Szene aus „Das Gespenst von Canterville“, das die 8. Klasse der Freien Waldorfschule Saarpfalz im Festsaal aufführte. - Foto: Rosemarie Kappler

Innerhalb der Pädagogik der Waldorfschulen kommt den Klassenspielen in der 8. und 12. Klasse eine besondere Bedeutung zu. Die Jugendlichen machen in diesen Lebensabschnitten gravierende Veränderungen durch und da hat sich das Theaterspiel als vorzügliches Mittel erwiesen, um die Energien an den Übergängen zwischen Kindheit und Jugendzeit, beziehungsweise von der Jugend zum jungen Erwachsenen positiv zu lenken.

Theaterspielen braucht Individuen, die den Blick auf das Gemeinschaftliche werfen und dabei erkennen, dass sie zu keiner Zeit alle Lebenspäckchen alleine schleppen müssen. Auch nicht jene, die einem Pubertät und Erwachsenwerden aufbürden. Insofern kommt den Klassenspielen in den Waldorfschulen eine besondere Rolle zu. Die dabei erbrachten Leistungen werden auch in den Beurteilungen der Schüler mitberücksichtigt.
Kürzlich gab es wieder solch ein Klassenspiel, dasjenige der von Michael Bernhardt betreuten 8. Klasse der Freien Waldorfschule in Bexbach . Die Gruppe von insgesamt 25 Jugendlichen hatte sich neben dem Textlernen und Einüben der Rollen auch um Kostüme, Requisiten und Bühnengestaltung kümmern müssen.

„Die eigentlichen Proben dauerten nur vier Wochen mit Rollenauswahl und Textlernen und allem drum herum“, blickt Bernhardt auf eine spannende Zeit zurück und ergänzt: „Die Herausforderungen waren so groß, dass sie kaum zu toppen waren.“ Erst in buchstäblich letzter Sekunde habe man ein geeignetes Theaterstück gefunden und einen passenden Regisseur. „Alles musste quasi wie über Nacht geschehen, so der Klassenbetreuer. Zunächst hatte man einen anderen Regisseur ausgewählt und dann gemerkt, dass es wohl nicht passend wird zwischen Klasse und Regisseur, so dass man sich wieder trennte. Auch die Stückauswahl habe sich schwierig gestaltet und erfolgte sehr spät. Immerhin: Bei dem „Gespenst von Canterville“ waren sich dann letztlich alle einig und es hatte keine Widersprüche gegeben.

Den Klassiker von Oscar Wilde, in dessen Verlauf es zu vielen grotesken Begegnungen einer furchtlosen amerikanischen Familie mit einem zunehmend frustrierteren Gespenst kommt, hat Andreas Becker ein wenig entstaubt und zeitgemäß für Bühnen übersetzt. Mit Moritz Spang wurde ein versierter Theaterpädagoge gefunden, der den Stoff mit den Schülern aufführungsreif einstudierte. Spang hatte an der Waldorfschule Bexbach bereits vor wenigen Jahren sein Debut bei einem Klassenspiel der 12. Klassenstufe gegeben und bewies auch diesmal wieder, dass er die jungen Darsteller gut im Griff hat.

An diesem Wochenende wurde das Resultat gleich dreimal im Festsaal mit großem Beifall bedacht.

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