Im Saarland stehen die Zeichen im Sozial- und Gesundheitsbereich auf Ausbau: Mit dem jetzt beschlossenen Doppelhaushalt 2026/2027 erhält das Ressort Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit deutlich mehr Spielraum. Die Mittel steigen in beiden Jahren um jeweils rund 22 % im Vergleich zum laufenden Jahr – ein kräftiger Aufwuchs, der vor allem Menschen in schwierigen Lebenslagen, Pflegebedürftigen und Patienten zugutekommen soll.
Pro Jahr stehen dem Ressort künftig 870 Millionen Euro zur Verfügung. „870 Millionen Euro Haushaltsmittel pro Jahr sind ein starkes Signal für ein soziales Saarland mit Zukunft. Mit diesen Investitionen setzt die Landesregierung klare Schwerpunkte für mehr soziale Gerechtigkeit und stärkt zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge nachhaltig. Die bereitgestellten Mittel – von der Armutsbekämpfung über neue Unterstützungsangebote für Wohnungslose bis hin zu Rekordinvestitionen in die Gesundheitsversorgung – zeigen: Das Land stellt die Menschen in den Mittelpunkt und stärkt Strukturen, die allen Saarländerinnen und Saarländern zugutekommen“, betont Minister Magnus Jung. Der Doppelhaushalt 2026/2027 war am 10.12.2025 verabschiedet worden.
Nach Angaben des Ministeriums hat das Saarland seit Beginn der laufenden Legislaturperiode seine Sozialpolitik grundlegend neu aufgestellt. In Bereichen wie Kinderschutz, Jugendpolitik, Armutsbekämpfung, Wohnungslosigkeit, Pflege und Seniorenarbeit sowie Inklusion seien zuvor stagnierende Strukturen in strategisch ausgerichtete, professionell organisierte und stärker vorbeugende Systeme überführt worden. Diese Linie soll mit den zusätzlichen Mitteln fortgesetzt und ausgebaut werden.
Für die quartiersbezogene Armutsbekämpfung sind künftig pro Jahr 1 Million Euro vorgesehen. Hinzu kommen 70 Millionen Euro zur Bekämpfung von Schrottimmobilien. In der Wohnungs- und Obdachlosenhilfe steigt der Ansatz um 100.000 Euro auf insgesamt 400.000 Euro pro Jahr. Damit sollen bestehende Angebote gesichert und zusätzlich Modellprojekte ermöglicht werden. Für Projekte im Kinder- und Jugendschutz stehen in den Jahren 2026 und 2027 jeweils rund 900.000 Euro jährlich bereit.
Auch im Bereich Pflege und Seniorenarbeit setzt das Land nach eigenen Angaben neue Akzente. Mit der KAP Saar und dem Programm Saar 66 wurden neue Rahmenbedingungen geschaffen. Für die Einführung eines primärqualifizierenden Studiengangs in der Pflege an der HTW Saar ab dem Wintersemester 2027/2028 stellt das Land über 1 Million Euro zur Verfügung. Für den Auf- und Ausbau seniorenfreundlicher Strukturen auf kommunaler Ebene im Rahmen von Saar 66 sind in den kommenden zwei Jahren insgesamt 3 Millionen Euro eingeplant.
Ein Schwerpunkt des Doppelhaushalts liegt zudem auf der Krankenhausplanung. Die Landesregierung verweist auf den Anspruch, eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sicherzustellen, und kündigt Investitionen in bisher nicht erreichtem Umfang an. Durch die positiven Ergebnisse der jüngsten Steuerschätzung können zusätzlich 15 Millionen Euro in die Krankenhausfinanzierung fließen. Zusammen mit der Finanzierung des Transformationsfonds von Bund und Land in Höhe von rund 42,6 Millionen Euro und weiteren Landesmitteln von rund 33,4 Millionen Euro sollen allein im Jahr 2026 rund 90 Millionen Euro in die saarländischen Krankenhäuser investiert werden. Nach Darstellung des Ministeriums liegt dieser Betrag deutlich über den Ansätzen früherer Regierungen.
Ein weiterer Baustein des Doppelhaushalts ist die Sicherung von Arbeits- und Fachkräften. Für diesen Bereich stehen in den Jahren 2026 und 2027 jeweils 25 Millionen Euro zur Verfügung, ein Plus von 19 % gegenüber 2025. Finanziert werden damit unter anderem das Programm für Langzeitarbeitslose „ASaar“ und die „Geflüchtetenkoordination“ der Jobcenter im Rahmen des „Jobturbos“. Außerdem sollen zielgerichtete Programme für bestimmte Zielgruppen oder Branchen fortgeführt oder neu aufgelegt werden, etwa durch die Ergänzung des Programms „Jugend in Arbeit“ um die sogenannten „Ausbildungschecker“.
Mit dem Doppelhaushalt 2026/2027 bündelt das Saarland damit zusätzliche Mittel für soziale Sicherung, Armutsbekämpfung, Pflege, Krankenhausfinanzierung und Arbeitsmarktprogramme. Die Landesregierung sieht darin eine langfristige Stärkung zentraler Strukturen der Daseinsvorsorge und der sozialen Infrastruktur im Land.






















