Symbolbild

„Der Durchbruch ist geschafft,“ erklären kurz vor Weihnachten in Saarbrücken der Geschäftsführer der Saarland Heilstätten GmbH, Bernd Mege, und ver.di Landesfachbereichsleiter Frank Hutmacher nach einer Verhandlung auf dem Saarbrücker Sonnenberg. An diesem haben neben der ver.di-Tarifkommission auch die Leitungen der Krankenhäuser in Völklingen, Merzig, Saarbrücken-Sonnenberg und Idar-Oberstein teilgenommen. Gewerkschaft und SHG werden noch in diesem Winter, für die vier Krankenhäuser, einen Vertrag zur wirksamen Entlastung der Pflege vereinbaren.

Schon im November 2017 hatten SHG und ver.di eine Prozessvereinbarung zur Entlastung der Beschäftigten in den Krankenhäusern getroffen. Einige Berühmtheit erlangte das Krankenhaus Völklingen, das als erstes Krankenhaus die Alleinarbeit auf den Stationen in der Nacht abschaffte. Jetzt wird man in einem Vertrag u.a. folgendes festlegen:

•    Erheblicher Personalaufwuchs in den vier SHG-Standorten
•    Festlegung der Sollbesetzung in allen Pflegebereichen
•    Einführung von Personalbemessungssystemen
•    Regelungen für Pflege-Springerpools
•    Einführung eines Konsequenzenmanagements bei Unterbesetzung und Überlastungssituationen
•    Abschaffung der Alleinarbeit auf den Stationen
•    Ein Bonussystem für Belastungstage 
•    Verbesserung der Ausbildung

Bernd Mege betont, dass sich der Kontrakt in die Bemühungen der SHG einordne, Familie und Beruf zu vereinbaren. So bietet das Unternehmen vielfältige Möglichkeiten der Unterstützung und Hilfen für die Beschäftigten an. „Mit den Vereinbarungen mit ver.di krönen wir jetzt unsere Anstrengungen zum Wohle unserer Mitarbeiter, weil wir davon überzeugt sind, dass dieses Engagement auch unseren Patienten zu Gute kommt. Zufriedene Mitarbeiter sind eine Voraussetzung für zufriedene Patienten und deren Sicherheit.“  Frank Hutmacher ergänzt: „Dies ist ein wichtiges Ereignis für alle Pflegekräfte im südwestdeutschen Raum. Aufstehen für die Pflege führt zum Erfolg. Dies ist der Verdienst unseres jahrelangen Kampfes für mehr Personal.“

Gewerkschaftssekretär Michael Quetting erläutert, dass Arbeitsgruppen zur Ausarbeitung technischer Feinheiten beauftragt wurden. Diese werden im Frühjahr ihre Arbeitsergebnisse in einer Vereinbarung zusammenfassen. „Dann haben wir schon vier Krankenhäuser an der Saar, die auf Entlastung und mehr Personal setzen und die Arbeitsbedingungen verbessern,“ betont Quetting. Ver.di hat bekanntlich alle saarländischen Krankenhäuser zu Tarifverträgen für Entlastung aufgefordert. In der Summe gibt es in der Bundesrepublik 16 Krankenhäuser mit Entlastungsvereinbarungen, davon befinden sich vier im Saarland.

Unter dem Dach der SHG sind rund 2.000 Betten und Tagesklinikplätze vereint, bei der SHG-Gruppe sind über 5.000 Beschäftigte angestellt.

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