Bild: Bill Titze

Und wieder war es ein äußerst hitziges Saar-Pfalz-Derby – mit dem glücklicheren Ende für den FC 08 Homburg. Trotz einer halben Stunde Unterzahl besiegte man den FK Pirmasens am Ende mit 2:1 (1:0). Matchwinner war Philipp Schuck, der gegen seinen Ex-Verein den Siegtreffer erzielte.

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Vielleicht war es am Ende genau die eine Situation, die den Ausschlag für die Homburger gab. Eine Stunde war gespielt, als Stürmer Seonghoon Cheon den am Boden liegenden FKP-Keeper Jan Schulz im Lauf leicht am Kopf berührte. Was dann folgte, hielt nicht nur FCH-Coach Timo Wenzel für ein „bisschen arg viel Schauspielerei“. Schulz wälzte sich mehrere Sekunden spektakulär am Boden, um dann später doch relativ problemlos weiterspielen zu können. In der kurzen Zeit hatte Referee Luigi Satriano Cheon bereits die Ampelkarte gezeigt.

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Von nun an hatte man das Gefühl, dass ein „Jetzt-erst-recht-Gefühl“ bei den Spielern und den rund 1300 Fans im Waldstadion aufkam. Um jeden Ball wurde nun gefightet, jeder Zweikampf lautstark von den Rängen begleitet. Und der Einsatz wurde belohnt: Nach toller Kombination erzielte Philipp Schuck nur wenige Minuten nach dem Platzverweis die umjubelte 2:1-Führung für die Hausherren, bei der es bis zum Schlusspfiff bleiben sollte.

Bereits in der ersten Halbzeit hätte der FCH den Sack gegen äußerst aggressive, aber fußballerisch extrem limitierte „Schuhstädter“ zumachen müssen. „Da hatten wir sehr gute Möglichkeiten und hätten mit 3:0 in die Halbzeit gehen können“, ärgerte sich Wenzel. Doch immer wieder scheiterte man am eigenen Unvermögen. Mal kam der letzte Pass nicht an, mal waren die Schussversuche einen Tick zu ungenau. So dauerte es bis zur 40. Minute, bis der Ball dann doch im Pirmasenser Netz zappelte. Nach einer Hereingabe von Serkan Göcer kam Patrick Dulleck an das Leder und hämmerte es gnadenlos in den Winkel. Der längst überfällige Führungstreffer für die Grün-Weißen, die eigentlich nur eine Schrecksekunde überstehen mussten, als FKP-Spieler Sascha Hammann den Ball nach einer halben Stunde an den Pfosten setzte.

In der ersten Hälfte war es eine bemerkenswert gute spielerische Leistung der Grün-Weißen, wenn man bedenkt, dass quasi die halbe Stammformation derzeit ausfällt. So musste der etatmäßige Linksverteidiger Tim Stegerer beispielsweise in der Innenverteidigung aushelfen und auf der Bank saßen lediglich Spieler, die bis auf Marco Hingerl nur wenige Einsatzminuten vorweisen können.

So gut das Spiel der Gastgeber gegen tiefstehende Gäste in der ersten Hälfte auch aussah, so schlecht kam man aus der Pause, wie auch Wenzel zugeben musste. „Da haben wir ein bisschen den Faden verloren.“ Prompt fiel der Ausgleich: Nach einem eigentlich harmlosen Freistoß der Pirmasenser aus dem Halbfeld faustete FCH-Torwart Krystian Wozniak die Kugel an den Rücken von Schuck, von wo aus sie schließlich ins Tor prallte. Ein Treffer, der stark an eine ähnliche Situation gegen den KSV Hessen Kassel vor einigen Wochen erinnerte.

Während es jedoch damals beim 1:1 blieb, wollten sich die Grün-Weißen im Saar-Pfalz-Derby nicht mit einer Punkteteilung zufriedengeben. Erst recht nicht, nachdem die Rote Karte gegen Cheon die Emotionen besonders in Wallung gebracht hatten. Der Treffer durch Schuck war dann auch einer des puren Willens. Freilich ließen in Unterzahl etwas die Kräfte nach. Pirmasens machte Dampf und hätte fast doch noch den Ausgleich erzielt. Kurz vor Schluss hatte der FKP gleich mehrere Einschussmöglichkeiten, doch als Wozniak in der Nachspielzeit einen gefährlichen Kopfball von Yannick Gries unter sich begrub, war klar: Hier brennt nichts mehr an. Der abermalige Ausgleich wäre tatsächlich aber auch äußerst unverdient gewesen.

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„Wir haben es in Unterzahl einfach gut verteidigt, Riesenkompliment an meine Jungs“, freute sich Trainer Wenzel. Es war der dritte Dreier in Serie für den FCH, der nach einem schwachen Start ins Jahr 2022 nun endgültig wieder in der Spur ist. Nächste Woche wartet jedoch wieder ein hartes Stück Arbeit auf die Grün-Weißen, wenn man am Samstag beim Tabellenachten Bahlinger SC zu Gast ist.

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