Symbolbild

Bildungsministerin Streicher-Clivot (SPD) hat die Öffnung der weiterführenden Schulen offiziell verkündet (wir berichteten) und in einem Schreiben an die Schulen vertont. Und das laut Aussage der Ministerin als Entscheidung des Ministerrats. „Das wurde im Kabinett so nicht besprochen. Die Ministerin bricht hier auf eigene Faust aus und schürt falsche Erwartungen“, widerspricht Alex Funk, Fraktionsvorsitzender. 

Frank Wagner (CDU), Quelle: www.landtag-saar.de

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Frank Wagner mahnt: „Sollte es in der kommenden Woche nicht möglich sein den Wechselunterricht an allen weiterführenden Schulen zu starten, werden Eltern und Lehrpersonal zu recht massiv enttäuscht sein. Die Bildungsministerin verwechselt hier Perspektive mit verbindlicher Entscheidung.“ Wagner betont, dass der Wechselunterricht an weiterführenden Schulen vorbereitet werden müsse, damit die Schulen wichtige Vorkehrungen treffen können, die finale Entscheidung aber definitiv noch ausstehe. „Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen. Auch wir wünschen uns ausdrücklich den Wiedereinstieg am 8. März, aber eine vorschnelle Verkündung, bevor nicht alle Bedingungen zum Wiedereinstieg geklärt sind, führt lediglich zu Verunsicherung und Bedenken bei Lehrkräften und Eltern.“ Eine finale Entscheidung mit tatsächlicher Gültigkeit könne erst nach der Bund-Länder-Schalte und anschließender Berücksichtigung des Pandemiegeschehens getroffen werden.

Barbara Spaniol:  Start des Wechselunterrichts an weiterführenden Schulen richtig

Barbara Spaniol, DIE LINKE

Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag begrüßt grundsätzlich den Wechselunterricht an weiterführenden Schulen ab 8. März. Bis zum Start müssten allerdings noch viele offene Fragen geklärt werden. Barbara Spaniol, die bildungspolitische Sprecherin, erklärt: „Es fehlt ein konkretes Konzept, wer wann in welchen zeitlichen Abständen testen wird. Die reine Ankündigung, es werde regelmäßige Testungen geben, reicht nicht aus. Da Wechselunterricht für alle Schulen auch mehr Personalbedarf bedeutet, muss geklärt werden, ob zum 8. März auch ausreichend Lehrkräfte und Unterstützungspersonal zur Verfügung stehen. Wenn wieder täglich tausende Schülerinnen und Schüler mit Bus und Bahn fahren werden, dann muss auch der Schülerverkehr weiter entzerrt werden. Und warum wurde nicht eine schrittweise Öffnung von Anfang März bis nach den Osterferien geprüft? Die Schulträger sind gefordert, die bereitgestellten Mittel für Luftreinigungsanlagen endlich abzurufen und den Ausbau voranzutreiben. Insgesamt müssen die Sorgen der Kinder, Jugendlichen, Eltern und Lehrkräfte ernst genommen werden, ihr Gesundheitsschutz Priorität haben.“

FDP: Land muss bei Digitalisierung der Bildung endlich die Hausaufgaben erledigen

Heike Müller (FDP)
Quelle: saarbruecken.fdp-saar.de

Im Zusammenhang mit dem Thema „Schule“ kritisiert die familienpolitische Sprecherin der Saar-FDP Heike Müller, dass das Saarland nach Angaben des Bundesbildungsministeriums erst gut fünf Prozent der Mittel des Programms zur Ausstattung der Schulen mit Tablets abgerufen hat: „Es ist unbegreiflich, wie langsam die saarländische Landesregierung bei der Digitalisierung der Schulen agiert. Während bundesweit etwa drei Viertel der Mittel aus dem Sonderprogramm des Bundes für die Ausstattung mit mobilen Endgeräten abgerufen wurden, hat das Saarland gerade einmal knapp fünf Prozent geschafft, beim Digitalpakt sogar noch weniger. Bildungsministerin Streichert-Clivot muss endlich die Zeichen der Zeit erkennen und mehr Engagement in die digitale Ausstattung der Schulen investieren. Auch außerhalb der Pandemie droht das Saarland sonst bei der Bildung abgehängt zu werden. Corona hat nur die Versäumnisse der Politik in Bund und Land aufgezeigt und den Handlungsdruck verstärkt. Hier muss schnellstens gehandelt werden. Der Digitalpakt muss radikal entbürokratisiert werden und sollte dauerhaft für Lehrerfortbildungen geöffnet werden. Zudem sollten aus Sicht der FDP digitale Endgeräte als Lernmittel für bedürftige Familien anerkannt werden. Ein Laptop gehört genauso in die Schulranzen aller Kinder wie ein Bleistift, hier es gibt mehr statt weniger Ungleichheiten. Das Saarland hat immer noch keine Konzepte für die digitale Aus- und Fortbildung der Lehrer, Land und Kommunen haben die Bereitstellung von IT-Infrastruktur verschlafen“.

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1 KOMMENTAR

  1. Ich kenne etliche Familien da haben die Schulkinder bereits jetzt Wechselunterricht, 90 Minuten täglich. Nur ein Schulweg nimmt auch 45 Minuten in Anspruch. Als ob Lehrkräfte in der kurzen Zeit die Möglichkeit haben eventuelle Vernachlässigungen zu erkennen? Hier muss eine Risikoabwägung vorgenommen werden.

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