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Zweimal lag die SV Elversberg im Max-Morlock-Stadion vorne – und stand am Ende dennoch ohne Punkte da. Beim 2:3 beim 1. FC Nürnberg verlor die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner eine Partie, die lange offen war und erst in der Nachspielzeit entschieden wurde. Ausschlaggebend waren aus Elversberger Sicht weniger fehlende Chancen als vielmehr die Art und Weise, wie die Gegentore fielen.

Die Anfangsphase gehörte klar den Gastgebern. Nürnberg setzte Elversberg früh unter Druck, spielte viele einfache lange Bälle hinter die letzte Linie und kam schnell zu hochkarätigen Abschlüssen. Wagner sprach später von Problemen in der Anfangsphase: „Wir haben drei, vier Mal echt Probleme gehabt, einfache lange Bälle zu verteidigen. Wenn ich die erste Chance nach der Ecke sehe, wo wir völlig frei unter dem Ball durchlaufen, darf man es dem Gegner nicht so leicht machen.“ Dass die SVE dennoch im Spiel blieb, lag vor allem an Torhüter Nicolas Kristof, der mehrfach stark reagierte.

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Mit zunehmender Spielzeit fand Elversberg besser in die Partie. „Ab einer halben Stunde waren wir dann wieder viel besser im Spiel“, sagte Wagner. Kurz vor der Pause belohnte sich die SVE für ihre Effizienz: Nach einem Ballgewinn schloss Tom Zimmerschied einen schnellen Angriff zur 1:0-Führung ab – ein Treffer, der dem Spielverlauf bis dahin widersprach, aber Wirkung zeigte.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Begegnung offener. Nürnberg glich aus, doch Elversberg blieb gefährlich und ging erneut in Führung. Startelfdebütant Jarzinho Malanga nutzte zu viel Raum im Strafraum und traf sehenswert zum 2:1. In dieser Phase hatte Elversberg das Gefühl, das Spiel kippen zu können. Umso ärgerlicher war aus Sicht des Trainers der erneute Rückschlag: „Fakt ist, dass wir sowohl bei einer 1:0-Führung als auch bei einer 2:1-Führung Kontertore kassieren. Das war sehr, sehr jugendlich.“

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Die Partie verlor nun zunehmend an Struktur. Chancen auf beiden Seiten, viele Umschaltsituationen, wenig Kontrolle. Wagner beschrieb diese Phase offen: „Beim Stand von 2:2 haben wir alles ausgepackt.“ Elversberg hatte die große Möglichkeit, das Spiel dennoch auf seine Seite zu ziehen – doch der Foulelfmeter blieb ungenutzt. „Das Glück, das wir im Hinspiel hatten, haben wir heute andersherum zurückbekommen: auf der Linie geklärt, Elfmeter verschossen und dann hinten raus noch das Gegentor.“

In der Nachspielzeit nutzte Nürnberg schließlich eine Flanke zum entscheidenden Treffer. Nachwuchsstürmer Piet Scobel köpfte zum 3:2 ein. Wagner erkannte die Leistung des Gegners an, haderte aber mit dem eigenen Ergebnis: „Es bleibt mir nichts übrig, als Nürnberg zu einem verdienten Sieg zu gratulieren. Aber es ist bitter, weil mehr drin war.“

Für Elversberg ist der Rückrundenauftakt damit misslungen. Tabellarisch kein Beinbruch: mit Platz 2 im Klassement steht die SVE nach wie vor sehr gut dar und befindet sich in einer guten Ausgangsposition für die Rückrunde. Denn die Partie zeigte, dass die Mannschaft trotz personeller Ausfälle und schwieriger Voraussetzungen konkurrenzfähig war – entscheidend wird sein, die jugendlichen Momente in kritischen Phasen abzustellen.

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