HOMBURG1 | SAARLAND NACHRICHTEN

Zur Forderung des Energie- und Umweltexperten Uwe Leprich vom Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) nach einem schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien erklärt der energiepolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neyses:

„Das Tempo beim Zubau der Erneuerbaren Energien hat deutlich nachgelassen. Dieser Befund des Energieexperten Uwe Leprich zum bundeweiten Ökostromausbau trifft auch unmittelbar auf das Saarland zu. Wie erst kürzlich durch Medienberichte bekannt wurde, ist hierzulande der Zubau von Photovoltaikanlagen fast zum Erliegen gekommen. So wurden im Jahr 2014 lediglich noch 9,8 Kilowatt Leistung pro 1000 Einwohner installiert. Das entspricht einem Zehntel des Wertes von 2012. Der Grund hierfür ist auch darin zu finden, dass im Erneuerbare-Energien-Gesetz auf ein Ausschreibungsmodell für Freiflächen-Photovoltaikanlagen umgestellt wurde.

Eine ähnliche Entwicklung befürchten wir auch bei der Windenergie, falls die Bunderegierung ihre Pläne umsetzt und ab dem Jahr 2017 auch in diesem Bereich auf ein Ausschreibungsmodell umstellt. Binnenstandorte wie das Saarland hätten dann keine Chance, mit windreichen Küstenstandorten zu konkurrieren. Der jetzt schon bestehende Rückstand der Landesregierung gegenüber ihren Ausbauzielen für den Ökostrom (20 Prozent bis 2020) wäre dann keinesfalls mehr aufholbar. Daher halten wir es für unerlässlich, dass im Ausschreibungssystem eine faire regionale Quote festgeschrieben wird. Nur so wird künftig ein ausgewogener Ausbau der Windkraft in der Bundesrepublik möglich sein. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger muss sich nachdrücklich dafür einsetzen, dass der bereits verabschiedete Bundesratsbeschluss hierzu von der Bundesregierung umgesetzt wird.

Darüber hinaus fordern wir von der Landesregierung, endlich nachhaltig in die Flexibilisierung eines klimafreundlichen Kraftwerksparks zu investieren. Dazu muss es auch gehören, mit der zeitnahen Errichtung eines Hochdruckdamms im Nordschacht des Bergwerks Saar die Möglichkeit zum Bau eines Pumpspeicherkraftwerks aufrecht zu erhalten. Denn sollte die zurzeit gestoppte Flutung des Bergwerks wieder aufgenommen werden, wird in spätestens zwei Jahren durch den Grubenwasseranstieg eine Abdichtung des Schachtes nicht mehr möglich sein. Wir fordern von der Landesregierung, auf die RAG AG einzuwirken, damit diese gegenüber dem Bund endlich den Antrag auf Förderung zum Bau eines Hochdruckdamms stellt. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte bereits Bereitschaft signalisiert, ein solches Projekt mit 3,5 der erforderlichen 5 Millionen Euro zu unterstützen.“

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