Seit 2005 ist die Zahl an Sozialwohnungen im Saarland rückläufig. Während vor 16 Jahren noch über 5000 Wohnungen mietpreisgebunden waren, sind es heute nur noch 637. Gleichzeitig geht die Hans-Böckler-Stiftung davon aus, dass inzwischen 17.000 bezahlbare Wohnungen im Saarland fehlen. Die SPD-Fraktion im Landtag äußerst sich besorgt.

„Der vor Jahren angekündigte Neustart beim sozialen Wohnungsbau ist ausgeblieben. Trotz des immensen Mangels an bezahlbarem und angemessenen Wohnraum sind Stand heute für die kommenden Jahre nur 100 Neubauten im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus geplant“, bemängelt die baupolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Heike Becker. „Es ist damit zweifelhaft, ob die Neubauten überhaupt ausreichen werden, um jene Wohnungen zu ersetzen, die im gleichen Zeitraum aus der Mietpreisbindung herausfallen werden.“

Seit Jahren bestätigten Studien, dass die sozialen Spannungen am saarländischen Wohnungsmarkt für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen  zunehme – insbesondere im städtischen Raum. Die Folge dieser Entwicklung seien Verdrängungseffekte zu Lasten der sozialen Durchmischung der Stadtteile.

„Es braucht jetzt einen Neustart beim sozialen Wohnungsbau. Die Ausgabenreste von 38,2 Mio. Euro sind ein alarmierender Hinweis dafür, dass die Förderrichtlinien des Bauministeriums für die öffentlichen Siedlungsgesellschaften und die private Wohnungswirtschaft nicht attraktiv genug sind. Eine Entspannung am Wohnungsmarkt wird es aber nur geben, wenn die bereits eingestellten Gelder auch abgerufen werden“, so Becker.

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