Mit einem klaren Appell an Politik und Verwaltung haben Anwohnerinnen und Anwohner der Homburger Birkensiedlung ihre Forderung nach mehr Sicherheit im Straßenverkehr bekräftigt. Bereits Anfang Juni übergaben sie eine Petition an die Stadt, um auf die aus ihrer Sicht unzureichende Umsetzung der vor einem Jahr eingeführten Fahrradzone aufmerksam zu machen.
Die Birkensiedlung mit ihren Straßen „An den Birken“, „Kiefernweg“ und „Ulmenweg“ war als Modellprojekt in eine Fahrradzone mit Anliegerregelung überführt worden. Doch statt spürbarer Entlastung klagen die Anwohner weiter über zu hohen Verkehr, überhöhte Geschwindigkeit und alltägliche Gefahrensituationen – insbesondere für Kinder auf dem Weg zu Schulen, Kitas oder Spielplätzen. Ursprünglich sollte der Durchgangsverkehr aus der Siedlung herausgehalten werden, doch viele Autofahrer nutzen den Weg weiterhin als Ausweichroute. Hauptursache ist nach Einschätzung vieler die unzureichend geregelte Ampelkreuzung an der Cappelallee, an der es häufig zu langen Wartezeiten kommt.
Gerade beim Schichtwechsel schieben sich regelrechte Wagenkolonnen durch die Siedlungsstraßen, oft auch in ambitionierten Tempo. Auch die vereinzelt durchgeführten Kontrollen scheinen kein Umdenken oder gar Einsicht bei den Verkehrsteilnehmern hervorgerufen zu haben. Dabei liegt die Problematik rund 300 Meter weiter im Übergang von der Cappelallee zur Zweibrücker Straße. Gerade für Linksabbieger zeigt die Uhr oftmals minutenlanges Warten an, bevor der Verkehr ein sicheres Abbiegen ermöglicht. Wer auf die andere Seite will, könnte dies theoretisch direkt tun – eine Abbiegespur ist ausgewiesen – wird aber durch den Rückstau gebremst.
Ein zusätzliches Problem stellt die bis heute fehlende Beschilderung an eben dieser Kreuzung dar. Ein Hinweis auf die Anliegerregelung wurde laut Anwohnerschaft zwar zugesagt, aber bislang nicht umgesetzt. Auch weitere Maßnahmen wie ein fest installierter Blitzer, bauliche Eingriffe oder eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit lassen auf sich warten. Die Beschwerden bei Stadt, Polizei und Ordnungsamt reichen zurück bis zur Einführung der Fahrradzone, doch aus Sicht vieler Beteiligter sei seither wenig passiert.
Die Petition wurde initiiert von Anwohnerin Judit Grosz, die gemeinsam mit Mitstreitern auf Missstände hinweist und zugleich lösungsorientiert bleibt. Gefordert wird unter anderem eine konsequente Überwachung der bestehenden Verkehrsregelungen, ein transparenter Umgang mit bereits durchgeführten Geschwindigkeitsmessungen und ein klares Bekenntnis zur baulichen Nachsteuerung. Auch die Einführung einer flächendeckenden Tempo-20-Regelung innerhalb der Birkensiedlung steht als Idee im Raum, ebenso wie eine Optimierung der Bushaltestellen im Quartier.
Bei der Übergabe der Petition war auch Homburgs Beauftragter für Radverkehr und ÖPNV, Torsten Feix, anwesend. Er sicherte zu, die Anliegen aufzunehmen und die internen Abläufe zu beschleunigen. Laut Feix sei bereits ein Bericht über die Fahrradsituation in der Stadt in Arbeit. Wann konkrete Veränderungen folgen, bleibt jedoch unklar.
Die Petition setzt damit ein deutliches Zeichen bürgerschaftlichen Engagements. Statt stiller Resignation zeigen die Menschen in der Birkensiedlung, dass sie bereit sind, für eine lebenswerte und sichere Umgebung aktiv zu werden. Die Botschaft an die Verantwortlichen ist klar: Eine Fahrradzone entfaltet ihre Wirkung nicht durch Schilder allein – sondern durch konsequente Umsetzung, spürbare Maßnahmen und ernst gemeinte Beteiligung.



















