Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt hat die Entscheidung der Galeria-Konzernzentrale in Essen, im Zuge einer bundesweiten Schließungs-Welle unter anderem das „Kaufhof-Haus“ in Saarbrücken nicht als Warenhaus fortführen zu wollen, mit Bedauern aufgenommen.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den vergangenen Jahren alles gegeben für ihr Unternehmen. Sie haben auf vieles verzichtet, um ihr Warenhaus zu retten, haben mit Herzblut gearbeitet. Ihnen gilt mein Mitgefühl. Immobilienmogul René Benko hat es nicht geschafft, die Warenhauskette mit neuen Konzepten in die Zukunft zu bringen. In Zeiten, in denen Handel sich neu erfinden muss, setzte man auf ein Weiter-so. Da die Funktion der Warenhäuser als Magnet für die Innenstadt in großen Städten zunehmend abhandengekommen ist, stellt sich die Frage, wofür 680 Millionen Euro Staatshilfe verbrannt und die eigenen Beschäftigten ausgepresst wurden, wenn gleichzeitig nicht an zukunftsfähigen Konzepten gearbeitet wurde“, erklärt Conradt.

Der Oberbürgermeister weiter: „Saarbrücken hat in den letzten zehn Jahren über 40.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zugelegt. Die Bahnhofstraße ist eine der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands. Es ist und bleibt möglich, hier mit Handel Geld zu verdienen. Dies zeigen auch Investitionen, die auch in den Handel gehen, in unmittelbarer Nähe zum ‚Kaufhof‘“, sagt Oberbürgermeister Uwe Conradt.

Wichtig sei es nun, dass rasch die Zukunft der Beschäftigten gesichert wird. Angesichts des Fachkräftemangels könnten die meisten Beschäftigten optimistisch in die Zukunft schauen –allein in Saarbrücken seien mehrere hundert Stellen im Einzelhandel frei, qualifizierte Kräfte werden stark nachgefragt. Conradt: „Dennoch muss es im Bedarfsfall gute Lösungen für die Menschen geben, hier ist der Konzern in der Pflicht, seiner Verantwortung gerecht zu werden.“

In den zurückliegenden Wochen haben Vertreter der Landeshauptstadt mit verschiedenen Akteuren in Kontakt gestanden: dem Wirtschaftsministerium, der Konzernzentrale in Essen, Vertretern des Unternehmens vor Ort und Gewerkschaftsvertretern.

Hinsichtlich des „Karstadt-Hauses“ richtet Saarbrückens Oberbürgermeister eine klare Forderung an Galeria: „Wir erwarten nun Investitionen in die Immobilie. Und ein Bewusstsein dafür, dass auch Galeria als Betreiber in Verantwortung ist, dem Wandel im Handel mit neuen tragfähigen Konzepten zu begegnen“, sagt der Oberbürgermeister.

Saarbrücken attraktiv für Investoren und Großstadt mit dynamischer Entwicklung

Conradt weiter: „Das ‚Kaufhof-Haus‘ ist eine Benko-Immobilie, für die wir gute Entwicklungsmöglichkeiten sehen.“ Saarbrücken ist als Großstadt und Oberzentrum hochattraktiv für Investoren. Die Bahnhofstraße zählt zu den Top-10-Einkaufsstraßen in Deutschland und hat bei den Passantenfrequenzen bereits wieder Vor-Corona-Niveau erreicht. Die Saarbrücker City ist durch eine hohe Aufenthaltsqualität mit einem breiten und hochwertigen Kultur- und Gastroangebot gekennzeichnet, das auch immer mehr Touristen anlockt. Der zurückliegende Sommer war ein Rekord-Sommer bei den Übernachtungen.

Sowohl die öffentliche Hand (z. B. 100-Millionen-Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Städtebauförderung, Erweiterung Fußgängerzone, Stärkung der Tourismusförderung, starker Kultur- und Veranstaltungsstandort) als auch Private (z. B. Umgestaltung Entwicklung ehemals C&A, Nachnutzung ehemalige Sparda-Bank, verschiedene Hotelprojekte, die Entwicklung des ehemaligen Messegeländes, Wohnbauprojekte wie z. B. Großherzog-Friedrich-Höfe) investieren mit zahlreichen Projekten in die Attraktivität und Weiterentwicklung der City.

Studien belegen positive Entwicklung

Die Attraktivität der Landeshauptstadt konnte bereits in den zurückliegenden Jahren deutlich gesteigert werden, das belegen Fakten. Das verdeutlichen unter anderem die Ergebnisse der Erhebung „Vitale Innenstädte 2022“ des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens IFH Köln, an der sich 111 deutsche Städte beteiligt haben. Die befragten Besucher haben die Attraktivität der Saarbrücker Innenstadt im Durchschnitt mit der Schulnote 2,4 bewertet, 2020 wurde die Saarbrücker Innenstadt noch im Schnitt mit 2,8 bewertet. 57,7 Prozent der Befragten gaben 2022 an, die Attraktivität der Innenstadt habe sich in den vergangenen Jahren insgesamt verbessert. Der Gesamtdurchschnitt aller teilnehmenden Städte lag hier bei 39,2 Prozent.

Im Dynamik-Ranking von 400 Regionen ist Saarbrücken zuletzt um mehr als 200 Plätze ins obere Viertel aufgestiegen: Damit zählen wir jetzt zu den Top-Aufsteigern in Deutschland (siehe IW-Regionalranking 2022).

Conradt abschließend: „Alle Innenstädte stehen in dieser Zeit vor Herausforderungen. Saarbrücken hat sich bereits in den letzten Jahren mit zahlreichen Maßnahmen auf den Weg gemacht und kann Erfolge vorweisen. Das macht mich zuversichtlich, dass es auch für die ‚Kaufhof-Immobilie‘ eine gute Lösung geben wird.“

Quelle: Stadt Saarbrücken

Anzeige

1 Kommentar

  1. Saarbrücken ist ganz lebenswert für die die dort wohnen. Ich weiß mit meinem Geld, wenn ich mit dem Pkw Anreise anders als es QPark hinten rein zu schieben. In Saarbrücken sind sehr viele hoch verschuldet, beziehen Bürgergeld, anstatt zu arbeiten. Einzig positiv sehe ich die Infrastruktur für Studenten. So wie die Forschungslandschaft, die vorhanden ist. beachtlich ist auch die Zahl der ab Wanderungen aus der Landeshauptstadt Saarbrücken. Nachdem die Ära Kohle und Stahl Geschichte war brachten es die Verantwortlichen nicht das Saarland zukunftsfähig zu machen. Sich jetzt hinstellen und es schön zu lallen ist einfach.

    Was macht man nun aus dem Galeria-Standort? Wie wärs mit einer Flüchtlingsunterkunft? Wir haben es ja, wir kaufen auch Ford für 95 € das Werk in Saarlouis ab, wenn es hart auf hart kommt.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein