines jahrzehntelangen Wirkens für die Kommune, das Land und die Menschen in der Region.

„Albrecht Herold hat St. Ingbert und das Saarland über Jahrzehnte mit Haltung, Tatkraft und großem Verantwortungsbewusstsein geprägt“, erinnerte Oberbürgermeister Meyer bei der Kranzniederlegung. Er sei ein überzeugter Demokrat und leidenschaftlicher Gewerkschafter gewesen, „ein Politiker, dem die Menschen immer wichtiger waren als das Amt“. Als politischer Brückenbauer habe Herold nicht nur in seiner Heimatstadt deutliche Spuren hinterlassen. „Die Stadt St. Ingbert wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, so Meyer.

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