Der SPD-Gesundheitspolitiker Dr. Magnus Jung begrüßt, dass der SPD-Vorschlag für Sonderimpfungen in benachteiligten Quartieren vom Gesundheitsministerium aufgegriffen wurde. Die Impfkampagne in benachteiligten Quartieren müsse aber weiter ausgeweitet werden, damit es im Herbst nicht zu einer vierten Welle in lokalen Hotspots komme.

„Dafür ist die Arbeit noch nicht getan“-, so Jung. „Auch wenn die Erstimpfungsquote im Saarland inzwischen über 50% liegt, so dürfte diese in bestimmten Stadtteilen noch sehr deutlich darunter liegen. Es ist längst nicht gesichert, dass bis zum Herbst die Impfquote auch in benachteiligten Quartieren ausreichend hoch ist um neue Hotspots zu verhindern.“

Nicht nur die niedrigere Impfquote in ärmeren Stadtteilen sei ein Problem, auch die höhere Vulnerabilität der betroffenen Bevölkerung macht Jung Sorgen: „Dort haben viele Menschen ein verstärktes Risiko an Corona zu erkranken: Prekäre Wohn- und Arbeitsverhältnisse, grundsätzlich armutsbedingte gesundheitliche Risikofaktoren, sprachliche Hürden, Informationsdefizite und Zurückhaltung gegenüber Ämtern und Behörden tragen dazu bei. Mein Eindruck ist, dass es hierfür auf Seiten des Landes noch keine ausreichend hohe Sensibilisierung gibt.“

So fehlten nach wie vor klare Zahlen zum Impffortschritt. „Wir brauchen mehr Daten über die Impfquote – aufgeschlüsselt nach Postleitzahlen. Und wir müssen die Impfkampagne dort verstärken, wo die Impfquote noch gering ist und die Menschen aktuell einem großen Infektionsrisiko ausgesetzt sind – sonst droht genau dort im Herbst die vierte Welle.“ Die geringe Impfquote in ärmeren und häufig migrantisch geprägten Stadtteilen sei unter anderem auch auf den Umstand zurückzuführen, dass dort mutmaßlich deutlich weniger Menschen bislang in die Priorisierung gefallen sind. Deshalb müsse über den Sommer genau dort jetzt ein Schwerpunkt gesetzt werden.

 

In der Ausschusssitzung wurde deutlich, dass eine Vielzahl von Problemlagen einen neuen institutionellen Ansatz erfordern: „Durch die Pandemie sind bestehende soziale Probleme weiter verstärkt worden. Deshalb braucht es jetzt mehr Unterstützung vor Ort. Der nicht hinnehmbare Umzug der Ausländerbehörde aus Saarbrücken muss zu einer Neustrukturierung der Ankommens-Situation in Saarbrücken umgekehrt werden. Es braucht deshalb die innovative Struktur eines Welcome-Centers, in dem über die Grenzen von Ämtern, Behörden und Hilfsstrukturen hinweg alle Kompetenzen gebündelt werden, um zugewanderte und geflüchtete Menschen willkommen zu heißen und ihnen Unterstützung in ihrer Sprache und aus einer Hand anzubieten.“

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