Bild: Stephan Bonaventura

Auf Einladung des Beigeordneten Guido Freidinger, in dessen Zuständigkeit die Senioren- und Behindertenangelegenheiten bei der Stadt Blieskastel angesiedelt sind, stellten sich die für Blieskastel zuständigen und hier wohnhaften Senioren-Sicherheitsbeauftragten Christa Styner-Biermacher, Henry Servatius und Rudi Bahr kürzlich im Team der Senioren- und Behinderten-Beauftragten vor.

„Wir treten für die Sicherheit älterer Menschen ein und motivieren sie, sich um die Sicherheit in eigener Sache zu bemühen“, so beschreibt Frau Styner-Biermacher ihre Aufgaben. „Zu unseren Aufgaben gehört es, insbesondere ältere Menschen über Kriminalität und Gefahren im Lebensalltag aufzuklären und ihnen dadurch Ängste zu nehmen. Dazu geben wir ihnen praktische Ratschläge und bewährte Hilfen“, so berichteten die engagierten Ehrenamtler von ihrer Arbeit.

„Seniorensicherheitsbeauftragte werden häufig in Seniorenveranstaltungen, Altennachmittagen und bei anderen Zusammentreffen älterer Menschen vorstellig, halten dort Referate und geben so ihr Wissen und ihre Erfahrung weiter“, kommentiert der Beigeordnete. Dabei werden Themen wie zum Beispiel Straftaten im Umfeld der Wohnung, Trickdiebstahl, Trickbetrug (Enkeltrick), aber auch Diebstahl aus Handtaschen, Handtaschenraub usw., Gefahren im Straßenverkehr, oder z.B. Sicheres Verhalten als Fußgänger, sicheres Fahren als Autofahrer angesprochen oder sind Schwerpunkte ihrer Beratungstätigkeit. Als weitere Themen werden z.B. Sicherheitstechnik im Haus, Risiken im Urlaub, Betrügereien auf Kaffeefahrten oder beim Einkaufen angesprochen.

„Es ist uns ein besonderes Anliegen, die hierfür vom Landeskriminalamt speziell ausgebildeten Sicherheitsberater in der Öffentlichkeit besser bekannt zu machen, damit möglichst viele Menschen von ihrem Wissen profitieren können“, so Wolfgang Giffel, einer der Blieskasteler Behindertenbeauftragten. „Gerne können wir auch individuelle Gespräche im Rahmen von Hausbesuchen, soweit die Seniorinnen und Senioren diese wünschen, vereinbaren.

Die Sicherheitsberater von Blieskatel sind unter folgenden Telefonnummern erreichbar:

  • Frau Styner-Biermacher: Tel 06842-5765
  • Herr Servatius: Tel 06842-6582
  • Herr Rudi Bahr: Tel 06842-507439

„Wir sind selbst Senioren und kennen die spezifischen Probleme aus eigener Lebenserfahrung. Neben dem theoretischen Wissen sind unsere eigenen Lebenserfahrungen Grundpfeiler unserer Beratungstätigkeit“, ergänzt Frau Styner-Biermacher stellvertretend für die Gruppe.

Treffen der Senioren Sicherheitsberater Blieskastel

Gründe für Straftaten gegen Senioren sind vielfältig. Oft liegen sie in den verschiedenen Charakteristika dieser Personengruppe. Dazu zählen zum Beispiel die wachsende Überalterung unserer Gesellschaft, die geringere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit dieser Generation, so wie die Gutherzigkeit vieler dieser Menschen und die Unkenntnis der Machenschaften dieser Straftäter. Dabei lassen die Betrüger große Kreativität walten, zum Beispiel Onlineshops, sogenannte Fakeshops, die Produkte verkaufen, die gar nicht existieren. Diese lassen sich an verschiedenen Merkmalen erkennen, unter anderem, dass der Name der Shops nicht viel mit der Ware zu tun hat, und zudem die Preise oft utopisch niedrig sind. Gerade Senioren, die nicht sonderlich im Internet-Shopping bewandert sind, kann es schwierig sein, diese Faktoren zu erkennen.

