Es liegt in der Hand, am Ohr, auf dem Küchentisch neben dem Schneidebrett und abends mit auf der Couch – doch bewusst sauber gemacht wird es erstaunlich selten. Laut einer aktuellen Bitkom-Erhebung reinigt fast jeder sechste Smartphone-Nutzer in Deutschland das Display seines Geräts nach eigener Aussage nie. Fünf Prozent greifen immerhin täglich zu Tuch oder Reinigungsmittel, die große Mehrheit aber lässt sich deutlich mehr Zeit.
Für die repräsentative Befragung ließ der Digitalverband Bitkom insgesamt 1.004 Personen ab 16 Jahren telefonisch interviewen, darunter 921, die ein Smartphone nutzen. Die Erhebung fand zwischen Kalenderwoche neun und zwölf 2026 statt. Gefragt wurde ausdrücklich nach dem bewussten Reinigen mit Tüchern oder speziellen Mitteln – das beiläufige Wischen am Hosenbein zählt also nicht.
Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: 17 Prozent der Befragten gaben an, ihr Display überhaupt nicht zu säubern. Sieben Prozent tun es höchstens alle paar Jahre, weitere 17 Prozent immerhin mindestens einmal jährlich, aber seltener als monatlich. Die größte Gruppe bilden mit 30 Prozent diejenigen, die ihr Gerät mindestens einmal im Monat, jedoch nicht wöchentlich reinigen. Wirklich regelmäßig kümmert sich nur rund ein Viertel: 20 Prozent putzen wöchentlich, fünf Prozent sogar täglich.
Dr. Sebastian Klöß, beim Bitkom zuständig für Consumer Technology, ordnet die Zahlen ein: „Auf den glatten Oberflächen moderner Smartphones haben es Keime zwar schwerer, sich festzusetzen. Doch gerade wer sein Gerät häufig in schmutzintensiven Umgebungen oder mit ungewaschenen Händen nutzt, sollte es regelmäßig säubern.“ Ein kurzes Abwischen am Ärmel reiche in der Regel nicht aus, betonte Klöß. Stattdessen empfehle er leicht angefeuchtete Mikrofasertücher oder milde Reinigungsmittel, um Fettfilm und Keime tatsächlich zu entfernen.
Dass das Smartphone zu den am intensivsten genutzten Alltagsgegenständen gehört, dürfte kaum jemand bestreiten. Es wandert vom Frühstückstisch in die Jackentasche, wird in der Bahn angefasst und liegt abends neben dem Kopfkissen. Gerade diese permanente Nähe zum Körper macht die Reinigungsfrage relevant – auch wenn die meisten Nutzer offenbar wenig darüber nachdenken. Die Bitkom-Daten legen nahe, dass ein Großteil der Bevölkerung das Thema Smartphone-Hygiene schlicht nicht auf dem Schirm hat.
Wer sein Gerät künftig gründlicher pflegen möchte, braucht dafür weder teure Spezialmittel noch viel Zeit. Ein weiches Mikrofasertuch, bei Bedarf leicht angefeuchtet, genügt laut Experten für die regelmäßige Reinigung. Aggressive Reiniger oder Desinfektionssprays können dagegen die empfindliche Beschichtung des Displays angreifen. Ein kurzer Wisch pro Woche – das wäre zumindest mehr, als die Mehrheit derzeit investiert.




















