Nicht der Sitzungssaal im Rathaus, sondern die Villa Kaiser der Psychosozialen Projekte Saarpfalz (PSP) wurde zum Ort der zweiten öffentlichen Sitzung des Homburger Seniorenbeirats. Die Mitglieder nutzten das Treffen nicht nur für den Austausch im Gremium, sondern informierten sich vor Ort über die Arbeit der PSP – eine Einrichtung, die sich mit viel Engagement um Menschen mit psychischen Erkrankungen und Demenz kümmert.
Beigeordneter Philipp Scheidweiler und die Seniorenbeauftragte der Stadt, Gabriele Engel, begleiteten die Sitzung am Mittwoch, 23. Juli, zu der PSP-Geschäftsführer Horst Schneider eingeladen hatte. Nach einer kurzen Begrüßung berichteten Schneider, Kuratoriumsvorsitzender Dr. Hans Wollny und PSP-Mitarbeiterin Marziella Hirsch ausführlich über Angebote und Herausforderungen der Einrichtung.
Wie Schneider erklärte, betreut die PSP aktuell rund 400 Menschen in der Region – sowohl in stationären Einrichtungen wie dem Tageszentrum „Café Goethe“, in Wohnanlagen in der Hiltebrandt- und Uhlandstraße als auch im ambulanten Bereich. Ein besonderer Fokus liege auf der beruflichen Teilhabe sowie auf dem Gerontopsychiatrischen Netzwerk, das über 50 Partner umfasst.
Dr. Wollny warf einen Blick auf die historische Entwicklung der Versorgung psychisch Erkrankter und hob den Neubau in der Uhlandstraße als sichtbares Zeichen für Inklusion hervor. Die Lage mitten in der Stadt sei bewusst gewählt worden, um Teilhabe zu fördern.
Unterstützung für Betroffene und Angehörige
Marziella Hirsch berichtete eindrucksvoll aus dem Alltag der Betreuung – von „demenzfreundlichen Gottesdiensten“ über strukturierte Aktivierungsprogramme bis hin zur Entlastung pflegender Angehöriger. Wichtig sei, dass die Angebote der PSP auch Menschen offenstehen, deren Angehörige nicht dort betreut werden.
Gleichzeitig machten die Verantwortlichen deutlich, mit welchen Schwierigkeiten soziale Träger konfrontiert sind: finanzielle Engpässe, fehlende Kostendeckung und zunehmende bürokratische Anforderungen, insbesondere im Bereich Bau und Erweiterung.
Lob für Engagement und Kooperation
In der anschließenden Gesprächsrunde zeigte sich der Seniorenbeirat interessiert und stellte zahlreiche Fragen – unter anderem zur Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden. Philipp Scheidweiler betonte den Mut der PSP, inmitten schwieriger Rahmenbedingungen ein solches Projekt wie den Neubau anzugehen. Er würdigte die wertvolle Zusammenarbeit zwischen Stadt und PSP.
Zum Abschluss lud Horst Schneider bereits zur nächsten öffentlichen Aktion ein: dem „Memory-Walk“ am 19. September auf dem Christian-Weber-Platz, der das Thema Demenz stärker ins Bewusstsein rücken soll.
Das Treffen unterstreicht das Anliegen von Gabriele Engel, den Seniorenbeirat nicht nur als beratendes Gremium zu verstehen, sondern als aktive Plattform für Austausch, Information und Begegnung mit Einrichtungen der Seniorenarbeit in der Stadt.





















