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Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann hat sich in Saarbrücken mit Vertretern der „AG Beipackzettel“ getroffen, um zu besprechen, wie die Verständlichkeit und Lesbarkeit von Beipackzetteln  verbessert werden können.

Die „AG Beipackzettel“ besteht aus Vertretern von Patienten- und Seniorenorganisationen wie der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V.) und der DVMB (Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew) e.V., weiteren Patientenvertretern sowie Vertretern von pharmazeutischen Unternehmen wie Pfizer, MSD und einigen weiteren Firmen. „Unsere Arbeitsgruppe überarbeitet seit Jahren Beipackzettel, kommt dabei aber auch an die Grenzen des Möglichen. Wir brauchen jetzt die Unterstützung der Politik“, so Ludwig Hammel, Sprecher der „AG Beipackzettel“.

Ebenso wie die saarländische Gesundheitsministerin Bachmann setzt sich auch die „AG Beipackzettel“ für verständliche Patienteninformationen ein. „Wir ziehen an einem Strang“, sagte die saarländische Gesundheitsministerin nach dem Gespräch, „jetzt gilt es weitere Unterstützer für unsere Initiative zu finden“. Das Saarland hatte dazu einen Entschließungsantrag im Bundesrat vorbereitet.

Sowohl die Ministerin als auch die „ AG Beipackzettel“ streben einen Paradigmenwechsel bei der Kommunikation mit Patienten an. „Der Beipackzettel ist nach dem Arzt die wichtigste Informationsquelle für die Patienten“, sagte Bachmann. „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Patientenperspektive mehr Berücksichtigung findet.“ Derzeit stünden haftungsrechtliche Fragen im Vordergrund, so die Ministerin, die eine patientengerechten Darstellung für eine erfolgreiche Anwendung verhindern.

„Dass Packungsbeilagen grundsätzlich in lesbarer Schrift und in einer patientenverständlichen Sprache abgefasst werden, sollte selbstverständlich sein“, so die Ministerin. Um tatsächlich alle Patientenbelange berücksichtigen zu können, braucht es aber dringend ein weitergefasstes Konzept und einen Blick auf den gesamten Medikationsprozess – „Patientenfreundliche Beipackzettel könnten zu einer höheren Therapietreue und letztlich zu Kosteneinsparungen führen. Wenn die Patienten tatsächlich verstehen, welchen Nutzen sie von einem Medikament haben und wie sie es sicher anwenden, kann das dazu beitragen, dass das Medikament seine volle Wirkung entfaltet. Es muss daher machbar sein, auch schwierige Informationen, so aufzubereiten, wie Patienten sie benötigen. Damit können wir die Patientensicherheit und die Gesundheit unserer Bevölkerung verbessern“, sagte Bachmann abschließend.

 

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