Gleiches gilt bei verschiedenen Callcenter-Betrugsmachen, die darauf abzielen die Kontodaten auf virtuellem Weg zu stehlen, beispielsweise einloggen auf den PC eines potenziellen Opfers. Beispiel Anruf eines vermeintlichem Microsoft Mitarbeiters. In den meisten Fällen ist einer älteren Person nicht bewusst, was sie mit einem Klick freigibt und welche Konsequenzen daraus entstehen.

Weitere Kriminaldelikte sind auch Diebstahl in verschiedenen Varianten, zum Beispiel der Taschendiebstahl. Kriminelle gehen oft sehr raffiniert vor, indem das Opfer auf der Straße angesprochen und dadurch abgelenkt wird. Ein Komplize entwendet dann das Portemonnaie oder andere Wertgegenstände wie Schmuck oder Uhr. Ein anderes Beispiel von Raub. Täter verschaffen sich unter falschen Vorgaben Zutritt zum Haus und entwenden dann unbemerkt und schnell Wertgegenstände oder Bargeld. Diese Kriminellen sind oft getarnt als Polizisten, Handwerker oder auch Pflegepersonal. Sie schaffen zunächst ein gewisses Grundvertrauen, was sie unverdächtig erscheinen lässt. Die Betrüger gehen bei Senioren davon aus, dass die Gefahr der sofortigen Entdeckung, bei älteren Menschen aufgrund der geringeren geistigen Leistungsfähigkeit, geringer ist.

Eine weitere Betrugsmasche, sind die falschen Polizisten, die Senioren anrufen und sich als Polizisten ausgeben. Sie erklären, dass Bargeld, Wertgegenstände und auch das Geld auf dem Konto des Seniors nicht mehr sicher seien, weil ein Raub oder eine illegale Abbuchung bevorsteht. Das Opfer soll das Geld einem Polizisten übergeben, der es in Sicherheit bringen wird. Ein weiterer Täter kommt dann auf einen kurzen Besuch vorbei und holt Geld und Wertgegenstände ab. Manchmal wird das Opfer sogar unter der Nummer 110 angerufen, was heute technisch möglich ist. Eine weitere Vorgehensweise ergibt sich für Gauner, in dem bei Todesanzeigen, neben dem Tag der Beisetzung auch oft die Adresse angeben wird. Ein Einsteigen in Abwesenheit der Familie in deren Wohnung oder Haus ist somit für diese Kriminellen einfach und gefahrlos.

Zur Betrugsmasche Enkeltrick oder Schockanruf: Beim Enkeltrick geben sich die Betrüger am Telefon häufig als Familienmitglieder, zum Beispiel Enkel oder Enkelin aus. Unter dem Vorwand einer Notlage bitten sie dann um Bargeld. In anderen Fällen, die man auch als Schockanruf bezeichnet, wird den Senioren angezeigt, dass nahe Familienangehörige in einen schweren Unfall verwickelt seien und sie eine hohe Geldsumme zahlen müssen, um sie so vor dem Gefängnis zu bewahren. Manchmal stehen auch Betrüger direkt vor der Haustür, geben sich als Mitarbeiter der Stadtwerke oder andere Institutionen aus, betreten dann unter einem Vorwand die Wohnung des Opfers, und bestehlen meist ältere Menschen.

Die Liste dieser kriminellen Machenschaften ist lang. Zum persönlichen Schutz gibt es jedoch Hinweise, die man dringend beachten sollten:

– Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnisse preis.

– Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.

– Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen! Legen Sie bei Telefongesprächen sofort auf.

– Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen.

– Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, so informieren Sie sofort die Polizei. Ganz wichtig ist dabei, suchen Sie die Telefonnummer selbst heraus, oder lassen Sie sich von Nachbarn oder Freunden dabei helfen.

Gerne helfen bei Fragen die Sicherheitsberater für Senioren. Die Hilfe ist kostenlos und ehrenamtlich.(csb)

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