Die Beobachtungsdichte an Tagfaltern und einer weiteren Schmetterlingsgruppe, den Widderchen, ist in keiner Region Deutschlands höher als im Saarland. Auch die bei den Kartierungen erfassten Artenzahlen pro Rasterfeld sind meist deutlich höher als anderswo. Für die herausragende Datengrundlage haben die Experten der Naturforschenden Gesellschaft des Saarlandes Delattinia gesorgt, in enger Zusammenarbeit mit dem saarländischen Umweltministerium und hier dem Zentrum für Biodokumentation (ZfB).

Die Forscher aus dem Saarland haben maßgeblich mitgearbeitet an einem Atlas über Deutschlands Schmetterlingswelt, der jetzt vorliegt. Der „Verbreitungsatlas der Tagfalter und Widderchen Deutschlands“ gibt erstmals einen detaillierten Überblick, welche der über 180 Schmetterlingsarten wo heimisch sind, macht auch Aussagen zu Rückgang oder Gefährdung bestimmter Arten. Die Federführung des Projekts lag beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle. Rund 10 Jahre hat es gedauert, bis die Daten aus allen Regionen Deutschlands gesammelt und aufbereitet waren.

„Wir haben hier ein Werk mit einem einmaligen Datenschatz vorliegen, das uns wichtige Erkenntnisse über unsere Artenvielfalt liefert. Es macht mich stolz, dass die Arbeit unserer Fachleute bundesweit geschätzt und unverzichtbar ist. Mich freut es natürlich auch, dass wir im Saarland im Vergleich zu anderen Regionen und Bundesländern gut abschneiden. Unser wichtigstes naturschutzpolitisches Ziel muss jetzt sein, diesen Stand nicht nur zu halten, sondern kontinuierlich zu verbessern“, so Umweltminister Reinhold Jost.

„Viele Tagfalter-Arten kommen im Saarland in größeren und weniger gefährdeten Beständen vor als im übrigen Deutschland. Die wichtigste Art ist zweifelsfrei der Goldene Scheckenfalter (Euphydryas aurinia), von dem es noch etwa 70 Einzelvorkommen gibt. Sie liegen alle im Bliesgau und Westrich. Aber auch der Brombeer-Perlmuttfalter (Brenthis daphne), der Alexis-Bläuling (Glaucopsyche alexis), der Thymian-Ameisenbläuling (Phengaris arion), der Große Feuerfalter (Lycaena dispar), der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) oder das Rotbraune Ochsenauge (Pyronia tithonus) sind deutlich häufiger als im Rest der Republik“, sagt Dr. Steffen Caspari, einer der Herausgeber des Verbreitungsatlas. Caspari koordinierte bis vor kurzem beim Zentrum für Biodokumentation die Erfassung der Tagfalter und Widderchen im Saarland.

Er arbeitet inzwischen für das Rote-Liste-Zentrum des Bundes in Bonn. „Nach dem Perspektivwechsel auf die Bundesebene weiß ich umso mehr zu schätzen, welchen Beitrag das Saarland für den Erhalt zahlreicher Tagfalter-Arten leistet“, so der Experte.

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