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Zur Debatte über die vom Deutschen Lehrerverband geforderte Vereinheitlichung von Abitur-Prüfungen erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Für die im Jahr 2017 anstehenden Abiturprüfungen werden die Länder erstmals auf einen vereinheitlichten Aufgabenpool in den Kernfächern zurückgreifen können. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Vergleichbarkeit der Prüfungsergebnisse zwischen den Bundesländern zu erhöhen. Jedoch zu glauben, eine vollkommene Vergleichbarkeit durch eine generelle Vereinheitlichung der Prüfungsformen oder gar aller Abituraufgaben zu erreichen, ist illusorisch. Zum einen hat das Lehrpersonal bei der Punktevergabe immer gewisse Spielräume. Zum anderen würde durch ein bundesweites Zentralabitur ein kaum zu bewältigender organisatorischer Aufwand verursacht, beispielsweise, was die Durchführung von Korrekturkonferenzen anbelangt. Auch die Geheimhaltung würde erschwert.
Wir halten es für wesentlich zielführender, das Modell des vereinheitlichten Aufgabenpools auf weitere Fächer auszuweiten, falls es sich bewähren sollte. Doch auch im Saarland selbst brauchen wir eine Neuregelung im Bereich der Abituraufgaben. Bislang müssen vom Ministerium beauftragte Lehrerinnen und Lehrer für ausgewählte Prüfungsfächer Vorschläge einreichen. Davon wird jedoch nur ein Bruchteil von einer Auswahlkommission selektiert. Das ist ineffektiv und führt zu einem erheblichen Mehraufwand für das Lehrpersonal. Wir fordern daher von Bildungsminister Commerçon, für alle Prüfungsfächer Fachkommissionen einzurichten, die die Abituraufgaben erstellen. Ein solches Verfahren hat sich bei den Prüfungen für den mittleren Bildungsabschluss an den Gesamtschulen sowie Erweiterten Realschulen bewährt und wird künftig auch an den Gemeinschaftsschulen durchgeführt.“
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